Gerechtigkeit für Nidal Rabih

Fast vierzig Tage ist es her, daß Nidal Rabih durch mehrere Schüsse hinterhältig ermordet wurde und noch immer hat die Polizei die Mörder nicht verhaftet. Vierzig Tage, so lange dauert im Islam die Trauer der Hinterbliebenen. Aus diesem Anlass protestierte die Familie von Nidal Rabih am Sonntag Nachmittag am Tatort des Mordes friedlich gegen die Polizei, die sich von Seiten der Familie Rabih schwere Vorwürfe gefallen lassen muss.

Mahmoud Rabih, der Vater von Nidal, gab mir am Sonntag ein exklusives Interview. Doch zunächst möchte ich der Frage nachgehen, die sich ganz Berlin, ja sogar ganz Deutschland stellt, nach den unzähligen Berichten über Nidals Ermordung und seine Beerdigung in den Zeitungen und TV-Sendern. Diese Frage lautet: Wer war Nidal?

Attendance of Thousands at the funeral of Nidal Rabih

Nidal war ein fürsorglicher Vater von zwei Kindern, stark wie Löwen. Nidals Kinder bezeugen, das er ein guter Vater war.

Nidal war hilfsbereit gegenüber jedem, der Hilfe brauchte. Wer hungrig war und zu Nidal kam und ihm sagte, daß er kein Geld habe, um sich Essen zu kaufen, dem gab Nidal Geld aus seiner eigenen Tasche.

Nidal deckte seinen Tisch für jeden, der Hunger hatte. Nidal war der Vater der Armen. Und auch den Menschen in Palästina spendete er sein Geld. Die Medien, die Nidal in Verbindung setzen mit Gangster-Filmen und Serien wie „4 Blocks“, diese Medien frage ich: Weshalb bringt ihr Nidal nicht mit Robin Hood in Verbindung? Oder mit einem Armenvater?

Nidal war auch ein Schlichter, der den Streit zwischen den Menschen schlichtete.

Und Nidal war jemand, der sich mit allen gut verstand. All diese guten Eigenschaften von Nidal und seine guten Taten, die ihm einen Platz im Paradies geben mögen, werden verdeckt von unzähligen Medien-Berichten, die nur Schlechtes über Nidal berichten. Das hat Nidal nicht verdient, daß die meisten Medien nur Negatives über ihn berichten. Er war nicht derjenige, der 50 Millionen Menschen ermordete. Nidal war kein Mörder.

Nidal machte Fehler in seinem Leben, aber nach seinem Tod hat niemand das Recht, ihn negativ darzustellen. Nidal gehörte nicht zu einem kriminellen Clan, wie immer wieder falsch berichtet wird. Nidal hat es nicht verdient ermordet zu werden. So etwas Schreckliches hat kein Mensch verdient.

Nidal verdient Gerechtigkeit. Seine Mörder sollen ihre gerechte Strafe bekommen. Doch dafür ist es erforderlich, daß die Polizei zunächst die Mörder verhaftet. Weil in dieser Richtung aus Sicht der Familie Rabih nicht genügend getan wird, versammelte sich die Familie am Sonntag am Tatort um gegen die Polizei zu protestieren.

„Wie können die Mörder noch frei sein?“, fragt Mahmud Rabih, der Vater. „Die Polizei weiß, wer sie sind. Sie ermordeten Nidal ohne Masken. Sie gingen entspannt weg vom Tatort. Es gibt Fotos und Videos von den Mördern. Bis heute hat die Polizei sich nicht geäußert zu den Fotos, die von den Mördern veröffentlicht wurden“, klagt Mahmud Rabih.

Er nennt die Ermordung eine „feige Tat“, Nidal vor den Augen seiner Kinder, Frau, Schwestern und Brüder zu ermorden. Nidals Vater fragt: „Wo bleibt die Menschlichkeit?“

Mahmud Rabih erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei, die ihre Arbeit nicht ordnungsgemäß verrichte und in diesem Falle nicht gewißenhaft ermittle. 

Der Vater habe das Gefühl, Täter und Polizei stecken unter einer Decke. „Niemand von der Polizei kam bisher zu mir und erklärte mir, was los ist. Ich bin der Vater. Ich habe ein Recht darauf, zu erfahren, was los ist und was die Polizei tut“, kritisiert Mahmud.

„Wir fühlen uns von der Polizei im Stich gelassen“, spricht der Vater im Namen der Familie Rabih. „Wir haben das Gefühl, von der Polizei hintergangen zu werden.“ Er habe das Gefühl, das von Seiten der Polizei zugunsten der Täter gehandelt werde und nicht zugunsten des Opfers.

Auch beklagt Mahmud, daß sich die Polizei etwa zwanzig Minuten Zeit gelassen habe, bis sie am Tatort nach der Tatzeit eingeschritten sei. Der Vater wirft der Polizei unterlassene Hilfeleistung vor zum Nachteil von Nidal.

Mahmud kritisiert auch den Polizeieinsatz während der Übermalung von Nidals Wandbild am Tatort: „Wie können sie sich so viel Zeit nehmen, um das Bild von Nidal wegzumachen anstatt in dieser Zeit die Mörder zu ermitteln?“

Der Vater richtet direkte Fragen an die Polizei: „Weshalb werden die Fahndungsbilder der Täter nicht veröffentlicht? Und weshalb bezieht die Polizei keine Stellung zu den Fotos der Täter, die Hinterbliebene im Internet veröffentlicht haben?“

Außerdem beklagt der Vater, die Polizei habe Nidal keinen Schutz angeboten, als sie ihn zwei Tage vor seiner Ermordung über seine Gefährdung informiert habe. Auch hier lautet der Vorwurf gegen die Polizei unterlassene Hilfeleistung.

Zudem sei während der Beerdigung von Nidal einigen Trauergästen der Zugang zum Friedhof erschwert worden durch die Polizei, sagt der Vater.

