Wie fühlt es sich an, wenn SPIEGEL TV in Deine Privatsphäre eindringt, Deine Wohnanschrift veröffentlicht und das Haus zeigt, in dem Du wohnst?

Ein Interview mit Ken Jebsen über Doxing von SPIEGEL TV und den Angriff auf ein vermeintliches ZDF-Team, das eigentlich ein Team der Produktionsfirma TV United GmbH gewesen sei und dessen Kameramann für Jebsen Video-Portal «KenFM» arbeite.

Ken Jebsen sagt im persönlichen Gespräch, daß der am 1. Mai angegriffene Kameramann für «KenFM» arbeite. Jebsen freut sich, daß es dem Filmenden mittlerweile wieder besser gehe. Der Angriff auf den Kameramann und weitere Mitarbeiter des TV-Teams hatte deutschlandweit für Empörung gesorgt.

Ken Jebsen ist ein Künstlername. DER SPIEGEL enthüllte am Montag den bürgerlichen Namen Jebsens. Wikipedia reagierte prompt und übernahm die Angaben DES SPIEGELS auf dem Wikipedia-Eintrag mit dem Titel «Ken Jebsen».

Anlass für die Enthüllung DES SPIEGELS sind Ermittlungen des LKA Berlin zum Angriff auf ein Kamerateam der TV United GmbH am 1. Mai in Berlin. DER SPIEGEL veröffentliche hierzu unter dem Titel «Ken Jebsen nutzt Studio von attackierter TV-Produktionsfirma» einen Bericht mit dem Klarnamen von Jebsen.

Auf dem Fernsehsender RTL und auf der Streaming-Plattform TV NOW lief zudem am Montag die SPIEGEL TV-Sendung «Allianz des Schwachsinns», zu der die Hamburger Nachrichten-Redaktion Jebsen zählt.

Auf RTL und auf TV NOW zeigen die Filmemacher das Haus, in dem Jebsen und seine Familie in Berlin wohnen, die Anschrift des Hauses, den Innenhof und Jebsens Klarnamen auf dem Klingelschild.

Frage an Jebsen: Wie fühlt es sich an, wenn SPIEGEL TV in Deine Privatsphäre eindringt, Deine Wohnanschrift veröffentlicht und das Haus zeigt, in dem Du wohnst? «Da wohnen meine Kinder!», regt sich Jebsen auf über die Bilder von SPIEGEL TV auf RTL, die seine genaue Wohnanschrift und sein Wohnhaus zeigen. «Ich habe extra eine Firmenadresse in Kreuzberg, die auch im Impressum steht. In Kreuzberg sitzt meine Produktionsfirma Sector_B. In dem Haus, das SPIEGEL TV zeigt, wohnen meine Kinder und ich.»

Auf die Frage, ob er sich vor Stalkern fürchte, weil RTL, TV NOW und SPIEGEL TV seine genaue Wohnanschrift und sein Haus zeigen, antwortet Jebsen: «Wo soll man hinziehen als Journalist? Ich muss mich bewegen, das Haus verlassen, unterwegs sein, aus dem Auto steigen. Wer mich verfolgt, kann auch herausfinden, wo ich wohne. Und man kann mich immer finden, ich habe ein Stammcafé.»

Jebsen fühle sich an den letzten Angriff auf sich erinnert, der vor anderthalb Jahren vor dem Biomarkt LPG in Prenzlauer Berg geschah, nachdem er mit seiner Familie dort eingekauft hatte. Jebsen ist stinksauer auf SPIEGEL TV. Auf die Frage, ob er sich aufgrund des RTL-Films gefährdet fühle, entgegnet Jebsen: «Polizeischutz würde ich nicht machen». Er sagt jetzt extra laut: «Weißes Haus, Iran, Bombe! Ich komme aus einer Geheimdienstfamilie. Wer mir was antun will, der muss damit rechnen, das ich mich und meine Kinder verteidige. Der, der mich und meine Kinder angreift, ist tot.»

Wieviele Kinder hat er? «Offiziell drei», antwortet Jebsen.

Warum zeigen RTL, TV NOW und SPIEGEL TV ausgerechnet jetzt den Ort seiner Wohnung, seine Wohnanschrift und seinen Klarnamen? Jebsen vermutet, daß das merklich gesteigerte Interesse an seiner Person an der kürzlich gelungenen Reichweitensteigerung seiner Sendungen liegen könne. Und wie erklärt er sich die Reichweitensteigerung? «Weil die Leute bei mir was sehen, was sie in den Mainstream-Medien nicht sehen», kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Jebsen sagt: »Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann siegst du. Das ist jetzt die dritte Phase, in der ich mich befinde. Bald werden wir siegen.»

Aber auch Spiegel TV breche aufgrund der Pandemielage alle Rekorde an Einschaltquoten, gibt Jebsen zu bedenken.

Über «Ken Jebsen» sagt Jebsen: «Das ist mein Künstlername, den ich seit Jahrzehnten benutze. Der steht sogar in meinem Personalausweis. Ken Jebsen ist ein Name, der zu einem Journalisten passt. Meinen bürgerlichen Name kann kein Deutscher aussprechen oder schreiben, der wird farsi geschrieben.» Farsi ist eine plurizentrische Sprache in Zentral- und Südwestasien. Sie gehört zum iranischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie und ist Amtssprache in Iran, Afghanistan und Tadschikistan.

Jebsen sagt über «Ken Jebsen», das sei ein Name, den Deutsche aussprechen können. Ken Jebsen sei kein willkürlich gewählter Name. Jebsen heiße seine Familie mütterlicherseits, die aus Hamburg komme. Ken sei der Name, mit dem ihn viele Menschen rufen. «Schon in der Schule sprachen die Lehrer und Mitschüler mich immer mit falschem Namen an, weil sie meinen bürgerlichen Rufnamen nicht aussprechen konnten. Und in Briefen von Behörden an mich war mein Name immer falsch geschrieben. Irgendwann gibst Du auf», resignierte Jebsen und akzeptierte Ken als seinen Rufnahmen. Keks sei sein erster Rufname gewesen, an den er sich erinnern könne. Es folgten Kiba, Kevin und schließlich Ken. Und als Musiker, der in einer Band spielte, habe er ohnehin schon immer Künstlernamen gehabt. Jebsen hat mehrere Jahre im Musikgeschäft gearbeitet.

Inzwischen sei Ken Jebsen so etwas wie ein Produktname, ein Markenname geworden, so Jebsen über «Jebsen». Jebsen stellt allerdings klar: «Ich bin privat nicht Ken Jebsen. Ken Jebsen ein Dienstleister. Meine Freunde, meine Freundin sprechen mich mit meinem bürgerlichen Namen an, den sie inzwischen auf farsi richtig aussprechen können. Meine Kinder nennen mich Papa. Meine Mutter akzeptiert keinen Künstlernamen. Die nennt mich seit jeher so, wie sie mich nach meiner Geburt genannt hat. Wenn ich privat reise, nutze ich meinen bürgerlichen Namen. Aber wenn ich beruflich unterwegs bin, fliege ich unter dem Namen Ken Jebsen, sogar Hotels sind gebucht unter dem Namen Ken Jebsen.»

Ist Jebsen überrascht, das SPIEGEL TV in seinem privaten Wohnumfeld filmte? «Nein. Ich war das letzte Mal überrascht, als ich beim RBB rausgeworfen wurde, da bekam ich Morddrohungen auf mein Handy. Ich möchte jetzt einfach nur noch mit meinen Kindern wandern gehen», sagt Jebsen und beendet das Gespräch.

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