Die Reklame von Katjes ist Pink-Washing der Unterdrückung

Das Land Berlin diskriminiert Muslimas mit Hijab per Gesetz. Derzeit propagieren in Berlin riesige Reklame-Flächen gefakte Diversität, rassistischen Kapitalismus und kulturelle Aneignung.

Katjes-Reklame mit Fall von gefakter Diversität, rassistischem Kapitalismus und anmaßender kultureller Aneignung geht am Alexanderplatz Berlin am 1.02.2018. Foto: Martin Lejeune

Was ist das für ein Unrechts-Staat, in dem wir leben? Muslimas mit Hijab dürfen nicht als Lehrerinnen, nicht als Professorinnen, nicht als Staatsanwältinnen, nicht als Richterinnen, nicht als Polizistinnen, nicht einmal als Praktikantinnen in einer Schule arbeiten. Und der rote Bürgermeister, der im roten Rathaus am Alexanderplatz regiert, blickt dort seit 1. Februar auf ein pinkfarbenes Plakat, das eine vermeintliche Muslima mit pinkfarbenem Hijab zeigt, die für halal-Fruchtgummi wirbt. Die Katjes-Reklame ist von der Werbeagentur Antoni Jellyhouse in Berlin gestaltet worden.

Der Skandal: Wäre das Gebäude am Alexanderplatz, an dem die Katjes-Werbung hängt, ein öffentliches Gebäude, dann dürfte die Muslima mit Hijab in diesem Gebäude nicht arbeiten als Lehrerin, Richterin, etc.

Ich klage an Katjes und die Agentur Antoni, das systematische Unrechtsregime, das Muslimas mit Hijab in Berlin unterdrückt, mit seiner Reklame zu unterstützen. Diese Reklame ist Pink-Washing im wahrsten und im übertragenen Sinne des Wortes zugleich. Die Muslima (die wohlmöglich gar keine ist) generiert mit ihrem pinken Hijab in der Katjes-Werbung eine simulierte, vorgetäuschte Glückseeligkeit, die nicht existiert angesichts der real existierenden Unterdrückung aller Muslimas mit Hijab in Berlin.

Reklame ist Propaganda. Und Katjes und Antoni stützen mit ihrer Pink-Washing-Propaganda das unterdrückerische Unrechtsregime in Berlin. Hinzu kommt die mißbräuchliche kulturelle Aneignung des Hijabs durch den mutmaßlichen Marketing-Fake, der eine mutmaßliche christliche Serbin als vermeintliche Muslima mit Hijab ausgibt.

Zudem machen sich Katjes und die Werbeagentur Antoni der Fake-Diversity schuldig, also der gefakten, simulierten, vorgetäuschten Vielfalt.

Solange Muslimas mit Hijab nicht die gleichen Bürgerrechte haben in Berlin wie alle anderen Bürgerinnen der Stadt und solange Muslimas mit Hijab nicht partizipieren dürfen am öffentlichen Dienst in Berlin, solange praktiziert die Werbung vom Katjes-Model mit dem pinken Hijab das Pink-Washing dieses Unterdrücker-Regimes in Berlin.

Ich fordere Katjes auf, seiner sozialen Verantwortung als Unternehmen gerecht zu werden und seine finanziellen Ressourcen einzusetzen, um auf den Gesetzgeber und die Regierung von Berlin einzuwirken, die Unterdrückung von Muslimas mit Hijab zu beenden. Anstatt das Geld für das Pink-Washing der Unterdrückung auszugeben.

Saturn als Vermieter der Werbefläche ist Komplize beim Pink-Washing von Katjes. Und auch die Doğan Yayın Holding A.Ş. (DYH), der das Gebäude mit der Fake-Reklame gehört, muß endlich ihrer gesellschaftliche Verantwortung nachkommen und sich gegen gesetzlich vorgeschriebene Diskriminierung engagieren.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin teilt zum Berufsverbot für Hijabis mit: “Das Neutralitätsgesetz entstand im Jahr 2005, nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, dass es „dem demokratischen Landesgesetzgeber obliege, das unvermeidliche Spannungsverhältnis zwischen positiver Glaubensfreiheit einer Lehrerin oder eines Lehrers einerseits und der staatlichen Pflicht zu weltanschaulich- religiöser Neutralität, dem Erziehungsrecht der Eltern sowie der negativen Glaubensfreiheit der Schülerinnen und Schüler andererseits unter der Berücksichtigung des Toleranzangebotes zu lösen und im öffentlichen Willensbildungsprozess einen Kompromiss zu suchen“ (vgl. BVerfG vom 24.09.2003 – 2 BvR 1436/02-Rz. 47).

Mit dem Neutralitätsgesetz hat der Berliner Gesetzgeber für die gesamte Verwaltung und damit auch für die Berliner Schule ein Gesetz geschaffen, das gerade in der Großstadt Berlin, in der ca. 250 Konfessionen und weltanschauliche Überzeugungen zusammentreffen, der staatlichen Neutralitätspflicht eine stärkere distanzierende Bedeutung beimisst, um diese Weise die stabilisierende und friedenssichernde Funktion des Staates zu garantieren.

Nach § 2 Neutralitätsgesetz dürfen Lehrkräfte und andere Beschäftigte mit pädagogischen Auftrag in den öffentlichen Schulen innerhalb des Dienstes keine sichtbaren religiösen oder weltanschaulichen Symbole, die für die Betrachterin oder den Betrachter eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft, und keine auffallenden religiös oder weltanschaulich geprägten Kleidungsstücke tragen.

Nach § 3 gilt das Verbot aber nicht für Lehrkräfte an Berufsschulen und an Einrichtungen des Zweiten Bildungsweges. Auch für Lehrkräfte im Religions- und Weltanschauungsunterricht gilt es nicht (§ 2 Satz 3). Für Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulen) findet das Gesetz keine Anwendung.”

Lesen Sie auch http://www.martinlejeune.de/katjes

 

Ein Gedanke zu „Die Reklame von Katjes ist Pink-Washing der Unterdrückung

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