Auch während die Familie Rabih am Sonntag nachmittag am Tatort bei strahlendem Sonnenschein friedlich gegen die Polizei protestierte, hat die Polizei eine Zufahrtsstraße zum Tatort blockiert. „Um den Zugang zum Tatort für Teilnehmer des Protests zu erschweren?“, fragt sich der Vater.

Ich bin als Journalist verpflichtet, auch die Polizei nach ihrer Sicht der Dinge zu befragen. Doch bisher habe ich auf meine Fragen an die Polizei keine Antworten erhalten. Sollte ich zukünftig noch eine Antwort von der Polizei erhalten, so werde ich diese Antwort in einem Update dieses Artikels an dieser Stelle wiedergeben.

Mein Bericht über die Beerdigung von Nidal:

Tausende trauern am Grabe von Nidal Rabih

Zur Übermalung des Bildes von Nidal:

Nidal-Wandbild übermalt

Und wie der Bürgermeister auf meine Berichte reagiert:

Neuköllner Bürgermeister unterdrückt Journalisten

Mahmud, der Vater von Nidal, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Für wen gilt die Solidarität?

Etwa eine Viertel Million Menschen protestierten am 13.10. um 12:00 Uhr am Alexanderplatz auf der „unteilbar“-Demonstration „gegen Ausgrenzung“ in Berlin. Der Veranstalter Lukas Theune verwies mich von dieser Kundgebung in Anwesenheit von mehreren bewaffneten Polizisten. Obwohl ich nichts Unrechtes getan habe.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas unterstützte die „unteilbar“-Demonstration von Rechtsanwalt Theune und rief über die Massenmedien zur Teilnahme auf. Hier ein Beispiel aus der „Berliner Morgenpost„:

Die Tageszeitung „taz“ veröffentlichte am 12.10.2018 ein Interview mit Rechtsanwalt Theune – siehe URL http://www.taz.de/!5539912: Im Interview heißt es über den „unteilbar“-Organisator: „In seiner Freizeit kickt er für Türkiyemspor Berlin. Theune verteidigt auch kurdische Mandanten, denen etwa eine Verbindung zur PKK nachgesagt wird. Ende September war er Anmelder der Demonstration gegen den Besuch des türkischen Präsidenten Erdoğan.“ Der Aufruf zur Demonstration gegen den Besuch des türkischen Präsidenten Erdoğan sagt über DITIB: „Die DITIB verbreitet in ihren knapp 1000 Moscheen nationalistische Kriegspropaganda und schreckt dabei selbst vor der Indoktrinierung von Kindern nicht zurück.“ Warum veranstaltet ein Rechtsanwalt solche Demonstrationen?

  • Auch die PKK-nahe Zeitung „Yeni Özgür Politika“ mobilisiert zur Demonstration am 13.10. um 12:00 Uhr am Alexanderplatz.

  • Und die PKK-nahe Zeitung „Politika Azad“ ruft auf zur Demonstration am 13.10. um 12:00 Uhr am Alexanderplatz.
  • Die Zeitung „Hürriyet“ kündigte die Demonstration an:

Die offizielle Facebook-Seite der „unteilbar“-Demonstration wirbt bis heute für Demonstration gegen den Besuch des türkischen Präsidenten Erdoğan.

Die Menschen, die mich auf der Demonstration angegriffen und ausgegrenzt haben, trugen unter anderem Symbole der DHKP-C, der PKK, YPG und der ANTIFA. Ein Gründungsmitglied der terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) stand direkt neben der Polizei, die mich aus der Versammlung abführte. Ich wurde von Demo-Teilnehmern als „Faschist“ beschimpft, wogegen ich mich mit einer Anzeige wegen Verleumdung wehre.

  • Überhaupt gehörte fast alles was Rang und Namen hat in Deutschland in der Politik (Heiko Maas), in der Kultur (Herbert Grönemeyer) und in der Religion (Aiman Mazyek) zu den Unterstützern der „unteilbar“-Demonstration.
  • Unter anderem die Türkische Gemeinde in Deutschland, die als CHP-nah gilt.
  • Und KOMKAR, der Verband der Vereine aus Kurdistan in Deutschland, der als PKK-nah gilt und auf seiner verifizierten Facebook-Seite ein Verbot des Wolfsgrußes in Deutschland fordert.

(KOMKAR gründete sich übrigens 1979, wenige Monate nach der Gründung der PKK.)

  • Und zu der Demonstration mobilisierte der Zentralrat der Muslime, dessen Präsident Aiman Mazyek gerade über die Ausgrenzung von Muslimen sprach, als ich von der Versammlung ausgeschloßen wurde.
Ich fühlte mich in diesem Moment von Aimans Rede direkt angesprochen. Die mich ausgrenzenden Teilnehmer, Anmelder und Polizisten machen mich zu einem Opfer von Ausgrenzung, über die der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland gerade sprach.
Laut Twitter-Seite des Veranstalters sagte der Bruder Aiman: „Wir sind unteilbar. Viele muslimische Gemeinden sind hier und gehören zu diesem Land.“ – siehe URL https://twitter.com/Unteilbar_/status/1051064165266280448
„Es is nicht selbstverständlich, dass Muslime zu unteilbar gehören und es geht am Ende nicht nur um Flüchtlinge und Minderheiten! Wir müssen raus aus der Komfortzone & Haltung zeigen … Nein zum antimuslimischen Rassismus!“ – siehe URL https://twitter.com/Unteilbar_/status/1051066632624398336
Bevor mich Rechtsanwalt Theune von der Demonstration verwies, wurde ich von mehren Polizisten in Kampfmontur aus der Demonstration abgeführt. Ich wurde am Straßenrand einer Personenkontrolle unterzogen während mich mehrere bewaffnete Polizisten umringten. Augenzeugen haben den Polizeieinsatz gegen mich live per Twitter dokumentiert – siehe URL https://twitter.com/IB_Deutsch/status/1051070128887136256

Die Polizisten kontrollierten mich und überprüften meine Personalien. Während des Polizeieinsatzes wurden auch die Fotos, die ich gemacht habe, von zwei Polizisten kontrolliert. Dies geschah unter Druck mit meiner Zustimmung. Ich wollte lieber meine Fotos vor Ort von der Polizei kontrollieren lassen, damit die Polizisten nicht meinen Fotoapparat beschlagnahmen.

