Gegendarstellung zum Bericht von Andreas Bergholz anläßlich der BILDblog-Verlinkung

Am 10.09.2021 verlinkte das BILD-kritische BILDblog auf einen vor Fehlern nur so strotzenden Bericht mit dem Titel «BILD-CHEF GIBT ‹QUERDENKERN› INTERVIEW» von Andreas Bergholz auf volksverpetzer.de, der Martin Lejeunes Tätigkeit als freier Journalist im Ahrtal mit haltlosen Unterstellungen verunglimpft. Anlass war ein Interview, das Lejeune mit dem BILD-Chefredakteur Juliran Reichelt führte.

Lejeune ist kein «Querdenker» wie es Bergholz und BILDblog verbreiten. Nachfolgende Übersicht belegt, wie kritisch Lejeune die «Querdenken»-Bewegung begleitet. Lejeune hat sich stets distanziert von radikalen Äußerungen seiner «Querdenken»Gesprächspartner.

Weder Autor Andreas Bergholz noch Volksverpetzer-Verantwortlicher Thomas Laschyk, noch BILDblog-Kurator Lorenz Meyer, noch BILDblog-Verantwortlicher Moritz Tschermak räumten Lejeune vor oder nach der Publikation bzw. Verlinkung des Berichts die Möglichkeit der Stellungnahme ein. Daher dient diese Internetseite als Korrektiv.

Man höre auch die andere Seite: Dieser presseethische Grundsatz des ausgewogenen Journalismus wurde vom BILDblog bisher stets befolgt. Wurde ein Journalist in einem Bericht, auf den BILDblog verlinkt, einseitig negativ und ohne Möglichkeit der Stellungnahme dargestellt, so verlinkte BILDblog im Nachgang dazu die vom Betroffenen nachträglich geäußerte Stellungnahme.

Ob BILDblog auf diese Seite verlinken wird?

Die Berichterstattung von Martin Lejeune über «Querdenken» (und die «Querdenken» vorangegangen «Hygienedemos»)

28.03.2020

Lejeune berichtet von 1. «Hygienedemo» mit «junge Welt»-Redakteurin Claudia Wangerin

https://rotefahne.eu/2020/03/polizei-stoppt-grundgesetzverteilung

18.04.2020

Lejeune fordert die «Hygienedemo»-Organisatoren der «Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand» («KDW») auf: «Distanziert euch von Rechten!»

23.04.2020

Lejeune berichtet, wie die «Hygienedemo»-Organisatoren zu lange Antisemiten und Antikommunisten auf ihren Demos tolerierten, aber sich doch noch von ihnen distanzierten

09.05.2020

Lejeune berichtet, wie «Querdenken» nahe stehende rechtsradikale Hooligans auf dem Alexanderplatz Polizisten angreifen und ein ZDF-Team attackieren

11.06.2020

Lejeune rezensiert ein Buch mit linker Kritik an der Regierung von Rebecca Niazi-Shahabi

18.06.2020

Lejeune enthüllt Querfront-Strukturen, die Proteste in Berlin beeinflussen und kontrollieren

31.07.2020

Lejeune berichtet, es brauche eine linke Kritik der Maßnahmen. Er zitiert die linken Intellektuellen Gerald Grüneklee, Clemens Heni und Peter Nowak

08.08.2020

Lejeune informiert den Versammlungsleiter des Querdenken Protestcamps in Berlin über die Anwesenheit von zwei Rechtsextremisten in seinem Querdenken Protestcamp

08.08.2020

Lejeune informiert auch den stellvertretenden Versammlungsleiter des Querdenken Protestcamps über die zwei Rechtsextremisten im Querdenken Protestcamp

30.09.2020

Lejeune interviewt Jörg Woltmann, der «Querdenken» kritisiert

15.11.2020

Lejeune enthüllt als erster das Treffen von Michael Ballweg und Peter Fitzek

31.01.2021

Lejeune berichtet wie «Querdenken» die Bauernproteste instrumentalisiert

06.02.2021

Lejeune berichtet wie «Querdenken» versucht die Bauernproteste zu kapern

04.08.2021

Lejeune berichtet über die Kooperation von Michael Ballweg und Peter Fitzek

Von April 2020 und Juli 2021

Lejeune veröffentlicht ca. 50 Interviews mit Polizisten zu «Querdenken»-Demos) zu sehen in einer PlayList auf YouTube https://www.youtube.com/playlist?list=PLnF-RxTEG09Ku2-zGNxhetyv_g-_zG47b

Im selben Zeitraum berichtet Lejeune auch über Themen, die die linke Szene bewegen

20.02.2020

Lejeune berichtet in mehreren Videos über den rechten Terroranschlag in Hanau, z. B., wie erfolgreich sich Flüchtlinge in Deutschland integrierten, z. B. ab Minute 0:34

https://www.presstv.com/Detail/2020/02/21/619155/Far-right-Terror-Attack-Germany-Muslim-Community

Lejeune warnt vor Welle des rechten Terrors und sieht Tobias Rathjen (Hanau) in einer Reihe mit David Sonboly (München), Stephan Ernst (Kassel) und Stephan Balliet (Halle)

07.08.2020

Lejeune berichtet von der Räumung der Kneipe Syndikat, die in der linken Szene sehr beliebt war

09.09.2020

Lejeune berichtet vom Gedenken an Enver Şimşek, einem Opfer des rechten NSU-Terrors

08.03.2021

Lejeune berichtet von der Demonstration eines linken Bündnisses für den Internationalen Frauentag

15.04.2021

Lejeune berichtet nach der Bundesverfassungsgerichtsentscheidung von der Mietendeckel-Demonstration eines linken Bündnisses in Berlin-Kreuzberg

https://youtu.be/SRJFfieB-Eg

06.05.2021

Lejeune berichtet von der Demo gegen Polizeigewalt gegen linke Demonstranten in Kolumbien

09.05.2021

Lejeune berichtet vom Gedenken zum Tag der Befreiung vom Faschismus

Die Berichterstattung des YouTube-Kanals «Anni und Martin» von Anne Höhne (freier Mitarbeiter: u.a. Martin Lejeune)

«Anni und Martin» engagieren sich für Toleranz, Integration & interreligiösen Dialog. Sie beziehen Stellung gegen Rassismus. Ein Video, das die Bekämpfung von rassistischen Stickern auf Straßen zeigt, zeigt die Haltung von «Anni und Martin»

Gespräche mit jüdischen Mitbürgern sind «Anni und Martin» ein Herzensanliegen:

«Anni und Martin» lassen regelmäßig Mitglieder demokratischer Parteien zu Wort kommen

DIE LINKE

Ralph Lenkert, Mitglied des Deutschen Bundestages

Hakan Taş, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Anne Spiegel, stellvertretende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

Robert Habeck, Bundesvorsitzender

SPD

Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

Lars Klingbeil, Generalsekretär

FDP

Gero Hocker, Mitglied des Deutschen Bundestages

Carina Konrad, Mitglied des Deutschen Bundestages

Dr. Marcel Klinge, Mitglied des Deutschen Bundestages

CDU

Julia Klöckner, Landwirtschaftsministerin des Bundes

Stephan Albani, Mitglied des Deutschen Bundestages

Hermann Färber, Mitglied des Deutschen Bundestages

Alois Gerig, Mitglied des Deutschen Bundestages

Mechthild Heil, Mitglied des Deutschen Bundestages

Horst Gies, Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz

Hubertus Kunz, Bürgermeister von Mayschoß

https://youtu.be/O00TOYX-6Rw und youtu.be/LWQclp-zv8U

Rüdiger Fuhrmann, Bürgermeister von Altenahr

youtu.be/YkrwzZwQ1V4

CSU

Paul Alois Lehrieder, Mitglied des Deutschen Bundestages

FREIE WÄHLER

Joachim Streit, Fraktionsvorsitzender im Landtag von Rheinland-Pfalz

Presseanfragen an Lejeune werden beantwortet unter Tel 0172 185 26 58 

Gewinnmargen von bis zu 63 Prozent mit Vakzinen gegen COVID-19

Zu Goethe passend wird an dieser Straßenbahn-Haltestelle in Hannover zur Impfung gegen COVID-19 aufgerufen (Foto: Martin LEJEUNE)

Booster für alle: Die neue Impfsaison beginnt. Die EU kauft für vor allem für Auffrischimpfungen von Ende 2021 an 900 Millionen zusätzliche Comirnaty-Impfdosen von BioNTech/Pfizer. Kostete das Vakzin 2020 pro Dosis 15,50 Euro, verlangen BioNTech/Pfizer in diesem Jahr 19,50 – eine Preissteigerung von 25 Prozent. Im ersten Halbjahr 2021 erzielte BioNTech einen Nettogewinn von 3,9 Milliarden Euro – bei einem Umsatz von 7,3 Milliarden. Das macht eine Gewinnmarge von 53 Prozent.

