Terroranschlag auf Synagoge in Halle an der Saale

Bei dem antisemitisch und rechtsextremistisch motivierten Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale wurden zwei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt.

Der Attentäter wollte, wie auf einem von ihm live gestreamten Video zu sehen war, mit Waffengewalt in die nicht durch Polizisten geschützte Synagoge eindringen.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte daraufhin den fehlenden Polizeischutz an der Synagoge. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bestätigte, daß esmnach Einschätzung des Generalbundesanwalts am Bundesgerichtshof „ausreichende Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund“ gebe.

Der Bundesinnenminister wolle sich persönlich in Halle an der Saale über den Stand der strafrechtlichen Ermittlungen informieren und mit Vertretern der jüdischen Gemeinde sprechen.

Nach Angaben der Jüdischen Gemeinde zu Halle an der Saale wollte der Terrorist die Türen zur Synagoge aufschießen. In dem Gotteshaus befanden sich nach übereinstimmenden Angaben von Nachrichtenagenturen aufgrund des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur rund 70 bis 80 Menschen.

Bei dem Täter handelt es sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel um Stephan B. aus Sachsen-Anhalt.

Der 27-jährige Terrorist hatte seine Tat gefilmt und ein 35-minütiges Video im Internet ausgestrahlt. Das mit einer Stirnkamera aufgenommene Video lud er auf eine Videoplattform hoch. Auf Englisch sagte er kurz vor der Abgabe der Schüsse, die „Wurzel aller Probleme sind die Juden“.

Der Oberbürgermeister von Halle an der Saale, Bernd Wiegand (parteilos), sprach von einer „Amoklage“.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) verlangt ebenfalls strengere Sicherheitsvorkehrungen vor Synagogen. „Leider ist die Zeit gekommen, in der alle jüdischen Gebetshäuser und andere jüdische Einrichtungen eine erhöhte Sicherheit durch staatliche Sicherheitskräfte benötigen“, sagte der WJC-Vorsitzende Ronald Lauder.

In Halle versammelten sich am Abend hunderte Menschen, um ihr Mitgefühl mit den Opfern und den Hinterbliebenen auszudrücken. Die Trauernden zündeten Kerzen für die Opfer an und legten Blumen nieder.

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