„Solidarität statt Ausgrenzung“ lautet das Motto der Demonstration. Doch für wen gilt die Solidarität?

Die Organisatoren begründeten meinen Ausschluss damit, daß ich Erdoğan-Anhänger sei und Unterstützer türkischer Faschisten – womit die Regierung der türkischen Republik gemeint sein sollte. Wie gesagt, der Veranstalter der heutigen Versammlung „gegen Ausgrenzung“ hat vor wenigen Tagen die große Demonstrationen gegen Erdoğan in Deutschland durchgeführt.

Das Motto der Demonstration lautete „Gegen Ausgrenzung“. Meine Ausgrenzung verleiht dem Motto einen heuchlerischen Beigeschmack.

Diese Versammlung kann nicht gegen die Ausgrenzung sein, sonst würden sie mich nicht ausgrenzen. Also muss diese Versammlung einen anderen Zweck haben. Dies herauszufinden, ist die Aufgabe der investigativen Journalisten.

Eigentlich sollte es in einer Demokratie die Aufgabe der Polizei sein, mich zu unterstützen bei der Ausübung meines Rechts auf Versammlungsfreiheit und auch Presse- und Meinungsfreiheit. Stattdessen hat die Polizei den Rechtsanwalt Theune dabei unterstützt, mich auszugrenzen. Das ist einer Demokratie unwürdig. Das ist ein Polizei- und ein Demokratieskandal.

„Solidarität kennt keine Grenzen!“, fordert der Aufruf zur „unteilbar“-Demonstration (siehe URL https://www.unteilbar.org/aufruf), unterschrieben auch vom Zentral der Muslime. Für wen gilt die Solidarität?

Ich wehre mich gegen Ausgrenzung und ich fordere die Muslime auf, sich auch mit mir solidarisch zu erklären gegen meine Ausgrenzung von der „unteilbar“-Demonstration mit einer Viertel Millionen Teilnehmern. Oder für wen gilt ihre Solidarität?

„Die Polizei meldete keine Zwischenfälle“, heißt es in der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ über die Demonstration – siehe URL https://www.tagesspiegel.de/politik/unteilbar-in-berlin-240-000-demonstrieren-gegen-den-hass/23184248.html

Ist die Ausgrenzung eines friedlichen Bürgers von der Demonstration durch Anmelden und Polizei kein Zwischenfall? Ist das schon ein Normalfall in Deutschland? Die Demokratie schafft sich ab. Einer von 242.000 Menschen wird ausgegrenzt, weil er Erdoğan-Anhänger sei.

German government hosted project with supposed ties to FETÖ

Germany’s Federal Ministry of the Interior, Building and Community hosted the House of One during the open day from 25 until 26 August 2018.

The House of One says that it is „the world’s first shared house of prayer for Jews, Christians and Muslims“. Forum Dialog, formally known as Forum für Interkulturellen Dialog, is a founder of the House of One. Forum Dialog says it is inspired by the „Fethullah Gülen movement“. The „Fethullah Gülen movement“ is classified as a terrorist organization in Turkey under the assigned names Gülenist Terror Organisation (Fethullahçı Terör Örgütü; abbreviation: FETÖ) and Parallel State Structure (Paralel Devlet Yapılanması; abbreviation: PDY).

The Federal German government hosted a project with supposed ties to FET…Ö. Date: 26 August 2018. Place: Federal Ministry of the Interior, Building and Community, Alt-Moabit 140, 10557 Berlin, Germany. All rights of reserved.

Beside The House of One, I saw the Federal Office for Migration and Refugees, the Federal Criminal Police Office and Germany’s Intelligence Agency „BFV“ having information booths at the Federal Ministry of the Interior, Building and Community during the open day.

Only the Federal Government and its ministries with their departments, units and funding projects are permitted to present themselves at the open day.

I saw Dr. Markus Kerber, State Secretary at the Federal Ministry of the Interior, Building and Community, passing by the information booth of the House of One. Secretary Kerber is responsible for the organization of the German Islam Conference (Alman İslam Konferansı) in November 2018.

I wanted to ask Secretary Kerber why the German government is hosting a project with supposed ties to the FETÖ terrorist organization but Secretary Kerber did not approach to my request. His assistant told me that Secretary Kerber cannot talk to me. One moment later, a tall and muscular security guard came to me and told me to leave Secretary Kerber alone.

Close to the information booth of the House of One, I met Thomas Haldenwang, the Vice President of Germany’s Intelligence Agency „BFV“. I asked Vice President Haldenwang why does the German government allows an organization with supposed ties to the FETÖ terrorist organization to present itself at the Federal Ministry of the Interior, Building and Community?

Vice President Haldenwang told me that the „Gülen movement“ – as he called FETÖ – is not classified as a terrorist organization in Germany. According to Vice President Haldenwang, Germany’s Intelligence Agency „BFV“ does not monitor the „Gülen movement“ because it is no security threat to Germany.

I told Vice President Haldenwang that Turkish judges convicted FETÖ members of being involved in the failed coup attempt and that the court hearings revealed evidences that FETÖ was behind the 15 July 2016 coup attempt. Vice President Haldenwang answered that judicial proceedings in Turkey are not reliable to him. He was questioning the independence of justice in Turkey.

Billboards slander President Erdoğan in Berlin

During the Three-day state visit of President Recep Tayyip Erdoğan to Germany, an advertising campaign was harassing the Turkish President.

Alongside the route of his convoy, billboards display the face of President Erdoğan associated with the Nazi salute also known as the Hitler salute.

The use of this salute „Sieg heil!“ („Hail victory!“) is prohibited by criminal law in Germany. This may be one reason why the billboard says „Zieg geil!“ instead of „Sieg heil!“. The main reason of using the „Zieg geil!“ may be its offensive nature.