Auch Moderna erhöht die Preise – von 19 auf 21,50 Euro pro Spikevax-Dosis. Eine Preissteigerung von rund 13 Prozent. Bei Moderna liegt die Gewinnmarge bei 63 Prozent.

Es gibt allerdings auch Hersteller mit einer anderen Preispolitik: AstraZeneca verlangt zwei Euro pro Vaxzevria-Dosis.

Ein Beamter der EU-Kommission sagt dazu, bei den neu ausgehandelten Verträgen mit den Vakzinherstellern orientiere sich die Kommission beim Preis pro Impfdosis an den reinen Laborkosten für einen PCR-Test in Höhe von 39,40 Euro.

Curevac und Glaxo-Smithkline haben ihre Verträge mit Wacker und Celonic über die Herstellung von rund 150 Millionen Impfstoffdosen gekündigt. Verträge mit Rentschler Biopharma und Novartis über die Herstellung und Formulierung von mRNA seien von der Anpassung nicht betroffen. Auch an der Zusammenarbeit mit Bayer ändere sich nichts.

Die neuen Impfstoffe von Valneva und Sanofi setzen auf traditionelle Verfahren.

Über den Impfstoff von Janssen-Cilag (Johnson & Johnson) schreibt die französische Behörde für Arzneimittelsicherheit (ANSM) in ihrem Bericht vom 13.09.2021, es sei eine „hohe Zahl“ von Impfdurchbrüchen bei Menschen gemeldet worden, die den Ein-Dosen-Impfstoff erhalten hatten. Bei einer Million Impfungen gab es 32 Infektionen und vier Todesfälle.

Die betroffenen Personen haben ein Durchschnittsalter von 68 Jahren, mit mehreren Risikokomorbiditäten einer schweren Form von COVID-19. Seit Anfang September wird laut ANSM empfohlen, Personen, die eine Dosis mit dem Ein-Dosen-Vakzin von Janssen-Cilag erhalten haben, ab vier Wochen nach der Injektion eine Auffrischungsdosis mit einem mRNA-Impfstoff anzubieten.

Ballweg schießt quer

Peter Fitzek und Michael Ballweg (von links) bei einem ihrer Treffen am 26.10.2020 in Sankt Englmar

Das «strategische Querdenken-Treffen» mit Peter Fitzek vom «Königreich Deutschland» am 15.11.2020 war für den Verfassungsschutz der Startschuss zur Beobachtung der Querdenken-Bewegung. Das Treffen von Ballweg und Fitzek war ein Elfmeter für die Dienste, der erfolgreich verwandelt wurde. Das alles geschah nur drei Tage vor der großen Demo am 18.11.2020 gegen § 28a Infektionsschutzgesetz (IfSG). Ballweg und andere promintente Querdenken-Protagonisten waren ausgerechnet auf dieser wichtigen Demo nicht zugegen.

Während der Querdenken-Demo am 01.08.2021 in Berlin kam erneut das Thema Michael Ballweg und Peter Fitzek auf. Denn wenige Tage vor der Demo am 01.08.2021 wurden E-Mails veröffentlicht aus Fitzeks «Königreich Deutschland», die zeigen, daß Michael Ballweg bereits vor dem «strategischen Querdenken-Treffen» mit Fitzek am 15.11.2020 Staatszugehöriger im «Königreich Deutschland» war.

Laut einer E-Mail vom «Königreich Deutschland» vom 03.11.2020 sei Michael Ballweg («michael.ballweg@querdenken-711.de») als «ordentlicher Staatszugehöriger beim Königreich Deutschland» registriert. Das hat Ballweg während des Treffens am 15.11.2020 nicht erwähnt.

Problematisch ist die Verbindung von Ballweg zu Peter Fitzek nicht nur weil Fitzek mehrfach einschlägig vorbestraft ist und eine Monarchie propagiert, die mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unvereinbar ist. Fitzeks Zepter, Krone, rote Königsrobe und Thron sind unvereinbar mit einer Bewegung wie Querdenken, die auf den Füßen des Grundgesetzes steht. Inwiefern eignet sich Fitzek als strategischer Partner von Querdenken?

Am 01.08.2021 um 18:35 Uhr interviewte Olaf Sundermeyer (RBB) auf dem Alexanderplatz Markus Haintz über Michael Ballweg und Peter Fitzek. Haintz streamte das Interview live und provozierte damit Michael Ballweg, der in einer Pressemitteilung schwere Vorwürfe gegen Haintz erhebt.

Es würde dem Klima im öffentlichen Debattenraum sehr gut tun, wenn die gebotene Sachlichkeit im Umgang miteinander wieder Einzug erhält. Die Chronik und Fakten des nachfolgenden Überblicks mögen dazu beitragen, eine rationale Diskursgrundlage den vielen Gerüchten und Versionen, die über Ballweg und Fitzek kursieren, entgegenzusetzen.

Denn während Ballwegs Kooperation mit «Seiner Königlichen Heiligkeit» Thomas Gerhardt Hornauer in aller Öffentlichkeit stattfand, bleibt die Verbindung zwischen Ballweg und Fitzek zumeist im Verborgenen – zum Bedauern des öffentlichen Debattenraums. Fitzek hat seinen Thron nicht für alle sichtbar auf oder neben der großen Querdenken-Bühne aufgebaut wie Hornauer, sondern in Hinterzimmern.

Die Bürger, die sich hinter Ballweg unter dem Querdenken-Banner seit April 2020 auf den Straßen unseres Landes versammeln und sich auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt haben, verdienen Transparenz, um am öffentlichen Meinungsaustausch teilzunehmen.

Immerhin finanzieren die Bürger mit ihren privaten Spenden in Millionenhöhe die Bewegung, riskieren ihre Arbeitsplätze, Freundschaften, ihr gesellschaftliches Ansehen und sogar Streit im engsten Familienkreise (Stichwort Weihnachten 2020). Nicht wenige haben durch ihr Bekenntnis zu Querdenken ihre Existenz aufs Spiel gesetzt. Daher sollten Pressemitteilungen der Organisation Querdenken711 auch redlich sein. Der öffentliche Debattenraum von Querdenken darf einen zivilen Diskurs über die Agenda von Michael Ballweg nicht ausschließen.

Michael Ballweg hat Interview- und Presseanfragen zu den Hintergründen des Treffens zwischen „Königreich Deutschland“ und Querdenken711 am 15.11.2020 nicht beantwortet. Auch zu dem mehrtätigen Treffen mit Fitzek in einem Kurort vor Pfingsten dieses Jahres sagt Ballweg nichts. Warum diese Geheimniskrämerei, die sich wie ein roter Faden durch Ballwegs Treffen mit Fitzek zieht? Diese Frage kann nur Ballweg beantworten. Ich kann hier nur ein paar Fakten zusammentragen, die als Grundlage der Debatte dienen können.

Michael Ballweg besuchte am 19.10.2020 Peter Fitzek, der sich «Seine Königliche Hoheit König Peter I.» nennt, auf dem Gelände einer Ex-Fleischkonservenfabrik in Lutherstadt Wittenberg, auf dem sich das Staatsgebiet des «Königreiches Deutschland» nach Angaben von Fitzek befinden soll.

Das «Königreich Deutschland» sei laut Fitzek eine Monarchie. Auf der Website von Fitzek ist zu lesen, er wolle das Deutsche Reich «wieder handlungsfähig machen» und in den Grenzen von 1937 «wiederherstellen». Die Bundesrepublik sei hingegen gar kein Staat, sondern «nur ein Verwaltungskonstrukt einer Firma», ein «Gebietsverwalter» und die Demokratie sei «wider der Natur, also unnatürlich», sie könne deshalb «keinen dauerhaften Bestand haben». Das steht so für jedermann öffentlich einsehbar auf der Internetseite vom «Königreich Deutschland». Davon kann man halten, was man will. Aber mit dem Grundgesetz, das Ballweg seit dem ersten Tag von Querdenken an öffentlich zur Schau trägt, ist dies unvereinbar.

