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„KDW“ bezeichnet Bündnis mit Rechten als „Unfall“

„Von Anfang an eindeutig und ohne jeden Zweifel: Gegen Nazis! Gegen üble Geschichtsrevisionisten! Das 20ste Jahrhundert ist abgeschlossen. Punkt. Ende. Basta. Servus. — Hallo Gegenwart!“ heißt es nun auf der Internetseite nichtohneuns.de

Abgesehen davon, daß der Disclaimer auf der Internetseite viel zu spät kommt, hält er einem Fakten-Check nicht stand.

«Von Anfang an»? Falsch: viel zu spät

«eindeutig und ohne jeden Zweifel»? Falsch: zaghaft und zweifelhaft

«Gegenwart!»? Es ist ein Problem der Gegenwart und bei der „Nicht ohne uns“ heftiger als bei der Friedensbewegung, die Rechte wie Jürgen Elsäßer konsequent ausgegrenzt hat.

Das Statement auf der Internetseite kam offenbar zustande auf Druck u. a. von Uli Gellermann, der drohte ansonsten am Samstag nicht bei der Parade der „KDW“ zu sprechen.

In ihrem Newsletter 45 legte die „KDW“ noch mal nach: „Der 6.6. in Berlin war ein Unfall. Die Bühne hatten wir nicht angemeldet und nicht unterstützt, wurden aber irgendwie da mit draufgeschrieben. Mit Leuten wie etwa dem clownesken Horror-Volkslehrer wollen wir nichts, aber auch gar nichts am Hut haben. Kommt nicht in die Tüte. Rechts vom Grundgesetz ist hier die Tür komplett zu.“

Trotzdem etwas kurios, daß man da schon fast genervt reagiert. Die haben es verbockt und da erwarte ich eine eindeutige Aufarbeitung, die bis heute fehlt.

Die „KDW“ hätte sich am 6. Juni ad hoc auf ihrer Internetseite und in ihrem Newsletter äußern müssen und seither an der Aufarbeitung aktiv beteiligt sein müssen. Doch alle Aufforderungen in dieser Richtung wurden nicht befolgt. Ob zumindest die interner Revision der „KDW“ die Vorfälle aufarbeitet?

Die Bezeichnung als „Unfall“ hilft nicht ohne weiteres, verloren gegangenes Vertrauen in die „KDW“ wieder herzustellen. Ich bin traurig, weil ich Hoffnung in die Bewegung gesetzt hatte. Enttäuschte Hoffnungen wiegen schwer. Daher braucht es Optimismus für die Bewegung, der nur mit mehr Klarheit zur Positionierung aufblühen kann. Sobald die Irrwege aufgearbeitet und die Positionierung klar ankommt, kann die sich die Bewegung mit voller Energie auf die drängenden politischen Themen konzentrieren.

Von Martin Lejeune

2 Antworten auf „„KDW“ bezeichnet Bündnis mit Rechten als „Unfall““

Je mehr ich hier auf der Website hier lese (heute bin ich das erste mal hier…), was Martin Lejeune so von sich gibt, um so deutliche muß ich leider erkennen, dass er ganz klar spaltend agiert.

KDW vorzuwerfen, sich nicht deutlich zu distanzieren, ist Spaltung pur.
Darüber täuscht auch die „leider“-Bemerkung nicht hinweg!

Persönlich habe ich auf dem Alexanderplatz erlebt, wie der KDW-Partner von Anselm Lenz (ich komme nicht auf den Namen, er ist wohl der Pressesprecher o.ä., dunkelbraune Haare, Seitenscheitel o.ä.) ganz krass auf einmal innerhalb der Demo lauthals rief: „passt auf, dort sind Rechte, distanziert Euch!“ o.ä.
Sehr viele hielten ihn dafür für einen Provokateur, der die Demo stören wolle…trotzdem hat er verbal gekämpft, wie ein Löwe, zu erklären, dass die wohl wirklich in der Nähe aufgetauchten „Rechten“ (er meinte ca.20 o.ä. – ich selbst hatte die unter den Tausenden Teilnehmern gar nicht wahrgenommen), für eine Diskreditierung der gesamten Demo missbraucht werden könnten!
Er meinte es ganz klar sehr gut mit uns!

Aber:
Auf so einer Demo wird tendenziell immer der Querschnitt der Bevölkeung auftauchen können.
Wer also wg. vllt. 20 „Rechten“, Tausende Menschen diskreditiert, der sollte sich ganz klar fragen, ob er noch ganz bei Trost is!
Derjenige ist der Spalter schlechthin!
Dieses unsägliche Schubladendenken müssen wir ablegen – und nur die konkreten Handlungen zum Maßstab nehmen.
Kann man ein Thema gemeinsam lösen oder nicht. Nur diese Frage zählt!
Dies erkennen immer mehr Mitmenschen!

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