Translated into English „Zieg geil!“ means „Goat horny!“. Translated into Turkish it means „Keçi azgın“.

„Zieg geil!“ is printed in Tannenberg Fett font. This typography was designed by Erich Meyer in 1933 when Adolf Hitler’s seizure of power took place.

Hitler killed more than six million Jews. President Erdoğan rescued four million Syrians who are hosted as brothers and sisters by Turkey under his presidency. President Erdoğan also saved another three million Syrians in İdlib province by establishing a buffer zone.

All in all, President Erdoğan rescued seven million Syrians and Hitler killed six millions Jews. This is just the biggest difference between President Erdoğan and Hitler. There are many more.

By no means it is admissible to compare or to equalize Adolf Hitler and President Erdoğan. Hitler committed crimes against humanity and war crimes. President Erdoğan fights the war on terror as well as the war on racism and on discrimination and outlawing.

Other billboards alongside the main boulevards of Berlin show President Erdoğan behind a no sign with a red colored circle-backslash symbol. This offensive billboard is slandering President Erdoğan by saying „Erdoğan not welcome“. The billboard also calls on people to join anti-Erdoğan rallies in Berlin on 28 September and in Cologne 29 September.

The billboards which are harassing President Erdoğan are operated by Wall GmbH, an international advertising corporation based in Berlin.

According to media reports, Hans Wall, the founder of Wall GmbH, is a member and donor of Germany’s far right anti-Muslims party AFD (Almanya için Alternatif).

Wall GmbH has a subsidiary in Turkey: the Wall Anonim Şirket in İstanbul.

Ömer Bilgiseven is the CEO of the Wall Anonim Şirket in İstanbul. In February 2018 Mr Bilgiseven was arrested for blackmailing. A media report arouses suspicion that Mr Bilgiseven might have links to the FETÖ terror organisation (Fethullahçı Terör Örgütü).

Update: Wall GmbH said on Twitter after the publications of this article: „The Posters were put in illegally and we are removing them.“ Link to the Tweet: https://twitter.com/wallgmbh/status/1046454555645530112

After this Tweet, I spoke to a law enforcement officer who is dealing with this criminal case. He told me that around 50 billboards slander President Erdoğan by displaying the posters. These billboards are now considered as crime scenes after I published my research at my social media channels.

When I went to another billboard in order to document the offensive against President Erdoğan, a police car drove into my film recording and three police men came into my direction. I published the incident on my YouTube channel:

Photo gallery:

DİTİB Fatih Mosque Chemnitz

Ditib lebt Integration

Mit einer Ansprache hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Ditib-Zentralmoschee in Köln offiziell eröffnet. In seiner Rede befürwortete Präsident Erdoğan eine gleichberechtigte Integration in Deutschland und die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft. So werde das Wir-Gefühl und die Verbundenheit zwischen den Völkern gestärkt. Bereits gestern zitierte Präsident Erdoğan während seiner Rede zum Staatsbankett im Schloss Bellevue Otto von Bismarck:

„Die Liebe der Türken und Deutschen zueinander ist so alt, daß sie niemals zerbrechen wird.“

Man kann Recep Tayyip Erdoğan nicht dankbar genug dafür sein, wie er sich unermüdlich für die deutsch-türkische Freundschaft einsetzt!

Der türkische Präsident forderte, daß Islamophobie und Rassismus effektiv bekämpft werden müssen. Er betonte, daß er die Ausgrenzung von İlkay Gündoğan und Mesut Özil nicht akzeptiere. Die Sportler wurden von weiten Teilen der Bevölkerung ausgegrenzt, nachdem sich Erdoğan mit ihnen traf.

Sein Deutschlandbesuch sei wunderbar und erfolgreich gewesen, sagte Präsident Erdoğan zu geladenen Gästen vor der Moschee. In den Straßen um die Moschee feierten Tausende die Eröffnung.

In den Straßen um die Moschee feierten Tausende die Eröffnung.

 

Weitere Fotos von Martin Lejeune zur Ditib in Deutschland:

Ditib has enabled us to meet

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Armin Laschet, der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, boykottieren die Eröffnungsfeier. Laut Medienberichten nahmen an der Eröffnungsfeier keine Deutschen teil.

Ich verstehe diese Abkapselung in Anbetracht der öffentlichen Meinung in Deutschland.

Ich habe schon viele Staatsbesuche erlebt in den Jahren, in denen ich in Berlin wohne. Zum Beispiel Staatsbesuche von Obama, Putin, Sissi oder Netanyahu – allesamt umstrittene Staatsoberhäupter. Aber ich habe noch niemals einen Staatsbesuch erlebt, bei dem der Staatsgast so unerwünscht war wie bei dem derzeitigen Staatsbesuch von Präsident Erdoğan.

Ich habe auch nach tagelangem Suchen keine deutschsprachigen Schlagzeilen von in Deutschland erscheinenden Medien gefunden, die den Staatsbesuch von Präsident Erdoğan wohlwollend reflektierten.

Zwei Beispiele:

»Mit der Einweihung der neuen DITIB-Moschee in Köln durch den türkischen Präsidenten Erdoğan wird politischem Islam und türkischem Nationalismus der Weg in die deutsche Gesellschaft bereitet« (Deutsche Welle, 26.09.2018)

»Erdoğans Kaserne und seine Soldaten – mitten In Köln. Wie die Unterwerfung einer Stadt gefeiert wird.« (Tichys Einblick über die Zentralmoschee, 27.09.2018)

Ditib versorgt mit ihren ca. tausend Moscheen in Deutschland die Muslime mit Orten zum Beten. Das ist eine gemeinnützige Wohltat, die Respekt verdient. Keine andere Organisation stellt den Muslimen in Deutschland so viele Moscheen zur Verfügung wie die Ditib. Durch diese Tatsache erhält die Ditib ihre herausragende Stellung.

Diese herausragende Stellung der Ditib als Dienstleister der Muslime und als soziale Einrichtung wird nicht anerkannt in Deutschland. Weder von der Gesellschaft, noch von der Politik oder von Seiten der Medien.

