Was steht im Papier von Stephan Kohn?

Nach dem Lesen der 93-seitige Kurzfassung des Papiers von Stephan Kohn ist klar, daß es sich um ein seriöses Papier eines Referatsleiters aus dem BMI handelt. Und zwar (trotz des Dementis des Ministeriums) des zuständigen.

Wie er selber schreibt, hat er seine Überlegungen mehrfach seinen Vorgesetzten vorgelegt, ohne Erfolg. Deshalb hat er den Weg gewählt, das Papier an die Öffentlichkeit zu geben.

Dies ist grundsätzlich einem Beamten nicht gestattet, ist eine Verletzung seiner Dienstpflichten.

Solche Verletzung der Dienstpflicht ist aber dann gerechtfertigt, wenn nur so ein erheblicher Schaden von der Allgemeinheit abgewendet werden kann. Die Abwägung, ob das hier der Fall ist, ist schwierig.

Ich sehe den Gang des Mannes an die Öffentlichkeit als gerechtfertigt an, angesichts der überzeugenden, nicht sensationellen, klar und detailreich begründeten Sacheinschätzung, die er vorgelegt hat, und der Beschreibung der außerordentlichen (man könnte auch sagen: ungeheuren) Schäden, die die falsche Politik unserem Land zugefügt hat und weiterhin zufügt.

Hier die wesentlichen Punkte des Papiers:

– Das formale framework der Einschätzungen der Regierung (und demzufolge ihrer Maßnahmen) war und ist ist unvollständig und unzureichend (d.h. falsche Interpretation von Stistiken, Nichtberücksichtigung anderer Todesursachen, Nichtabwägung mit Folgeschäden, kein lessons learned aus früheren Epidemien, d. h. bes. der Grippe-Epidemie 2017/18.

– Deshalb waren die Maßnahemen falsch.

– Sie lassen sich nur als irrational erklären.

– Sie richten vermutlich mehr Schaden an, als sie Leben zu retten behaupten.

Hinsichtlich des letzteren Punktes beschränkt sich der Verfasser bewußt (bis auf eine Stelle, wo er die Auswirkungen auf die Altenheime thematisiert: nämlich wirtschaftlicher Einbruch, der zu weniger Geld für alte Menschen führen muß; also mehr vorzeitige Sterbefälle) auf kollaterale Sterbefälle.

Meine einzige Kritik betrifft diesen Punkt: Der schlimmste Kollateralschaden ist der ungeheure wirtschaftliche Einbruch, die dadurch massiv geringeren Steuereinnahmen, und Verluste an Lebensqualität weiter Teile der Bevölkerung.

Wie etwa bei den Verkehrstoten deutlich (wir nehmen sie hin, weil ohne Verkehr unser Land und unser Wohlstand zusammenbrechen würden) hätte auch bei Corona eine Abwägung sttfinden müssen: Wieviel Übersterblichkeit (laut dem Papier von Herrn Oberregierungsrat a. D. Kohn nach derzeitigem Stand zero, statistisch belegbare Zahlen erst in einigen Jahren vorliegend, aber sehr viel größere Wahrscheinlichkeit aus heutiger Sicht, wenn man mit jahreszeitlicher Grippe vergleicht, die ein Vielfaches an Opfern erfordert, ohne daß zusätzlich zu den Schäden durch die Epidemie auch noch Wirtschaft, Erziehung und Sozialleben lahmgelegt werden) bewirkt Corona? Laut der Aufzeichnung: nach heutigem Wissensstand keine meßbare Übersterblichkeit (excess deaths).

Ergebnis:

  1. Die Zusammenfassung reicht für den schnellen Leser.
  2. Das Papier ist sehr sorgfältig gearbeitet; es ist seriös.
  3. Es hat zwei Bedeutungen: einmal seinen Inhalt, und zum zweiten: Hier hat jemand sich aus nachvollziehbaren Gewissensgründen gegen eine von ihm als falsch und irrational – nur von Stimmungen getriebene – Politik gewandt, die seiner Einschätzung nach (die keineswegs leichtfertig, sondern insgesamt überzeugend erscheint) unser Land in massivster Weise geschädigt hat, und an jedem Tag ihres Fortbestehens noch mehr schädigen wird. Einem erfahrenen Beamten war dabei natürlich klar, daß seine Gewissensentscheidung zum Verlust seines Arbeitsplatzes führen würde, zu persönlicher Degradierung und zur vollständigen Elimination aus seinem sozialen Umfeld.

Er hat diese vorauszusehenden massiven Opfer, die faktische Vernichtung seiner Existenz und seiner Lebensarbeit, vorausgesehen und bewußt in Kauf genommen, um von unserem Land weiteren Schaden abzuwenden.

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