„KDW“ im Faktencheck

Nachdem ich mehrfach Mitglieder der „KDW“ persönlich darauf aufmerksam machte, daß die „KDW“ u. a. auf ihrer Internetseite nichtohneuns.de und in ihren Newslettern Falschmeldungen verbreitet und daraufhin keine Korrektur der Falschmeldungen erfolgte, entschloß ich mich, den nachfolgenden Text zu publizieren.

Das Ziel, das sich der Verein „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“ („KDW“) um den Vereinsvorsitzenden und „Herausgeber der größten Wochenzeitung Deutschlands“ Anselm Lenz gesteckt hat, lautet: Mit dem „Demokratischen Widerstand“ sollen „Menschen an redliche und unabhängige Informationen gelangen können“. So heißt es auf der Seite, mit welcher „Nicht ohne uns“ um Spenden bittet:

Wenn das Ziel „redliche Informationen“ lautet, dann muss sich der „Demokratische Widerstand“ und die Angaben seiner Internetseite „Nicht ohne uns“ an diesem Ziel messen lassen können.

Seit längerer Zeit steht ganz oben auf der Startseite der Internetseite des „Demokratischen Widerstands“ mit der URL www.nichtohneuns.de für jeden Besucher sichtbar:

„Hinweis: Es gab Angriffe auf sämtliche essentiellen Teile unserer Arbeit: Vereinskonto, Druckereien, Technik, Newsletterversand.“

Wenn die Führung der KDW eine Deutschlandweite Bewegung anführt, dann besteht ein allgemeines Interesse aller Unterstützer und Aktivisten an der Wahrhaftigkeit der Redlichkeit der Führung. Die Unterstützer und Aktivisten verwenden sich für die KDW und haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es um ihre Redlichkeit steht.

Daher sollte der „Hinweis“ der KDW, der so prominent auf der Startseite platziert ist, einem Faktencheck standhalten können. Insbesondere nach der gestiegenen Aufmerksamkeit für die KDW, über die ein Dokumentarfilm im Ersten Deutschen Fernsehen („Das Erste“) am Montag um 20:15 Uhr nach der „Tagesschau“ ausführlich berichtete. Es ist zu begrüßen, daß „Das Erste“ wieder Dokumentarfilme zur Prime Time ausstrahlt! Dafür gebührt der KDW ein großer Dank.

„Nicht ohne uns“-Hinweis im Faktencheck

  • Check der 1. Behauptung auf der Startseite: „Angriffe auf das Vereinskonto“

Es gab weder einen Angriff noch ein Vereinskonto.

Das Konto, das die KDW nutzte, war das private Konto der Verlobten des Vereinsvorsitzenden, die zugleich Schatzmeisterin des Vereins ist. Es war nicht das Vereinskonto. Allein deshalb ist der Hinweis nicht richtig.

Das private Konto war zudem nicht Gegenstand eines „Angriffs“, sondern von strafrechtlichen Ermittlungen.

Staatsanwältin Mona Lorenz, stellvertretende Pressesprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, teilt hierzu mit: „Bei der Staatsanwaltschaft Berlin wird ein Ermittlungsverfahren gegen die Kontoinhaberin geführt, da der Verdacht besteht, dass die Kontoinhaberin für ein nicht existentes Einzelunternehmen zu Unrecht finanzielle Hilfen aus dem Programm „Corona Zuschuss“ (Soforthilfe II) beantragt und auf das von ihr angegebene Konto erhalten hat. Das Amtsgericht Tiergarten hat daher auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft einen Vermögensarrest in Höhe von insgesamt 10.500 Euro angeordnet. Ein Zusammenhang zu dem von Ihnen genannten Verein (KDW) ist hier nicht bekannt.“

In Newsletter 38 vom 26.05.2020 der KDW in Gründung steht: „Heute Morgen wurde tatsächlich das Bankkonto unseres Vereins gesperrt. Nach Auskunft der Berliner Sparkasse geschah dies auf staatsanwaltschaftliche Initiative.“ Wie bereits ausgeführt, gab es kein Bankkonto des Vereins und das Konto der Verlobten wurde auch nicht gesperrt, sondern „das Amtsgericht Tiergarten hat auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft einen Vermögensarrest in Höhe von insgesamt 10.500 Euro angeordnet“.