Die Eröffnung der Zentralmoschee als größte Moschee Deutschlands unterstreicht die herausragende Stellung der Ditib noch einmal. Umso größer wirkt der Kontrast zwischen Ditibs Stellung und dem Boykott deutscher Persönlichkeiten an der Eröffnungsfeier der Zentralmoschee.

Vor einigen Tagen wurden ein Bruder und ich in eine Ditib Moschee in Chemnitz eingeladen. Wir fühlten uns sehr willkommen. Die Menschen in der Ditib Moschee in Chemnitz haben uns in ihr Herz aufgenommen. Es war eine Begegnung der deutsch-türkischen Freundschaft.

Am Freitag hörte ich die Predigt in einer Ditib Moschee in Berlin. Sie wurde ins Deutsche übersetzt, so daß ich alles verstehen konnte, was der Hoca predigte. Mehr kann man auf Deutsche nicht zugehen wie die Ditib!

Zu der Eröffnungsfeier ihrer Zentralmoschee hat die Ditib auf ihrer Facebook-Seite all ihre deutschen Freunde eingeladen. Dort hieß es wortwörtlich:

»Alle unsere deutschen und türkischen Freundinnen und Freunde sind herzlich eingeladen.«

Wenn das keine gelebte Integration ist, was dann?

Nidal-Wandbild übermalt

Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke fordert Mitte September 2018, palästinensischen und anderen arabischen Familien in Berlin die Kinder wegzunehmen: „Nehmt den Clans die Kinder weg!“ (Titelseite der B.Z.)

Das Wandbild von Nidal in Berlin Neukölln wurde übermalt. Von rechts nach links übermalten zwei Personen in weißen Anzügen das Wandbild von Nidal im Beisein des stellvertretenden Neuköllner Bezirksbürgermeisters Falko Liecke (CDU).

Sollte Nidal durch das Übermalen seines Bildes aus dem öffentlichen Gedächtnis gelöscht werden? Wollen Politiker verhindern, daß seiner gedenkt wird, weil es um einen Palästinenser geht? Mußte das Wandbild weg, weil Nidal darauf eine Kufiyeh trägt? Die Kufiyeh, das sogenannte Palästinenser-Tuch, wurde zum internationalen Symbol der Solidarität mit dem nationalen Befreiungskampf der Palästinenser.

„Es hatte ja schon Ausmaße einer Glorifizierung. Und eine Glorifizierung eines Intensivtäters halte ich nicht für angemessen“, kommentiert Martin Hikel, Neuköllner Bezirksbürgermeister die Übermalung des Nidal-Wandbildes live im Fernsehsender WELT.

Martin Heikel, Neuköllner Bezirksbürgermeister, posiert vor dem Nidal-Wandbild im Studio des Fernsehsenders WELT.

Die schwereren Straftaten von Nidal liegen bereits viele Jahre zurück.

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob das Wandbild von Nidal hätte gemalt werden sollen. Wo es nun schon einmal da war, hätten Politiker es nicht unbedingt wieder übermalen lassen müssen. So wie es übermalt wurde – heimlich, in aller Frühe, undemokratisch – erinnert es an eine Handlung bei Nacht und Nebel. Das Übermalen des Nidel-Wandbildes ist ein Angriff auf die Kunstfreiheit.

„Das Bild ist Geschichte“, feiert der stellvertretende Bürgermeister Liecke seinen politischen Erfolg. Er wertet das Übermalen des Wandbildes von Nidal als „klare Ansage an kriminelle Banden“ in Berlin. Damit soll eine „weitere Stilisierung des Verbrechers“ verhindert werden.

Alle kannten Nidals Sünden. Nur wenige kannten seine Reue.

Nidal war nicht Teil des organisierten Verbrechens. Er gehörte keiner kriminellen Struktur an. Nidal ist mit keiner „Bande“ oder „Clan“ verwandt gewesen!

Eine Lüge wird nicht zur Wahrheit, auch wenn sie tausendmal wiederholt wird.

Die Wand solle nun von Kindern aus einer Neuköllner Jugendeinrichtung neu gestaltet werden. Was sollen die Kinder im Auftrage des stellvertretenden Neuköllner Bezirksbürgermeisters jetzt an die Wand malen?

Wurden die Kinder denn überhaupt schon gefragt, ob sie dort überhaupt etwas (anderes) hinmalen wollen?

Und seit wann gibt es Graffiti-Aufträge von Seiten der Politiker? An Kinder? Diese Politiker benutzen die Kinder! Das alles erinnert mich an die Zustände in der DDR, in der die Politiker den Künstler befahlen, was sie zu malen haben: „Ihr malt jetzt ein Bild von Karl Marx an diese Wand!“ Ist das demokratisch?

Wie äußert sich Falko Liecke auf seiner Facebook-Seite zum Nidal-Wandbild?

„Jedenfalls eine der zwei angrenzenden Jugendeinrichtungen erfährt seit dem Tötungsdelikt zum Nachteil von Nidal R. und umso mehr seit der Anbringung des Wandbildes Auseinandersetzungen zwischen dort aufhältigen Jugendlichen. Nach eigenen Angaben der Jugendeinrichtung sind diese Debatte und daraus resultierende Konflikte ‚ein herber Schlag‘ für die Arbeit mit den oft bereits selbst strafrechtlich vorbelasteten Jugendlichen. Die vor Ort eingesetzten Sozialarbeiter haben bereits über eine zeitweilige Schließung ihrer Einrichtung nachgedacht. Jedenfalls am 18. September wurden die Jugendlichen gebeten, die Einrichtung nicht aufzusuchen.“

Hierzu möchte ich anmerken: Die Jugendeinrichtung hat geschlossen, um die Jugendlichen vor den aggressiv auftretenden Medien zu schützen. Journalisten werden übergriffig gegenüber Jugendlichen, denen sie bei der Jugendeinrichtung vor dem Wandbild auflauern.