«König Peter I.» schreibt auf seiner Internetseite weiterhin: «Auch die Natur arbeitet auf hierarchische Weise. Sie kennt keine «Demokratie». Wie könnte denn der Mensch meinen, daß er sich mit einer Demokratie an der Schöpfung ausrichten könnte? Es ist wider der Natur, also unnatürlich, und kann somit keinen dauerhaften Bestand haben.»

Das ist unvereinbar mit einer demokratischen Bürgerrechtsbewegung wie Querdenken.

Ballweg und Fitzek waren am 19.10.2020 gemeinsam mit Fitzeks rechter Hand Marco Ginzel beim Italiener essen. Ballweg soll laut Teilnehmern des Treffens angetan gewesen sein von Fitzeks «Bank» und ein Konto eröffnet haben. Es sei die Idee diskutiert worden, in weiteren Städten «Bank»-Filialen zu gründen mit Hilfe der in den lokalen Querdenken-Gruppen organisierten Menschen, erinnern sich Teilnehmer. Ballweg habe diesen Plan den führenden Querdenkern vorstellen wollen und habe in der Runde nach einer geeigneten Räumlichkeit gefragt. Ginzel habe Ballweg die vom Verfassungsschutz beobachtete «Hacienda Mexicana» von Maik Triemer als Treffpunkt für das gemeinsame Treffen der führenden Querdenker und des «Königreiches Deutschland» empfohlen, so die Teilnehmer.

Am 26.10.2020 war Ballweg auf einem Seminar mit Peter Fitzek und weiteren Mitgliedern von Querdenken711. Seminarort war eine Scheune in Sankt Englmar.

Am 28.10.2020 sandte das «Königreich Deutschland» eine E-Mail an die offizielle Querdenken711-E-Mail-Anschrift mit dem Wortlaut: «Wir haben mit Maik Triemer gesprochen. Er würde uns sein KRD-Restaurant (bzw. den Saal) in Saalfeld Thüringen für das Treffen am 15.11 zur Verfügung stellen.»

Der in der E-Mail vom «Königreich Deutschland» genannte Triemer ist ein Betriebswirt aus Rudolstadt, der ohne Gewerbeanmeldung die «Hacienda Mexicana» betreibt.

Am 29.10.2020 besuchte eine Delegation von Querdenken711 das «Königreich Deutschland».

Am 03.11.2020 traf sich die Querdenken711-Orga in den Räumlichkeiten eines Swinger- bzw. BDSM-Clubs in Stuttgart. Laut Teilnehmern habe Ballweg dem Querdenken711-Team gesagt, er sei auf dem Seminar von Fitzek gewesen und fahre am 15. November zu Fitzek in die Hacienda Mexicana.

Am 09.11.2020 verschickte Querdenken711 die «Einladung zu dem strategischen Querdenken-Treffen» ohne zu erwähnen, daß man sich in einem vom Verfassungsschutz beobachteten Restaurant treffe, um einen stundenlangen abstrusen Vortrag von einem mehrfach einschlägig vorbestraften Fitzek zu hören, der ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Das «strategische Querdenken-Treffen» mit Peter Fitzek vom «Königreich Deutschland» fand am 15.11.2020 ab 11:00 Uhr in den Räumlichkeiten des Restaurants Hacienda Mexicana und der Discothek Prinz statt. Hierbei handelt es sich nach Angaben von Fitzek um das Staatsgebiet des «Königreiches Deutschland».

Am Eingang des Veranstaltungsortes steht auf der «Hausordnung»: «Mit dem Betreten der Räumlichkeiten sind Sie temporär Staatsangehöriger des Königreiches Deutschland und damit einverstanden.»

Auf den Tischen lagen für die Querdenker diese drei Dokumente zum Ausfüllen aus:

  • -ein «Kapital-Überlassungs-Vertrag» an die Königliche «Gemeinwohlkasse»
  • -ein Antrag auf Eröffnung eines «E-Mark Kontos» bei der «Königlichen Reichsbank»
  • -die Staatszugehörigkeitserklärung für das «Königreich Deutschlands», einschließlich der Bekennung zur Verfassung des «Königreiches Deutschlands».

Das hat eigentlich nichts mit Querdenken zu tun, sondern klingt eher nach einer Kaffeefahrt.

  • -Blaue Kugelschreiber waren in großer Zahl in Griffweite platziert, um sofort unterschreiben zu können.

Um 13:00 Uhr erhielt die Polizei einen Anruf, daß es in der Hacienda Mexicana eine Veranstaltung gebe.

Um ca. 13:30 Uhr betraten vier Polizisten der Landespolizei Thüringen den Speisesaal der Hacienda Mexicana, in dem an mehren Tischen gegessen und getrunken wurde. Die Einsatzleitung oblag Herrn Erstem Polizeihauptkommissar Dörfer von der Landespolizeiinspektion Saalfeld.

Die Teilnehmer wurden von weiteren Kräften der Polizei umstellt. Ein paar Teilnehmer versuchten über den Zaun zu türmen, aber die Polizei hatte das gesamte Gelände umstellt und die Umgebung gesichert. An allen Ausgängen und Zäunen waren Polizeibeamte positioniert und die Straßen mit Polizeiautos abgesperrt.

An den Zufahrtsstraßen zur Hacienda gab es Polizeisperren mit Fahrzeugkontrollen.

Übrigens gab es am 29.07.2020 schon einmal eine «Razzia im ‹Königreich Deutschland›»: in den Räumlichkeiten des Restaurants L’arcangelo in Köln-Holweide: Mitarbeiter des Kölner Ordnungsamts betraten in Begleitung der Polizei das Restaurant, das Teil des «Königreiches Deutschland» sein soll. Das hätte der Orga des Treffens vom 15.11.2020 eine Warnung gewesen sein können.

Am 17.11. um 22:23 Uhr verschickte Ballweg die Pressemitteilung zum «Arbeitstreffen am 15.11. in Wöhlsdorf bei Saalfeld». Darin steht: «Die Auswahl der Örtlichkeit erfolgte durch das Team von QUERDENKEN711.»

Wie oft, wie lange und wozu sich Fitzek und Ballweg nach ihrem Arbeitstreffen am 15.11.2020 noch trafen, dazu schweigt sich Michael Ballweg aus. Auch zu dem längeren Treffen vor Pfingsten dieses Jahres in dem schönen Kurzort sagt er nichts. Offenheit und Integrität auf allen Ebenen sieht anders aus.

Nachtrag vom 06.08.2021:

Es geht nicht darum, ob – oder warum – sich Ballweg mit Fitzek trifft. Die können sich treffen und machen was sie wollen. Ist mir egal.

Es geht darum, daß Ballweg Pressevertreter, Professoren, Polizisten, Soldaten, Anwälte, Künstler und Bürgerrechtler in das Lokal Hacienda Mexicana eingeladen hat, das seit Jahren vom Verfassungsschutz observiert wird.

In der Hacienda Mexicana gibt es in einmal die Woche einen Stammtisch von Menschen, die dem „Königreich Deutschland“ nahe stehen oder mit dessen Ideen sympathisieren.

Ballweg schrieb in der Einladung nicht, daß das Treffen in der Hacienda Mexicana sei. Er erwähnte die Hacienda Mexicana nicht.

Schon vor Jahren erschienen Presseberichte, daß die Hacienda Mexicana vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

Die von Ballweg eingeladenen Teilnehmer zum Strategietreffen mit dem „Königreich Deutschland“ konnten nicht selber entscheiden, ob sie sich dem aussetzen wollen.

Ballweg schrieb in seiner Einladung nicht – und erzählte dies auch nicht auf mündliche Nachfrage – das Peter Fitzek bei dem Treffen einen stundenlangen Vortrag halten werde.

Ballweg sagte uns auch – übrigens bis heute – nicht, daß die Vorbereitung des Treffens am 15.11.2020, die Auswahl der Hacienda Mexicana und die Gästeliste in Zusammenarbeit zwischen dem „Königreich Deutschland“ und Querdenken711 durchgeführt wurden. Auch das „Königreich Deutschland“ und Peter Fitzek werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Kurze Zeit nach dem Treffen am 15.11.2020 gab der Verfassungsschutz bekannt, daß Querdenken ebenfalls beobachtet werde. Und nach Bekanntwerden der E-Mails und Dokumente aus dem „Königreich Deutschland“ äußerten sich mehrere Politiker der Großen Koalition, sich für ein Querdenken Verbot einzusetzen.