Im Newsletter 40 vom 28.05.2020 der KDW heißt es: „unser Vereinskonto bei der Berliner Sparkasse wurde gesperrt, ohne Vorwarnung und Anruf und wahrscheinlich auf Initiative der Sparkasse selbst. Es ist bekannt, dass die Sparkassen recht stark an eine Regierungspartei gebunden sind.“

Ein Vereinskonto gab es nie, wie bereits mehrfach erwähnt. Zudem stimmt es nicht, daß die Berliner Sparkasse „recht stark an eine Regierungspartei gebunden“ sei.

Im Juni 2007 vollzog das Land Berlin den Verkauf seiner 81 % der Anteile an der Landesbank Berlin Holding AG, der Gesellschafterin der Berliner Sparkasse. Seit 2007 ist die Berliner Sparkasse nicht mehr an die Regierung gebunden. Ebenfalls 2007 startete die Bürgerinitiative „Berliner Bündnis gegen Privatisierung“ die bis heute erfolglose Kampagne gegen die Privatisierung der Berliner Sparkasse. Ob die Privatisierung richtig oder falsch war, darüber läßt sich trefflich streiten. Aber „an eine Regierungspartei gebunden“ ist die Berliner Sparkasse nicht mehr.

Auf „KenFM“ heißt es unter einem Beitrag vom 10.6.2020 von Anselm Lenz, es sei die „Kündigung (seines privaten Kontos) durch die Berliner Sparkasse“ erfolgt. Dazu sagt der Sprecher der Berliner Sparkasse: „Wie unseren AGB zu entnehmen ist, kann eine ordentliche Kündigung nur erfolgen, wenn ein sachgerechter Grund vorliegt.“

  • Check der 2. Behauptung auf der Startseite: „Angriffe auf Druckereien“

Die Geschäftsführerin der Druckerei der Zeitung „Demokratischer Widerstand“ in Berlin bestreitet, daß es „Angriffe“ auf die Druckerei gegeben habe, in der sechs von sieben Ausgaben gedruckt wurden. Allein eine Ausgabe konnte aufgrund von einem Engpass der Kapazität in der Druckerei nicht gedruckt werden. Dies sei Lenz zwei Wochen vor dem geplanten Drucktermin mitgeteilt worden, so die Geschäftsführerin. Lenz habe zwei Wochen Zeit gehabt, eine Druckerei für diese eine Ausgabe zu finden. Diese Druckerei wurde gefunden und hat eine Ausgabe gedruckt. Auch auf diese Druckerei habe es keinen Angriff gegeben, sagte ein Mitarbeiter der Druckerei der einen Ausgabe. Mittlerweile wird die Zeitung „Demokratischer Widerstand“ wieder in der Stammdruckerei in Berlin gedruckt. Ohne Angriffe.

  • Check der 3. Behauptung auf der Startseite: „Angriffe auf Technik, Newsletterversand

Angriffe auf welche Technik? Die diversen Internetseiten waren die ganze Zeit online: Die KDW-Seite www.nichtohneuns.de, der Rocket-Chat https://chat.nichtohneuns.net, die Patreon-Seite https://www.patreon.com/demokratischer_widerstand, das Forum http://forum.nichtohneuns.net und das Kontaktformular https://kontakt.nichtohneuns.net – alle Seiten waren online.

Auch „Angriffe auf den Newsletterversand“ habe es nie gegeben. Das sagt Sven aus Erfurt, der für den Newsletterversand zuständig war.