Und von einem „Tötungsdelikt zum Nachteil von Nidal“ zu schreiben, ist schon sehr nüchtern ausgedrückt für die Tatsache, daß Nidal von zahlreichen Kugeln zerfetzt wurde vor den Augen seiner Ehefrau und seines Sohnes.

Zu den Politikern und Medien, die behaupten, daß das Wandbild von Nidal übermalt werde, um keinen „Wallfahrtsort“ entstehen zu lassen. Ein Bild an einem Ort ist ja noch lange kein „Wallfahrtsort“. Laut Duden ist eine Wallfahrt eine aus verschiedenen religiösen Motiven unternommene Fahrt, Wanderung zu einem Wallfahrtsort, einer heiligen Stätte.

Lourdes ist z. B. ein Wallfahrtsort, Kerbela und Jerusalem sind Wallfahrtsorte. Einen Ort, an dem sich ein Bild befindet, welches einem nicht gefällt, als „Wallfahrtsort“ zu bezeichnen, würdigt alle religiösen Anhänger von Wallfahrtsorten herab. Ein Wallfahrtsort wird auch nicht wegen Bildern zum Wallfahrtsort, der Gebrauch des Wortes „Wallfahrtsort“ ist hier vollkommen unangemessen.

Neuköllner Bürgermeister unterdrückt Journalisten

Am frühen Morgen des 20. Septembers warfen mutmaßliche PKK-Unterstützer Steine und Brandsätze auf einen türkischen Bildungsverein im Berliner Bezirk Neukölln.

Der Verein, der auch Koran lehrt, wurde gegen 18 Uhr besucht von Martin Hikel, Bürgermeister von Neukölln. Ich stand auf der Straße vor dem Verein und fotografierte, wie der Bürgermeister auf die zerstörte Fensterscheibe schaute.

Ich habe nicht gestört, nichts gesagt. Ich bin nur dort gestanden auf der Straße und habe das Foto vom Bürgermeister gemacht.

Der Bürgermeister kommt auf mich zu, stellt sich vor mich und schaut auf mich herab. Weder grüßt er mich, noch stellt er sich mir vor. Ich sehe ihn zum ersten Mal in meinem Leben. Ich bin ihm wohl bekannt, der er spricht mich an mit dem Namen meiner Familie.

Er sagt zu mir: “Herr Lejeune, Sie dürfen mich nicht fotografieren und Sie löschen die Fotos, die Sie von mir gemacht haben, sonst verklage ich Sie! ich verachte die Medien, für die Sie arbeiten. Sie gehen jetzt weg von hier. Verlassen Sie den Ort!“

Er spricht diese Worte mit Bestimmtheit und mit der Autorität eines Bürgermeisters.

Der Bürgermeister trägt am Kragen seines Anzugs ein Hoheitszeichen des Landes Berlin, das Wappen des Bezirks Neukölln.

Der Bürgermeister mißbraucht sein öffentliches Amt, um seine persönliche Abneigungen aus seiner geschützten Position gegen einen Journalisten auszuleben, mit dessen Arbeitsweise er nicht einverstanden ist.

Es waren noch andere Journalisten da, die auch fotografiert haben und die nicht angegriffen und ausgegrenzt wurden.

Es ist nicht die Aufgabe eines Bürgermeisters, Journalisten auszuwählen, die ihn fotografieren dürfen und die ihn nicht fotografieren dürfen. Ein Bürgermeister sollte neutral sein gegenüber allen Journalisten, unabhängig davon ob er persönlich deren Arbeit mag oder nicht.

So wie mich der Bürgermeister behandelt, fühle ich mich angegriffen und ausgegrenzt. Ich empfinde das Verhalten des Bürgermeisters als einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Der Bürgermeister und ich, wir verfolgen an diesem Ort, an dem er mich angreift und ausgrenzt, dieselben Ziele. Solidarität mit den angegriffenen Türken und Muslimen. Warum sollten wir uns gegenseitig in der Ausübung unserer gelebten Solidarität behindern? Es geht hier eigentlich weder um ihn noch um mich, sondern um die Opfer des Terroranschlags.

Darf ein Bürgermeister, der gegen 18 Uhr einen Tatort auf einer öffentlichen Straße besichtigt, dem Journalisten das Fotografieren verbieten? Wer ist hier im Recht? Der Bürgermeister oder der Journalist?

Während der Bürgermeister mir verboten hat, ihn zu fotografieren, mich aufforderte, meine Fotos zu löschen, mir drohte, mich zu verklagen und mich aufforderte, den Ort zu verlassen, wurde er von Anwesenden gehört. Einer der Anwesenden ist auch Journalist, auch Muslim und schwieg. Soll man sprechen oder schweigen, wenn einem Menschen Unrecht getan wird?

Wo ist der Unterscheid zwischen Martin Lejeune und dem anderen Journalisten, der auch Muslim ist. Das ist eine Ungleichbehandlung, besonders weil seine Kompetenzen nicht so weit gehen, jemanden von der Straße zu verweisen und die Arbeit eines Journalisten zu beenden. Es ist sein Bezirk, aber nicht sein Privatgrundstück.

Man kann, um die Demokratie zu schützen, nicht die Demokratie außer Kraft setzen.

Inshallah achtet der Bürgermeister in Zukunft die Pressefreiheit, die Teil ist unserer freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Gerade in Zeiten, in denen diese freiheitliche und demokratische Grundordnung gefährdet scheint, ist es wichtig, daß öffentliche Amtspersonen wie der Bürgermeister keine Zweifel an ihrer Verfassungstreue entstehen lassen.

Ansonsten könnte der Eindruck entstehen, der Bürgermeister mißbrauche sein Amt für persönliche Neigungen.

Attack against educational association that teaches Quran

Auf die Veröffentlichung der Bilder, die ich vom Bürgermeister machte, verzichte ich aus Gründen des Respekts, nicht aus Angst vor seiner Klage.

Der Bürgermeister tritt regelmäßig im Fernsehen auf und weist auch durch seine öffentlich zugänglichen Einträge in den sozialen Medien auf die TV-Auftritte hin.