Beim Treffen lobte Ballweg den „König“ Peter Fitzek und empfahl den anwesenden Leitern der Querdenken-Regionalgruppen das „Königreich Deutschland“ für die künftige Strategie von Querdenken zu nutzen.

Auch vor dem Hintergrund der für die Querdenker ausliegenden Verträge und Erklärungen des „Königreiches Deutschland“, die zu unterschreiben waren, ist das Treffen am 15.11.2020 als Ballwegs Versuch zu werten, Querdenken in eine neue Richtung zu lenken. Das Problem hierbei ist, daß Ballweg diese neue Richtungsänderung nicht transparent kommuniziert.

„Der, der überlebt, versorgt die Kinder.“ Für die 196 Todesopfer der Flut kam jede Warnung zu spät

Flutschäden am Gleis in Dernau an der Ahr, eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. 

Nur drei von unzähligen Dramen, die sich in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli ereigneten:

In Marienthal starb eine ganze Familie in ihrem Haus, in dem der Wasserpegel rasenschnell um mehrere Meter stieg. Noch heute finden die Helfer Leichen im Raum Marienthal.

Zwei Schwestern flüchten über das Dachfenster ihres im Nu flutenden Hauses auf einen Baum, in dem sie sieben Stunden lang hingen, bis sie gerettet wurden. Die eine Schwester sagte, in der Baumkrone hängend, zur anderen: „Der, der überlebt, versorgt die Kinder.“

Eine Mutter, die vor ihrem unbewohnbaren Haus in Dernau um Fassung ringt, berichtet: „Wir saßen mit unseren Kindern 18 Stunden lang auf dem Dach und es kam keine Hilfe. Unsere Kinder haben sich in der Nacht von uns verabschiedet. Sie haben gesagt, daß sie uns lieben – und wenn sie sterben…“

Während der 18 Stunden sah die Familie vom Dach aus ganze Güterzüge, Gastanks und LKWs vorbei schwimmen. Im Einsatz war auch der Kampfmittelräumdienst, weil verborgene Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg frei geschwemmt wurden. Auch war die Feuerwehr im Einsatz wegen austretender Salzsäure und geplatzten Gasleitungen. Die Lage war und ist teilweise noch heute hochgefährlich.

196 Menschen, die bei den Unwettern in Teilen Deutschlands, Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande vergangene Woche starben (Stand 19.07.2021 um 19:29), können ihr durch das Hochwasser verursachte Leid nicht mehr erzählen. Für sie kam jede Warnung zu spät.

Dabei hatte das Europäische Hochwasserwarnsystem (EFAS) bereits am 10. Juli die ersten Warnungen an die zuständigen nationalen Behörden geschickt. Bis zum 14. Juli wurden mehr als 25 Warnungen für das Einzugsgebiet von Rhein und Maas durch das EFAS versendet.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldete am 11.07.2021 um 13:51 eine Hochwasserfrühwarnung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).

Am 12.07.2021 wurden weitere Warnmeldungen medial verbreitet:

„Die Talsperren sind derzeit zu knapp 96 % gefüllt. Wir haben da noch 4 % Platz, um Regenereignisse zwischenspeichern zu können.“ (Markus Rüdel, Sprecher des Ruhrverbands)

„Wir erwarten eine Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial. Dabei regnet es teils extrem kräftig. Zwischen Dienstagmorgen und Donnerstagmorgen könnten punktuell insgesamt bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.“ (David Bötzel, Meteorologe vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst)

„Mit lokalen Sturzfluten, Erdrutschen oder Überschwemmungen ist zu rechnen. Erhöhte Unfallgefahr! An einigen Stellen dürften die starken Niederschläge der Kanalisation wieder Probleme bereiten. Für Hausbesitzer könnte sich auch der eine oder andere Sandsack lohnen.“ (Dipl.-Met. Sabine Krüger)

Das Modulare Warnsystem (MoWaS), ein vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickeltes System zur Warnung der Bevölkerung in Deutschland für Zivilschutzlagen, das den Ländern zugleich zur Warnung vor Katastrophen zur Verfügung steht, meldete laut Armin Schuster, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn, zwischen dem 14. und dem 17. Juli „150 Warnmeldungen“ der verschiedenen Kategorien, 16 davon mit der Warnstufe 1 (Lebensgefahr).

Stefan Fries vom Deutschlandfunk sagt, er habe diese 150 Warnmeldungen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe angefordert, habe sie jedoch nicht erhalten. Es sei vor einer überlaufenden Talsperre gewarnt worden ab 21 Uhr. Aber die höchste Warnstufe (Lebensgefahr) kam erst 0:23 Uhr.

Georg Rose, seit 1997 Chefredakteur von Radio Wuppertal, sagt, er sei schon vor der ersten MoWaS-Warnmeldung über die anstehende Katastrophe informiert worden: „Genau in dem Moment, als die erste Warnmeldung kam, haben wir schon unsere Sondersendung gestartet. Wären wir auf Mowas angewiesen, hätten wir unsere Hörerinnen und Hörer erst eine halbe Stunde später informieren können. Und 30 Minuten sind in einer solchen Gefahrensituation eine lange Zeit.“

Noch eine weitere Warnmöglichkeit wurde versäumt. Eine, welche die Bevölkerung direkt auf ihrem Handy erreicht: Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst zum Versenden von Nachrichten ähnlich SMS an alle Empfänger innerhalb einer Funkzelle. Dieses Warnsystem besteht bereits seit den 90er Jahren und wurde nicht zum Warnen vor dem Hochwasser genutzt.

Unzählige Schicksale verursachte die Flut. Sie brachte aber auch eine große Schar Helfer ins Katastrophengebiet. Die Schaumburger Zeitung (Online-Ausgabe) vom 18. Juli 2021 berichtet über einen Zugführer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) aus Rinteln, der in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz kam und die Einsätze vor Ort heftig kritisiert: „Wir waren angefordert als Fachzug Wassergefahren. Wir hatten Equipment und Know-how für viele weitere Aufgaben dabei. Wir hatten Pumpleistung für Tausende Liter und vier große Kräne dabei. Damit hätten wir die Räumarbeiten unterstützen können. Doch nach einer stundenlangen Anfahrt über die Autobahn und einer Nacht im Lastwagen auf einem Rastplatz sind wir einfach wieder nach Hause geschickt worden. Großeinsatz ist am Anfang Chaos. Aber was ich noch nie erlebt habe, dass man Einheiten wieder nach Hause schickt.“

Sebastian Schmidt, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverein Rinteln, war ebenfalls mit Frühmark im Einsatzgebiet. Die Hilfsbereitschaft von Frühmark war keine Einzelgänger-Aktion.

Der THW-Mann Stefan Frühmark ist entsetzt und meint, dass er die desolaten Hilfsaktionen „nur sehr schwer vermitteln“ könne. Sein Bruder Torsten Frühmark twittert, es gebe Videoberichte auf Youtube von Landwirten, die mit ihren Traktoren tatkräftig unterstützten, während laut einer Twittermeldung in einem konkreten Fall die Behörden den THW weggeschickt hätten.

Der Staat ist offenbar trotz seiner aufwendigen und teuren Katastrophenschutzapparate und weitreichenden Erfahrungen mit Hochwasserlagen nicht fähig, schnell und wirksam überall vor Ort zu helfen.

Im Raume stehen schwere Vorwürfe. Die Vorwarnung der Bevölkerung hatte überwiegend nicht funktioniert. Dass es keine Möglichkeiten dazu gab, kann ausgeschlossen werden, wie das Beispiel der Stadt Wuppertal zeigt. Hier wurden Sirenen eingesetzt, eine Sondersendung im Lokalradio berichtete über die aktuelle Entwicklung und es wurde mit Lautsprecherwagen herumgefahren, um die Bevölkerung zu alarmieren.

Apropos Sirenen. Diese sollen bundesweit am Warntag getestet werden. Der ursprünglich für diesen September geplante bundesweite Warntag fällt aus. Darauf haben sich die Innenminister von Bund und Ländern kürzlich verständigt. Der nächste Warntag soll erst am 8. September 2022 stattfinden. Zur Begründung teilte das Bundesinnenministerium mit, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) baue derzeit eine „umfassende Testlandschaft auf“. Diese werde im ersten Quartal 2022 zur Verfügung stehen.

