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Trauerfeier für die Demokratie

„Unsere geliebte Demokratie ist von uns gegangen“, so lautete das Motto einer öffentlichen Trauerfeier, die am Sonntag zwischen 12 und 19 Uhr auf dem Mariannenplatz stattfand.

Die Trauergäste legten vor einem Sarg, der die gestorbene Demokratie symbolisierte, Blumen, Kränze und Gebinde nieder. Aber auch protesttaugliche Schilder, Transparente und Plakate wurden zu Füßen des Sarges der Demokratie gelegt, im ehrenden Gedenken an unsere einstigen bürgerlichen Freiheiten und grundgesetzlich garantierten Menschenrechte.

Kernstück der Trauerfeier waren Ansprachen und Reden der Trauergäste. Unter den Trauerrednern war auch der Schauspieler Ilia Ryvkin.

Die Veranstalter kommentierten ihre Zeremonie wie folgt: „Die Republik ist auf Kundgebungen und Proteste im öffentlichen Raum angewiesen. Erst die Gegenöffentlichkeit demokratisiert den öffentlichen Raum. Bewegungs- und Versammlungsfreiheit, und die selbstbestimmte Gestaltung unserer zwischenmenschlichen Beziehungen sind unverhandelbare Menschenrechte.

Deren Infragestellung und Aufhebung durch die aktuellen obrigkeitsdiktierten, größtenteils unverhältnismäßigen Maßnahmen stellt einen Angriff auf den freiheitlichen Kern der Zivilgesellschaft dar.  Aktion Eigensinn deutet den öffentlichen Raum als Ort der katalysierten Bildung spontaner Gegenöffentlichkeit um – im streitbaren Widerspruch zur obrigkeitshörigen Totalitarisierung, Anonymisierung und Atomisierung unserer Gesellschaft. Der Eigensinn ist unabdingbarer und wesentlich Teil der Würde des Menschen.“

Laut den Veranstaltern haben die Behörden die Trauerfeier untern Auflagen genehmigt. Die Organisatoren teilten im Vorfeld mit: „Unter den Trauergästen dürfen sich keine an COVID-19 Erkrankten bzw. krankheitsverdächtige Personen befinden. Personen mit Symptomen wie Halsschmerzen, Husten, Schnupfen, Fieber, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit oder anderen Erkältungssymptomen dürfen nicht an der Trauerfeier teilnehmen, können sie aber per live-stream verfolgen (falls wir diesen einzurichten in der Lage sind) oder sich später an den Aufzeichnungen erfreuen, beziehungsweise angesichts des traurigen Anlasses betrüben.


Alle Trauergäste haben darüber hinaus einen Mundschutz zu tragen. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf insgesamt 20 beschränkt. Trauernde dürfen nur einzeln oder in Zweiergruppen hinzutreten, so dass zu keinem Zeitpunkt mehr als 7 Menschen (inklusive des fünfköpfigen Grundpersonals) gleichzeitig an der Trauerfeier teilnehmen können. Der Abstand zwischen den Teilnehmenden muss grundsätzlich 5 (!) Meter betragen. Es dürfen jeweils maximal zwei Personen in einem Abstand von 1,5 Metern beieinanderstehen. Es darf dabei zu keinerlei weiterer Gruppenbildung kommen!


Wir bitten alle Trauernden DRINGEND diese hygienischen Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, da eine Nichteinhaltung der angeordneten Auflagen eine Gefahr für Leib und Leben von Teilnehmenden und Dritten bedeuten würde!“

Von Martin Lejeune

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