Der Bürgermeister präsentiert sich auf Facebook auch im Auto durch ein öffentlich zugängliches Posting. Wer sich als öffentliche Amtsperson und absolute Person der Zeitgeschichte derart exponiert, wird sich vor Gericht relativ wenig Chancen einräumen können, wenn er einen Journalisten und Fotografen verklagt wegen der Veröffentlichung eines Fotos, das ihn mit anderen Journalisten beim Besuch eines Tatorts in seinem Bezirk zeigt.

 

Auf dem Marktplatz der vielen Botschaften

Wir fahren als muslimische Beobachter der sozialen Situation und der politischen Veränderungen nach Köthen, um vor Ort Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Imperial Eagle & Black Sun (a symbol employed by the SS during the Nazi era, and in this post-Third Reich context by neo-Nazis)

Wir wollen einen authentischen O-Ton einfangen in Zeiten der „Fake news“. Was als Informationen sammeln gedacht war, endet in einem Angriff auf uns. Ein Angriff, der nicht repräsentativ ist für die Bürger und Besucher Köthens.

Unsere Ankunft in Köthen beginnt mit der Suche nach der verlorenen Moschee. Wir gaben aus Westberlin kommend in unserem Navi als Ziel „Moschee in Köthen“ ein und bekamen von Google die „Türkisch-Islamische Gemeinde Köthen e.V.“ in der Baasdorfer Straße als Ziel unserer Route angezeigt.

Als uns das Navi sagte: „Sie haben Ihr Ziel erreicht“, wollten wir in der Köthener Moschee das Mittagsgebet verrichten. Doch an der im Navi angezeigten Adresse der „Türkisch-Islamischen Gemeinde Köthen e.V.“ stand ein Wohnhaus und keine Moschee.

Interessiert beobachtete unsere Suche ein Senior, der sich aus dem Fenster seiner Wohnung lehnte. Er stellte sich uns als Hausmeister Krause vor, der ehrenamtlich mit Studierenden und Bürgern aus aller Welt gearbeitet habe. Er antworte sehr freundlich auf unsere Frage, wo die Moschee sei: „So was gibt es hier nicht.“

Im nächsten Moment kreuzten zwei Zeitungsausträger unseren Weg. Auch sie kamen gern mit uns ins Gespräch, kannten jedoch ebenfalls keine Moschee im Ort. Offensichtlich sind die Köthener sehr freundlich und auskunftsbereit.

Geschäfte, die sonst am Sonntag geöffnet sein sollen, waren an diesem Sonntag, dem 16. geschlossen.

Es waren zur Mittagszeit nur vereinzelt Menschen auf den Straßen der Innenstraßen anzutreffen. Wir fragten beharrlich die  Köthener, die uns begegneten, nach dem Weg zur nächsten Moschee.

Weil auch niemand anderes von den freundlichen Passanten eine Moschee kannte, beteten wir auf dem Parkplatz hinter dem Marktplatz. Wir beteten unter Polizeischutz. Ständig kamen Polizisten an uns vorbei. Wir fühlten uns sehr sicher.

Auch Christen standen an diesem Sonntage in Köthen im Gebet und baten den Herrn um dieselbe Sache. Nicht nur in der an jedem Sonntagvormittage stattfindenden Messe, sondern auch in einem zusätzlichen für diesen Tag einberufen Friedensgebet am Nachmittag. Wir fanden in der Jakobskirche am Marktplatz eine aktive christliche Gemeinde vor, die für den Frieden betete und eine Schar weißer Tauben in den Himmel entsandte. 

Die Christen von Köthen nahmen uns freundlich auf. Wir fühlten uns willkommen und sicher.

Um 17.30 Uhr begann die Demonstration „Getötet, verleugnet, vergessen, wie oft noch?“ veranstaltet von einem Bündnis aus „Zukunft Heimat“, „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA), „Ein Prozent“, „Kandel ist überall“ und „Compact“ (eine Zeitschrift).

Wir begegnen Sven Liebig aus Halle an der Saale. Er ist ein gesprächsbereiter und engagierter Mensch. Er trägt ein rotes T-Shirt mit der Aufschrift „JE SUIS CHEMNITZ“ und hält in beiden Händen zwei Stangen, zwischen denen ein grosses Transparent gespannt ist.

Auf der einen Seite des Transparents steht: „KAUFT KEINE Lügen Presse!“. Auf der anderen Seite: „WIR SIND CHEMNITZ! WIR WOLLEN KEINE MESSERMÄNNER!“ Mit einem Messer In Chemnitz wurde vor drei Wochen ein Mann erstochen – daraufhin kam es zu Hetzjagden. Herr Liebig gibt uns ein Interview. Herr Liebig hat eine Position. Er weiß, was er will und kann dies selbstbewußt vermitteln. Er sagt: „Ich kenne einen friedlichen Muslim.“

Neben Herrn Liebig treffen wir einen Mann, auf dessen gelbem T-Shirt die Aufschrift steht: „Abschiebeflieger. Anatolien Airlines. Eure Heimat wartet schon …und Tschüß.“ In seiner Hand hält er ein Blatt Papier mit der Botschaft: „WER GLAUBT DENN AN DEN WEIHNACHTSMANN VON WEGEN HERZINFAKT !!! KRIMINELLE AUSLÄNDER SOFORT RAUS !!!“ Presseberichten nach starb in Köthen vor einer Woche ein junger Mann an einem Herzinfarkt, nachdem er sich auf einem Spielplatz gestritten habe. Es kam zu spontanen Märschen.

Ein Mann, auf dessen schwarzem T-Shirt „Deutschland“ steht, hält uns ein Schild entgegen mit der Aufschrift „Migranten, verpisst euch, nehmt Merkel mit, eure Moscheen, eure Messer und Dönerbuden! Kommt niemals wieder und lasst uns in Ruhe! DAS DEUTSCHE VOLK“ .