Es bedarf allerdings nicht nur zentraler Systeme, um in dieser Weise effektiv zu helfen und zu schützen. Vielleicht muss die Frage gestellt werden, ob und wer da bremst. Nach einer Pressemeldungen des THW vom 17. Juli sind in der Region nur 2.500 THW-Helfer im Einsatz.

Angesichts des Ausmaßes des Schadens und der Einordnung als größtes Flutunglück seit der Sturmflut in Hamburg anno 1962 ist schwer nachvollziehbar, dass von den ca. 80.000 THWlern, die zur Hälfte aus Einsatzkräften bestehen (Wikipedia), die übergroße Mehrheit von 37.500 gut ausgebildeten Einsatzkräften zu Hause sitzt und Däumchen dreht.

Zentral und digital wird beim Wetterdienst die Lage ausgewertet. Warnungen wurden ausgegeben, ergebnislos.

Wenn es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, den alle Bürger zwangsweise hoch finanzieren müssen, kann von diesem erwartet werden, dass er sich im Gegenzug darum kümmert, die Bevölkerung mit relevanten Informationen zu versorgen, zumal mit lebenswichtigen Informationen.

Nicht so der WDR. Der verpennt das Ereignis, versäumt die Bevölkerung zu alarmieren, aber spuckt große Töne, wenn es darum geht den Klimawandel als Ursache der Katastrophe zu verkaufen.

Es erscheint grotesk, wenn ausgerechnet der aufgeblähte WDR Personalknappheit für seine Fehlleistung mit verantwortlich macht.

Über die sich ankündigende Naturkatastrophe wurde im SWR sogar verharmlosend und ohne konkrete Warn- und Verhaltenshinweise berichtet. So lautete die Wettervorhersage für das Hochwassergebiet am 14. Juli um 17:00 Uhr: „In der Nacht regnet es zunächst noch leicht.“ Wir reden hier von einer Nacht, in der es allein im Sendegebiet des SWR über 100 Todesopfer durch Regen gab!

Auch international war die Gefahr rechtzeitig erkannt worden. Am 17. Juli kursierte das Zitat einer Mitarbeiterin der englischen Universitätsstadt Reading, die bemerkte: „Schon mehrere Tage vorher konnte man sehen, was bevorsteht. Alle notwendigen Warnmeldungen der Wetterdienste sind rausgegangen. Doch irgendwo ist diese Warnkette dann gebrochen, so dass die Meldungen nicht bei den Menschen angekommen sind.“ (Prof. Dr Hannah L. Cloke, University of Reading)

In Reading steht zufällig das europäische Wetterzentrum, dem einer der leistungsstärksten Computer der Welt (Cray XC3) für ihre Wetterberechnungen zur Verfügung steht. Aber was nutzt alle Digitalisierung, wenn die daraus generierten Warnungen nicht ernst genommen werden?

Übrigens hat die EU beim Austritt der Briten aus der EU beschlossen, eine Niederlassung dieses Europäischen Wetterzentrums auf dem Gebiet der verbliebenen EU einzurichten. Als Standort für die neue Einrichtung hatte sich unter anderem Barcelona. Die Wahl fiel jedoch auf die deutsche Stadt Bonn.

Ministerpräsident Laschet verkündet noch am 7. Dezember 2020 auf der Website des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur: „Die Entscheidung des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) für den Standort Bonn ist eine Entscheidung für Europa, Exzellenz und Vernetzung. Nordrhein-Westfalen bietet dem EZMW und seinen Mitarbeitern hervorragende Arbeits- und Lebensbedingungen im Herzen Europas mit ausgezeichneten Voraussetzungen in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Nachhaltigkeit.“

So gut kann die Vernetzung wohl nicht sein, wenn die Warnungen aus dem eigenen Haus dort verpuffen.

Es ist der gleiche Laschet, der im englischsprachigen Magazin Politico am 15. Juli 2021 versucht, einen Bezug von der hausgemachten Überschwemmungskatastrophe mit Todesopfern zum Klimawandel herzustellen:

«‹Wir werden immer wieder mit solchen Ereignissen konfrontiert, und das bedeutet, wir brauchen mehr Tempo beim Klimaschutz – bundesweit, europaweit, weltweit. Jeder muss jetzt seine Maßnahmen ergreifen, und da brauchen wir mehr Schwung für den Klimaschutz sowie präventive Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.»

Das Europäische Wetterzentrum in Bonn hat einen ihrer Schwerpunkte in der Erforschung des Klimawandels und ist selbst mit dieser speziellen Expertise nicht in der Lage, die Probleme zu erkennen und vorbeugende Maßnahmen zu initiieren. Dann hat es wohl doch weniger mit dem Klima zu tun als mit einem ganzen Strauß von externen Faktoren, von denen das mangelhafte Meldewesen und überfordertes örtliches Krisen-Management nur einen Ausschnitt darstellen. Bekannt ist, dass eine dichte Bebauung ehemaliger Auen, die Begradigung von Flüssen und die Versiegelung großer Flächen dazu beitragen, dass es nicht nur zu dieser Katastrophe kommen konnte, sondern dass sie vorhersehbar war.

Am Ende bleibt stehen, dass diese Katastrophe hausgemacht ist und die Versuche, einen Zusammenhang zu Klimagefahren zu konstruieren, ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver ist. Längst ist unter Wissenschaftlern bekannt, dass die verfügbaren Wetterdaten der letzten Jahre belegen, dass die Regenmenge in unseren Sommern nicht zugenommen hat (Quelle: Deutscher Wetterdienst) und es keine Zunahme von Extremwetterereignissen gibt.

  • „So dokumentierte ein Team der National University in Canberra, dass die globalen Niederschläge in den letzten 70 Jahren trotz globaler Erwärmung sogar weniger extrem geworden sind, und dies sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Hinsicht. Eher gibt es eine Tendenz zu ausgeglicheneren Verhältnissen: Trockene Gebiete wurden feuchter, und feuchte Gebiete wurden trockener. Eine Temperaturabhängigkeit der Niederschlagsvariabilität war nicht festzustellen.“
  • „Zu einem ähnlichen Schluss kam 2021 auch eine Forschergruppe um Louise Slater von der University of Oxford. Sie hat über 10.000 verschiedene Flußpegel-Aufzeichnungen aus der ganzen Welt ausgewertet und für die letzten 50 Jahre auf Trends hin untersucht. Die Wissenschaftler stießen dabei auf signifikante Veränderungen, die sich je nach Klimazone und betrachtetem Zeitmaßstab jedoch voneinander unterschieden. Im globalen Maßstab hat die Stärke der Überflutungen insgesamt abgenommen. Die sogenannten Jahrhundert-Hochwässer sind in den trockenen und gemäßigten Klimazonen der Erde zurückgegangen. Das sind jene Hochwasser-Ereignisse, die statistisch gesehen alle 100 Jahre auftreten. In den kalten Regionen der Erde zeigten sich bei den Jahrhundert-Hochwässern durchmischte Trends.“
  • «Das Umweltbundesamt berichtete in seinem Monitoringbericht zur deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2019, dass keine Hochwassertrends feststellbar seien: ‹Die Zeitreihe zum [deutschen] Hochwassergeschehen ist durch einzelne wiederkehrende Hochwasserereignisse sowohl im Winter- als auch im Sommerhalbjahr geprägt. Signifikante Trends lassen sich nicht feststellen.›»

Dipl.-Met. Marcus Beyer, Deutscher Wetterdienst, stellt die entscheidende Frage: „Warum sind so viele Menschen gestorben? Warnungen wurden Tage im Voraus ausgegeben. Das Ausmaß der Niederschläge wurde von den Modellen in den kommenden Tagen gut erfasst. Erste Vorwarnungen wurden drei Tage im Voraus ausgegeben. Zwei Tage im Voraus wurde über MOWAS gewarnt. Trotz der langen Vorlaufzeit konnten so viele Menschen nicht mehr geschützt werden und mussten sterben.“

Im Gedenken an die Opfer der verheerenden Überschwemmungen beging Belgien am 20. Juli einen Tag der nationalen Trauer. Von 12.01 Uhr bis 12.02 Uhr wurde im ganzen Land eine Schweigeminute abgehalten. Regierungschef Alexander De Croo erklärte, der Staatstrauertag werde ein Moment sein, um sich zu sammeln angesichts der zahlreichen Todesopfer. Er biete aber auch die Möglichkeit, die „vielen Solidaritätsbekundungen und das von den Belgiern empfundene Zusammengehörigkeitsgefühl zu würdigen“.

