Ditib lebt Integration

Mit einer Ansprache hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Ditib-Zentralmoschee in Köln offiziell eröffnet. In seiner Rede befürwortete Präsident Erdoğan eine gleichberechtigte Integration in Deutschland und die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft. So werde das Wir-Gefühl und die Verbundenheit zwischen den Völkern gestärkt. Bereits gestern zitierte Präsident Erdoğan während seiner Rede zum Staatsbankett im Schloss Bellevue Otto von Bismarck:

„Die Liebe der Türken und Deutschen zueinander ist so alt, daß sie niemals zerbrechen wird.“

Man kann Recep Tayyip Erdoğan nicht dankbar genug dafür sein, wie er sich unermüdlich für die deutsch-türkische Freundschaft einsetzt!

Der türkische Präsident forderte, daß Islamophobie und Rassismus effektiv bekämpft werden müssen. Er betonte, daß er die Ausgrenzung von İlkay Gündoğan und Mesut Özil nicht akzeptiere. Die Sportler wurden von weiten Teilen der Bevölkerung ausgegrenzt, nachdem sich Erdoğan mit ihnen traf.

Sein Deutschlandbesuch sei wunderbar und erfolgreich gewesen, sagte Präsident Erdoğan zu geladenen Gästen vor der Moschee. In den Straßen um die Moschee feierten Tausende die Eröffnung.

In den Straßen um die Moschee feierten Tausende die Eröffnung.

 

Weitere Fotos von Martin Lejeune zur Ditib in Deutschland:

Ditib has enabled us to meet

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Armin Laschet, der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, boykottieren die Eröffnungsfeier. Laut Medienberichten nahmen an der Eröffnungsfeier keine Deutschen teil.

Ich verstehe diese Abkapselung in Anbetracht der öffentlichen Meinung in Deutschland.

Ich habe schon viele Staatsbesuche erlebt in den Jahren, in denen ich in Berlin wohne. Zum Beispiel Staatsbesuche von Obama, Putin, Sissi oder Netanyahu – allesamt umstrittene Staatsoberhäupter. Aber ich habe noch niemals einen Staatsbesuch erlebt, bei dem der Staatsgast so unerwünscht war wie bei dem derzeitigen Staatsbesuch von Präsident Erdoğan.

Ich habe auch nach tagelangem Suchen keine deutschsprachigen Schlagzeilen von in Deutschland erscheinenden Medien gefunden, die den Staatsbesuch von Präsident Erdoğan wohlwollend reflektierten.

Zwei Beispiele:

»Mit der Einweihung der neuen DITIB-Moschee in Köln durch den türkischen Präsidenten Erdoğan wird politischem Islam und türkischem Nationalismus der Weg in die deutsche Gesellschaft bereitet« (Deutsche Welle, 26.09.2018)

»Erdoğans Kaserne und seine Soldaten – mitten In Köln. Wie die Unterwerfung einer Stadt gefeiert wird.« (Tichys Einblick über die Zentralmoschee, 27.09.2018)

Ditib versorgt mit ihren ca. tausend Moscheen in Deutschland die Muslime mit Orten zum Beten. Das ist eine gemeinnützige Wohltat, die Respekt verdient. Keine andere Organisation stellt den Muslimen in Deutschland so viele Moscheen zur Verfügung wie die Ditib. Durch diese Tatsache erhält die Ditib ihre herausragende Stellung.

Diese herausragende Stellung der Ditib als Dienstleister der Muslime und als soziale Einrichtung wird nicht anerkannt in Deutschland. Weder von der Gesellschaft, noch von der Politik oder von Seiten der Medien.

Die Eröffnung der Zentralmoschee als größte Moschee Deutschlands unterstreicht die herausragende Stellung der Ditib noch einmal. Umso größer wirkt der Kontrast zwischen Ditibs Stellung und dem Boykott deutscher Persönlichkeiten an der Eröffnungsfeier der Zentralmoschee.

Vor einigen Tagen wurden ein Bruder und ich in eine Ditib Moschee in Chemnitz eingeladen. Wir fühlten uns sehr willkommen. Die Menschen in der Ditib Moschee in Chemnitz haben uns in ihr Herz aufgenommen. Es war eine Begegnung der deutsch-türkischen Freundschaft.

Am Freitag hörte ich die Predigt in einer Ditib Moschee in Berlin. Sie wurde ins Deutsche übersetzt, so daß ich alles verstehen konnte, was der Hoca predigte. Mehr kann man auf Deutsche nicht zugehen wie die Ditib!

Zu der Eröffnungsfeier ihrer Zentralmoschee hat die Ditib auf ihrer Facebook-Seite all ihre deutschen Freunde eingeladen. Dort hieß es wortwörtlich:

»Alle unsere deutschen und türkischen Freundinnen und Freunde sind herzlich eingeladen.«

Wenn das keine gelebte Integration ist, was dann?