Während der politischen Reden und überzeugenden „Merkel muss weg!“-Rufen gingen wir durch die Versammlung und sprachen mit weiteren Teilnehmern. Ein stolzer Patriot mit Deutschlandfahne in der Hand sagte zu uns: „Wir wollen hier keine Muslime. Deutschland den Deutschen!“ – Wir sagten ihm: „Wir sind Deutsche. Wir sind Muslime. Wir wollen wie Sie in Frieden und Sicherheit in Deutschland leben.“

Währenddessen hat eine Gruppe Männer auf dem Marktplatz ein circa 15 Meter breites Banner mit der Forderung „Remigration!“ gespannt.

Ein „Merkel muss Weg!“-Rufer hält ein grünes Schild. Darauf steht: „Massenzuwanderung ist Völkermord“.

Ein Mann hält in seiner Hand eine schwarze Fahne mit den Worten „Islamists not welcome. Stay back or we’ll kick you back.“ Dazu befragen wir ihn. Der Mann antwortet, daß er kein Englisch spreche.

Wir übersetzen ihm den Fahnenaufdruck ins Deutsche: „Das heißt ‚Islamisten nicht willkommen. Bleibt zurück oder wir treten euch zurück‘“. Der Mann erklärt: „Das ist eine Fahne, die hat die Identitäre Bewegung ausgegeben. Die hat mein Sohn über das Internet bestellt.“

Wir möchten von ihm wissen: „Was heißt für Sie Islamist?“ – Er antwortet: „Das sind die Kämpfer, das sind die aktiven Kämpfer. Die mit der Maschinenpistole.“

Bevor wir mit ihm weitersprechen können, kommt eine Gruppe Männer auf uns zu. Einer schnauzt uns an: „Ey was bist Du denn für ein Wichser! Ey verpiss Dich, Alter! Geh weiter! Willst Du was auf die Fresse?“

Das ist ja wie damals im Buddelkasten im Kindergarten, wo einer von den bösen Jungs auf Dich zukam, während du Sandkuchen gebacken hast und sich gefragt hat, wie er dich jetzt fertig machen kann.

Dieser Herr, der uns da so wenig charmant adressiert, ist anscheinend gar nicht interessiert an unserer Dialogbereitschaft und wohlmöglich sogar kontraproduktiv in eigener Sache.

Wenn die Versammlungsteilnehmer weitere Bürger für ihre Sache gewinnen wollen, dann sollten sie doch nicht interessierte Bürger vertreiben. Diese Vierergruppe hat uns vergrault mit ihrem aggressivem Verhalten. Da wollte offenbar jemand einen Streit vom Zaum brechen.

Das Verhalten dieser Randgruppe steht im Widerspruch zur Verlautbarung des Veranstalters der 17:30 Uhr-Kundgebung, der sich gegen Gewalt aussprach.

Daran hält sich der Wortführer der Vierergruppe nicht und fordert: „Ey geht weiter! Lass doch den Mann zufrieden!“

Da kommen Muslime zum Fahnenträger, die von Frechdachsen bedroht werden, obwohl sie in guter Absicht kamen. Der Fahnenträger steht auf der falschen Seite, hat es aber noch nicht gemerkt. Oder doch? Vielleicht wird er die schwarze Fahne in Zukunft nicht mehr tragen.

Diese Vierergruppe, die unser Interview mit dem Fahnenträger stört, möchte jeglichen Dialog verhindern.

Der Krieger des Schatten möchte unsere Dialogarbeit, das kleine Licht in der Dunkelheit der Islamfeindlichkeit, auslöschen.

„Du sollst Dich verpissen! Du sollst aufhören zu atmen, Du Salafistenschwein!“, faucht der Krieger des Schattens uns an.

Weshalb sehen sie uns als Feinde?, fragen wir uns. Die Antwort ist klar. Der Krieger des Schatten sieht sich selber. Er erkennt sich in uns. Das Gegenüber ist ein Spiegel von sich selbst. Erst wenn Du das Schlechte in Dir vollkommen ausgelöscht hast, kannst Du den anderen lieben.

Weil uns die Männer physisch näher kommen, uns auf die Pelle rücken, mit den Händen rumfuchteln und bedrohlich wirken, ziehen wir uns zurück Richtung Polizei.

Da muß man fast auf die Fresse kriegen, um zu erfahren, daß man als Muslim auf so einer Kundgebung nichts zu suchen hat.

Wir beenden unsere Mission mit einem Gebet an der Tankstelle hinter der Ortsausfahrt von Köthen. Wir können dankbar sein, wie Allah uns Dinge lehrt aus einer einzigen Situation.

Was auf dieser Versammlung in Köthen von den Teilnehmern kommuniziert wurde, zeigt mir: „Es besteht eine permanente latente Gefahr für Muslime in Deutschland. Die Gefahr wird regelmäßig akut, siehe Brandanschläge auf Muslime in Solingen und Mölln, die Serie von Mordanschlägen auf Muslime durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und Bombenanschläge auf Moscheen wie in Dresden. 

Die Frage, in wie weit der Staat bei diesen Terroranschlägen seine Finger mit im Spiel hatte, kann so lange nicht geklärt werden, wie entsprechende Dokumente nicht frei gegeben werden. Der Moschee-Bombenattentäter, der vor drei Wochen zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde, war PEGIDA-Aktivist. Gestern sah ich Menschen mit PEGIDA T-Shirts neben den vier Männern stehen, die uns angegriffen haben. Während liberale Intellektuelle im Fernsehen die Frage „Was ist Wahrheit in postfaktischen Zeiten?“ diskutieren, ist für uns Muslime die Gefahr für Leib und Leben real.

Allerdings standen diejenigen, die Hassbotschaften auf dem Marktplatz äußerten, auf Botschaften der Liebe, die von Köthener Bürgern zuvor auf den Asphalt des Marktplatzes gemalt wurden. Und auf demselben Marktplatz standen zwei Stunden zuvor die Christen der Stadt und beteten für den Frieden. Solange sich diese Christen schützend vor die Muslime stellen, erhöht sich die Überlebenschance von Muslimen in Deutschland.