Weshalb gedenkt Deutschland der 192 Flutopfer nicht mit einer landesweiten Schweigeminute? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rechnet mit Hochwasserschäden bis zu fünf Milliarden Euro allein in den in Deutschland betroffenen Gebieten. Die 200 Millionen Euro Hochwasser-Hilfe des Bundes sind da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Pressestelle des THW teilt mit: „Zur Einordnung hinsichtlich der von Ihnen bemängelten Anzahl an Einsatzkräften ist grundsätzlich anzumerken, dass das THW über ein sehr breites Angebot an technischem Gerät für unterschiedlichste Schadenslagen verfügt. Zu deren sachgerechter Handhabung sind Expertinnen und Experten entsprechend ausgebildet, d.h. nicht jeder/jede kann alles bedienen. Von unseren rund 80.000 THW-Ehrenamtlichen ist bundesweit nur ein Teil beispielsweise in den Fachgruppen Bergen und Räumen organisiert. Weitere Informationen dazu finden sie hier: https://www.thw.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/THW/Bundesanstalt/Aufgaben/Einsatzoptionen/einsatzoptionen_neu.html?searchString=einsatzoptionen

Und da es sich ausschließlich um ehrenamtliche Einsatzkräfte handelt, ist auch nicht jeder und jede immer einsatzbereit. 

Im Fall einer Schadenslage diesen Ausmaßes sind unterschiedliche Institutionen und Organisationen involviert. Jeder Einsatz muss dabei individuell koordiniert werden, dabei wird auch entschieden wie viele Einsatzkräfte und welche Einheiten vor Ort helfen können. Schließlich wäre es nicht zielführend, wahllos Helfende ohne zielgerichteten Auftrag in das Katastrophengebiet zu senden. 

Das Technische Hilfswerk ist dank einer guten, fachlichen Ausbildung der Einsatzkräfte und dank stetiger Investitionen in moderne Ausstattung gut auf alle möglichen Szenarien im Bereich Bevölkerungsschutz vorbereitet. Aufgrund unserer bundesweit einheitlich aufgebauten Einheiten können wir somit problemlos auch überregional zusammenarbeiten und Einsatzkräfte mit der entsprechenden Ausstattung bundesweit zusammenziehen. Diese THW-Strukturen haben sich bewährt. 

Solange die Schadenlage nicht vollständig erkundet ist, werden auch Kräfte aktiviert, die im Zweifelsfall nicht direkt zum Einsatz kommen können, da sich vor Ort rausstellt, dass die Zuwegung zu einer Einsatzstelle erst ertüchtigt werden muss.  Einige THW-Einheiten aus ganz Deutschland wurden vorsorglich angefordert, um schnell vor Ort Hilfe leisten zu können. Dabei legen diese einen längeren Anfahrtsweg zurück, um im Bedarfsfall schnell Hilfe leisten zu können. Diese Kräfte werden nun  vorsorglich in Bereitstellungsräume zusammengezogen. Von dort erfolgt der Abruf der Einheiten durch die örtlichen Einsatzleitungen über die Technische Einsatzleitung des Kreises mittels eines konkreten Einsatzauftrages. So wird sichergestellt, dass die richtigen Einheiten an der richtigen Einsatzstelle gelangen, an der sie auch wirklich benötigt werden. Wenn eine vorsorglich in den Einsatz geschickte Einheit, nicht vor Ort angefordert wurde, ist dies im Zusammenhang mit dem Bedarf vor Ort zu sehen. Diese Entscheidung ist abhängig von der sich stetig ändernden Lage, die ständig angepasst wird. Deshalb bleibt es nicht aus, das vorsorglich angeforderte Einheiten nicht in den Einsatz kommen, da diese Fähigkeiten vor Ort nicht konkret benötigt werden. Gerade zu Beginn des Einsatzes lag die Priorität auf der Rettung von Menschen. 

Insofern ist das THW, wie auch andere Organisationseinheiten des Zivil- und Katastrophenschutzes aktuell in Sachen Unwetter/Überschwemmungen an verschiedenen Einsatzstellen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und in Sachsen derzeit im Einsatz. Dabei kommen THW-Einheiten aus allen acht THW-Landesverbänden aktuell zum Einsatz.

Und bitte vergessen Sie nicht, dass wir daneben bundesweit auch andere Schadenslagen mit haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften zu bewältigen haben.“

Über Hochwasserlagen informieren öffentlich:

Allein im Land Berlin und auf Bundesebene gibt es über 200 infolge der COVID-19-Pandemie erlassene Gesetze und Verordnungen

Allein die Gesetzgeber und die Regierungen des Landes Berlin und des Bundes haben innert eines Jahres über 200 Gesetze, Verordnungen und weitere Normen erlassen, um COVID-19 zu bekämpfen. Ich wollte zum Vergleich rausfinden, wieviele Gesetze der Reichstag von 1871 bis 1918 beschlossen hat – fand es aber nicht im Internet.    

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Kündigung des Mietvertrags nach Intervention einer Mitarbeiterin der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag

Dr. med. Paul Brandenburg ist Facharzt für Allgemein- und Notfallmedizin und Taucherarzt. Er hat 2020 einen Verein für die Verteidigung der Grundrechte gegründet: 1bis19. In einem Haus im Berliner Szene-Kiez Prenzlauer Berg betreibt er ein Corona Testzentrum. Der Vermieter habe Brandenburg den Mietvertrag gekündigt, nachdem eine Mitarbeiterin der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag dem Vermieter geschrieben habe, teilte uns Herr Brandenburg mit.

Der Betreff der E-Mail (in Kopie an eine offizielle Adresse der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag) lautet: „Corona-Leugner als Mieter der Husemannstraße 17“.

Die Fraktions-Mitarbeiterin schreibt an Brandenburgs Vermieter, „dass der Geschäftsführer des Corona-Testzentrums in der Husemannstraße 17, also in unserem Haus, ein Antidemokrat und Anhänger von Corona-Leugnern ist. Es handelt sich laut Artikel um Herrn Paul Brandenburg, der öffentlich die Maßnahmen der Regierung gegen Corona ablehnt, aber mit diesem Testzentrum Unterstützung des Senats einstreicht.

Ich möchte Sie bitten, den Eigentümer des Hauses über diesen Mieter zu informieren. Ich und sicherlich auch die anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses möchten nicht mit einem Demokratiegefährder unter einem Dach leben. 

Ich setze meine Dienstadresse mit in Kopie und informiere dann auch meinen Kollegen aus der SPD-Fraktion, der in der Husemannstraße 17 wohnt.“

August Bebel, Begründer der Sozialdemokratie, sagte: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ Der Arzt Brandenburg arbeitet in seinem Testzentrum in der Husemannstraße 17.

Die Mitarbeiterin der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag spielt mit dem Brot von Dr. med. Paul Brandenburg, der als Unternehmer angewiesen ist auf die Einnahmen aus dem Corona Testzentrum, dessen Mietvertrag nun gekündigt wurde – nach dem Versenden der E-Mail aus den Reihen der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Die Pressestelle der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag hat unsere Presseanfrage, ob das Vorgehen ihrer Mitarbeiterin im Sinne der Fraktion sei, nicht beantwortet.

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Schänder der weißen Rosen ist DGB-Gewerkschaftsfunktionär

Der Schänder der weißen Rosen, der Herr im dunklen Jacket und roten T-Shirt, heißt Michael Lemm. Er arbeitet in der Geschäftsstelle des DGB Thüringen (Büro Suhl). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften in Deutschland. Ihm gehören acht Mitgliedsgewerkschaften mit rund sechs Millionen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in der Bundesrepublik Deutschland an.

„Solidarität und Gerechtigkeit sind unverrückbare Werte“ des DGB, so steht es auf seiner Internetseite. „Die Internationale erkämpft das Menschenrecht“ lautet das Kampflied der Arbeiterbewegung, das auf 1. Mai-Demonstrationen angestimmt wird. Die Justiz ist die Wächterin der Menschenrechte und eine freiheitlich demokratische Grundordnung kann nur mit der Unabhängigkeit der Justiz existieren.