Im Newsletter 40 vom 28.05.2020 der KDW steht: „Unser Techniker Sven in Erfurt wurde unter Druck gesetzt und hat Teile unserer zusätzlichen technischen Struktur wie Foren unsw. abgeschalt.“

Hierzu Sven: »Bis auf einen nächtlichen Ausfall durch einen Konfigurationsfehler eines der für die KDW bereitgestellten Webservers, sind das Forum und der Chat bis heute online. Sie sind lediglich nicht mehr auf nichtohneuns.de verlinkt. Die Verlinkung wurde durch Anselm Lenz selbst herausgenommen. Ich betreibe Chat, Forum und Kontaktformular weiterhin auf meinen Servern, obwohl ich bereits seit mehr als zwei Wochen meine Arbeit für den KDW beendet habe, weil ich mit dem Kurs des Vorstands, Sachverhalte bewusst unwahr darzustellen, nicht einverstanden bin. Ich bin einfach der Auffassung, dass das am Ende immer nach hinten losgeht. Ganz egal, wie gut die Motive sind.

Daher kann ich auf Ihre Nachfrage auch nur ehrlich antworten. Ich möchte die Arbeit des KDW nicht aktiv behindern, und bin im Großen und Ganzen stolz den Verein bis hier hin unterstützt zu haben, aber meinen Mailserver stelle ich seit ca. 2 Wochen nicht mehr zur Verfügung. Allein schon deshalb, weil offene Auslagen für den Newsletterversand noch nicht beglichen sind. Sämtliche E-Mail-Adressen der Newsletter-Abonnenten habe ich bereits mit Kündigung meiner Mitarbeit an den Verein übergeben. Diese hat mit dem aufgebrochenen Briefkasten und meinen familiären Strukturen nichts zu tun.«

Sven wollte für den Versand des Newsletters nicht mehr verantwortlich zeichnen, weil er die darin zum verbreiteten Behauptungen ebenfalls für zum Teil nicht redlich gehalten habe.

Zur tageszeitung (taz)

In mehreren Gesprächen, zuletzt mit Ken Jebsen, sagte Lenz, er sei von der taz gekündigt worden. Die Ressort-Leiterin des Berlin-Ressorts der taz sagt, sie habe Lenz mitgeteilt, daß das Berlin-Ressort keine Text mehr von Lenz als freiem Autor berücksichtigen wolle nachdem Lenz einen Redakteur des Berlin-Ressort (Erik Peter) beleidigt habe. Anderen Ressorts der taz könne Lenz weiterhin Textangebote unterbreiten, so die Ressortleiterin. In der taz herrscht eine starke Ressort-Autnonomie.

Zur Bundespressekonferenz (BPK)

In der PRESSEMITTEILUNG der KDW vom 6. Mai heißt es: „Nach offizieller Zusage und darauffolgender parteipolitischer Absage durch die BPK am Schiffbauerdamm 40 in Berlin“ habe die BPK eine Pressekonferenz der KDW verhindert.

Eine Sprecherin der BPK teilt mit: „es gab keine Zusage der Bundespressekonferenz, demnach auch keine Absage.“ Von Anfang an sei der KDW angeboten worden, für ihre Pressekonferenz einen Konferenzraum im Tagungszentrum des Vereins der BPK zu mieten. Der große „blaue Saal“, in dem die Bundespressekonferenz stattfindet, sei vom Vorstand der BPK ausgewählten Gästen vorbehalten.

Fazit: Keiner der behaupteten Angriffe halten einem Faktencheck stand und sind alles andere als „redliche Informationen“. Wer nicht redlich ist, sollte die Revolution auch nicht anführen. Entweder besinnt man sich wieder auf die Redlichkeit oder man übergibt die Führung an einen Redlichen.

3 Gedanken zu „„KDW“ im Faktencheck

  1. Ist es nicht zu schwer als fast einzelner an der Spitze redlich zu sein? (Die Ereignisse überschlagen sich, ständig reagieren müssen. Wie soll das Bewusstsein ohne Besinnungspause hinterherkommen?) Könnte die Gemeinschaft nicht mehr entlasten?

  2. Pingback: Antifa enthüllt Querfront-Strukturen | Martin LejeuneMartin Lejeune

  3. Dieser Anselm Lenz scheint ja so eine Soße wie Philipp Ruch vom ZPS Zentrum für politische Schönheit zu sein. Dieser Stil hemmungsloser Verarsche und krimineller Energie ist brandgefährlich. Langjährige Haftstrafen wären wünschenswert. Es scheitert daran, dass Israel deutsche Staatsraison ist.

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