Foto: Martin Lejeune

Am 1. Mai legten trotz Versammlungsverbot Tausende Menschen weiße Rosen vor dem Amtsgericht Weimar und einer Schule nieder aus Solidarität mit Richter Christian Dettmar, dessen Wohnung, Büro und Auto durchsucht wurden. Am Nachmittag schändete Lemm die Gedenkstätte an den Rechtsstaat und leitete offenbar eine Gruppe von Vandalen an, die weiße Rosen, Briefe und Karten zerstörten und in Müllsäcke warfen.

Die Stadt Weimar hatte für den 1. Mai alle Demonstrationen für den Rechtsstaat und für die richterliche Unabhängigkeit verboten! Die DGB-Demo am 1. Mai durfte hingegen in Weimar stattfinden.

Lemm hat Erfahrungen als freigestelltes Betriebsratsmitglied bei der Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH, als stellvertretender Vorsitzender des DGB – Kreisverbandes Eisenach-Wartburgkreis und als Kreisvorstandsvorsitzender des Wartburgkreises bei der Partei „Die Linke“.

Es verstört mich zutiefst, welche Rolle die Gewerkschaften in dieser Auseinandersetzung spielen bzw. wie sie sich massiv für die Regierung positionieren. Gewerkschaften sollten sich bei der Repression gegen die richterliche Unabhängigkeit heraus halten, um nicht Vertrauen bei den Arbeitnehmern zu verspielen.

Aufgefallen ist mir das aber schon länger, wie DGB-Gewerkschaften, insbesondere die IG METALL, eine der finanzstärksten und mächtigsten Mitglieder im DGB, immer mehr in eine regierungsnahe Richtung gehen. Da sind Gewerkschaftsfunktionäre der Verwaltungsstellen, die offen politische Themen regierungsnah in Seminaren behandeln und wohlmöglich die Teilnehmer versuchen, zu beeinflussen.

Michael Lemm engagiert sich „vor allem wenn es darum geht, menschenverachtende Einstellungen, Diskriminierung und Rechtspopulismus nicht zuzulassen.“ Lemm sagt über sich: „wenn es darum geht, Demonstrationen zum Beispiel gegen TTIP und CETA zu organisieren oder Redner, Rednerinnen für Kundgebungen in gewerkschaftlichen Themen zu finden, bin ich dabei. Es ist einfach Klasse, mit Menschen zu tun zu haben, die sich für die gleiche Sache einsetzen, die mit mir kämpfen, wenn es darum geht, Ungerechtigkeiten im Gesellschaftssystem zu thematisieren, darauf aufmerksam zu machen und so manchen Stein auf dem Weg zu einer gerechteren Welt ins Rollen zu bringen. Wenn ich damit auch den, von der Gesellschaft unbemerkten Menschen eine Stimme geben kann, dann ist das für mich Motivation!“

Mit der Vernichtung der Gedenkstätte ließ Lemm die Stimmen der Menschen verstummen, die für unabhängige Richter am 1. Mai ihre Stimme erhoben. Lemm warf mit den Karten und Briefen der Bürger an Richter Dettmar auch die Stimmen der Menschen in den Müll!

Ich fragte Lemm, ob er uns seine Sicht der Dinge in einem Interview schildern wolle, warum er die Gedenkstätte vernichtete. Lemm sagte, er stehe für ein Interview nicht zur Verfügung. Er wünschte mir am Telefon: „Bleiben Sie negativ!“

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Verfassungsgericht verwirft Anträge gegen Ausgangsbeschränkung

Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung abgelehnt, mit denen erreicht werden sollte, dass die in § 28b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 IfSG geregelte nächtliche Ausgangsbeschränkung vorläufig außer Vollzug gesetzt wird. Damit ist nicht entschieden, dass die Ausgangsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Eine solche Entscheidung kann das Bundesverfassungsgericht im Eilverfahren nicht treffen. Diese Prüfung bleibt den Hauptsacheverfahren vorbehalten. In dem Verfahren 1 BvR 805/21 ist die Verfassungsbeschwerde eines Beschwerdeführers, der vorgetragen hat, nach überstandener COVID-19 Erkrankung immunisiert zu sein, abgetrennt worden. Seine Beschwerde wird in einem eigenen Verfahren geführt.

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Verwaltungsgerichts-Präsident kritisiert Rechtsstaat-Verständnis der Kanzlerin

Andreas Heusch, Präsident des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts, kritisiert das Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite: „Wenn die Bundeskanzlerin es als Mehrwert sieht, daß die Verwaltungsgerichte ausgeschaltet werden, dann frage ich mich, was für ein Verständnis von Rechtsstaat sie hat.“

Die Bundeskanzlerin sagte, das Gesetz sorge dafür, daß Bürger für einzelne Regelungen nur noch vor dem Bundesverfassungsgericht klagen können, nicht mehr vor den einzelnen Verwaltungsgerichten. „Wir haben nicht mehr die unterschiedlichen Verwaltungsgerichts-Entscheidungen“, so die Kanzlerin.

Heusch entgegnet Merkel: „Gerade in den letzten Monaten hat sich die Bedeutung der Verwaltungsgerichte für den Rechtsstaat gezeigt“. Man habe immer mit Augenmaß entschieden. „Die sogenannte Bundes-Notbremse berührt die Grundfeste des Rechtsstaats.“

Nicola Haderlein, Vizepräsidentin des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts, sagte über das Gesetz, es sei „eine Beschneidung des Rechtsweges. Die Verfassungswidrigkeit springe ins Auge.“ Es verstoße gegen Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes (die freie Entfaltung der Persönlichkeit).

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«Ein Schlag ins Gesicht unserer Tochter» – die Schändung des Gedenkens an den Rechtsstaat

«Vor der Schule schauts aus wie nach einem Amoklauf», sagt der Zugführer der Polizei über die weißen Rosen, Briefe und Kerzen, die Bürger am 1. Mai vor der Weimarer Schule für den Familienrichter Christian Dettmar andächtig niederlegen.

Am 8. April verpflichtete Richter Dettmar die Leitungen und Lehrer von zwei Schulen, die Maskenpflicht zu beenden. Die Entscheidung betrifft zwei Kinder, deren Mutter wegen der Masken-, der Abstands- und Testpflicht gem. § 1666 BGB bei Gericht angeregt hatte, eine mögliche Kindeswohlgefährdung zu prüfen. 

Nach dem richterlichen Beschluss wird den «Leitungen und Lehrern» der beiden Schulen, untersagt anzuordnen, «im Unterricht und auf dem Schulgelände Gesichtsmasken aller Art, insbesondere Mund-Nasen-Bedeckungen, sogenannte qualifizierte Masken (OP-Maske oder FFP2-Maske) oder andere, zu tragen».

Nach mindestens einer Strafanzeige aus Regierungskreisen durchsuchten Ermittler das Büro, die Privatwohnung und das Auto von Richter Dettmar. Dabei wurden das Handy des Richters und weitere Beweismittel beschlagnahmt. Die Durchsuchungen erfolgten durch die Staatsanwaltschaft Erfurt aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Erfurt wegen des Vorwurfs der Rechtsbeugung durch Richter Dettmar.

Der Vorsitzende des Justizausschusses im Thüringer Landtag, Stefan Möller, sagt, es vertrage sich nicht «mit der richterlichen Unabhängigkeit, wenn Richter bei politisch unbeliebten Entscheidungen nicht nur aus den Reihen der Regierungskoalition angezeigt, sondern auch tatsächlich durch Strafverfahren stark unter Druck gesetzt werden.»

Nach Aufrufen von Bürgerrechtsanwälten versammelten sich am 1. Mai circa 1.000 Bürger vor einer der Schulen und an den Gittern um das abgesperrte Amtsgericht Weimar. Neben dem Meer aus Kerzen und weißen Rosen auf den Treppenstufen der Weimarer Schule fanden sich viele Botschaften betroffener Bürger in Form von Briefen und Karten an Richter Dettmar.

In einem handschriftlichen Brief an den Familienrichter heißt es: «Mit Ihrem Urteil haben Sie uns ein kleines bißchen Vertrauen in das System wiedergegeben und die Hoffnung, daß unsere 16-jährigen Tochter eventuell auch bald wieder den Unterricht normal besuchen kann. Diese Durchsuchung bei Ihnen ist ein Schlag ins Gesicht unserer Tochter. Sie hat mit Depressionen zu kämpfen und äußerte letztens, daß ihre Jugend gestohlen wird…»

Auf einer Karte bedankt sich eine Familie für den «Hoffnungsschimmer», den die Entscheidung des Amtsrichters für die Kinder bedeute. Und auf einer anderen Karte steht: «In memoriam Artikel 97 Absatz 1 Grundgesetz: Die Richterliche Unabhängigkeit.»

Viele Bürger legen die Kerzen, Blumen und Briefe andächtig nieder. Vor der Schule herrscht eine ergreifende Stimmung und feierliche Stille, gebrochen nur von den Sirenen und Lautsprecher-Durchsagen der Polizei, die den Platz vor der Schule räumte. Es wirkt, als ob der Rechtsstaat zu Grabe getragen werde und die Menschen in Weimar sich in kollektiver Trauer versammeln. Diesen Eindruck stützt eine Karte, die zwischen den unzähligen weißen Rosen liegt: «Zum Gedenken an den Rechtsstaat und dessen mutige Verteidiger im Amtsgericht Weimar.» Gemeint ist neben Dettmar auch Richter Matthias Guericke, der im Januar am Amtsgericht Weimar in einer Ordnungswidrigkeiten-Sache wegen eines Treffens mit acht Personen im Lockdown 2020 auf Freispruch geurteilt hatte. Gegen Richter Guericke ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera.

Nach der polizeilichen Räumung dürfen eine Gruppe schwarz vermummter Gestalten den geräumten Schulplatz betreten und werfen vor den Augen der Polizei die Karten, Briefe und Zeichnungen an die Richter und andere Thüringer Amtsträger in blaue Müllsäcke. Die weißen Rosen werden zerbrochen und mit den Kerzen weggeworfen. Eine Schändung des Gedenkens an die Opfer der Repression am helllichten Tage.

Während wir die Schändung für unseren YouTube-Kanal «Anni und Martin» zeitgeschichtlich dokumentierten, riefen wir die Rechtsanwältin Viviane Fischer von der Stiftung Corona Ausschuss (SCA) an. 

Die Berliner Rechtsanwältin Fischer, die noch in Weimar demonstrierte, eilte unverzüglich an den Tatort der Schändung herbei und bat die Vandalen höflich, ihr die Mülltüten mit den Archivalien in Form von Briefen, Karten und Bildern auszuhändigen.

Nachdem die Treppenstürmer sich weigerten, der Bitte von Fischer nachzukommen, wandte sich die Rechtsanwältin an den Zugführer der anwesenden Polizeikräfte. Dieser gestattete Fischer einige Archivgüter aus den mittlerweile von der Polizei sichergestellten Mülltüten zu retten.

Fischer durfte in Begleitung von Polizisten die Sicherheitszone hinter den Polizeiabsperrungen betreten und durchwühlte die Müllsäcke, um zwischen den Stacheln der dornigen Rosen wichtige Dokumente fürs Archiv zu sichern.

Viele Zuschauer des YouTube-Kanals «Anni und Martin» sind tief berührt, wie sich Rechtsanwältin Fischer am 1. Mai in besonderer Weise für die Sicherung von Archivgut im Freistaat Thüringen verdient gemacht hat:

Daß es sich bei den Unterlagen der Solidaritätsbekundung für den Amtsrichter Dettmar zweifelsfrei um (zumindest potentielles) Archivgut handelt, wird durch das Thüringer Archivgesetz § 2 (hier insbesondere Absatz 2, Nummer 1 b und Nummer 1 c) bekräftigt, in dem es heißt:

«§ 2 Öffentliches Archivgut

(1) Öffentliches Archivgut sind alle archivwürdigen Unterlagen der in § 3 Abs. 1 und § 4 Abs. 1 genannten öffentlichen Stellen, die zur dauernden Aufbewahrung von einem öffentlichen Archiv übernommen werden. Als öffentliches Archivgut gelten auch archivwürdige Unterlagen sowie dokumentarische Materialien, die von öffentlichen Archiven zur Ergänzung ihres Archivgutes angelegt, erworben oder übernommen worden sind. Durch die Feststellung der Archivwürdigkeit und die Übernahme der Unterlagen gemäß § 7 Abs. 1 erfolgt ihre Widmung zu öffentlichem Archivgut. Die Widmung begründet eine hoheitliche Sachherrschaft, die durch bürgerlich-rechtliche Verfügungen nicht berührt wird.

(2) Archivwürdig sind

 1. Unterlagen, denen insbesondere aufgrund ihres rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Wertes besondere Bedeutung zukommt

a) als Quellen für die Erforschung oder das Verständnis von Geschichte und Gegenwart, auch im Hinblick auf künftige Entwicklungen, oder

b) für die Sicherung berechtigter Belange der Bürger, Institutionen oder Dritter oder

c) durch bleibenden Wert für die Gesetzgebung, Regierung, Verwaltung oder Rechtsprechung oder […]»

Zwar obliegt die Feststellung der Archivwürdigkeit den Archivarinnen und Archivaren jenes Archives, denen die Unterlagen angeboten werden sollten. Hier kämen mehrere Archive in Betracht: u. a. das Stadtarchiv Weimar und das Landesarchiv Thüringen. Aufgrund des Einsatzes von Rechtsanwältin Fischer können die am 1. Mai sichergestellten Unterlagen für die Nachwelt erhalten bleiben. Es müsste in meinen Augen mit dem Teufel zugehen, wenn das Stadtarchiv die Übernahme ablehnen würde.

Viele Zuschauer schreiben uns, ihnen sei bei der dokumentierten Säuberungsaktion vor dem Schulgebäude in Weimar wirklich schlecht geworden. Sie können nicht verstehen, wie Menschen derart blind für kulturelle, gesellschaftliche und politische Ereignisse sein können. Was wäre denn gewesen, wenn nicht mutige Menschen die Flugblätter der Geschwister Scholl von der Straße gesammelt hätten? Wir hätten sie heute nicht. Zwar ist man für die Aufbewahrung damals hart bestraft worden, was heute (noch) nicht der Fall ist. Es geht hier aber ums Prinzip. Was kommt als nächstes? Öffentliche Verbrennungen der Bücher von Maßnahmenkritikern? Unglaublich, wie bereitwillig bzw. unreflektiert versucht wird, die dem Mainstream entgegenlaufenden Belange der Bürger aus den Archiven fernzuhalten.

Protest muss – egal von welcher Seite kommend – dokumentiert werden, sobald es sich um Belange des öffentlichen Interesses handelt. Ob das nun einem passt oder nicht. Daß dies beim Fall Dettmar der Fall ist, sollte jedem klar sein, der halbwegs klar im Kopf ist. Man kann froh sein, dass der Zugführer der Polizei ein so besonnener Mensch gewesen ist.

Über die Aktion in Weimar lässt sich sicher streiten, doch die Vernichtung missliebiger Meinungen ist ein noch schwerwiegenderes Vergehen, als das bißchen Wachs, welches die Treppen besudelt hat.

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Richter unter Druck: Angriff auf richterliche Unabhängigkeit

Die Rechtmäßigkeit der Entscheidungen von drei Richtern prüfen nicht mehr ausschließlich höhere richterliche Berufungsinstanzen, sondern die Staatsanwaltschaften Erfurt, Gera und München II.

Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft in Jena bestätigt, daß die Staatsanwaltschaften Erfurt und Gera gegen zwei Richter am Amtsgericht Weimar strafrechtlich ermitteln. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen eine Richterin am Amtsgericht Weilheim.

Az. 9 F 148/21 (Amtsgericht Weimar, 08.04.2021)

Am 8. April verpflichtete Richter Dettmar die Leitungen und Lehrer von zwei Schulen, die Maskenpflicht zu beenden. Die Entscheidung (Az. 9 F 148/21) betrifft zwei Kinder der Pestalozzischule in Weimar (Grund- und Regelschule), deren Mutter wegen der Masken-, der Abstands- und Testpflicht gem. § 1666 BGB bei Gericht angeregt hatte, eine mögliche Kindeswohlgefährdung zu prüfen.

Nach dem richterlichen Beschluss wird den «Leitungen und Lehrern» der beiden Schulen, untersagt anzuordnen, «im Unterricht und auf dem Schulgelände Gesichtsmasken aller Art, insbesondere Mund-Nasen-Bedeckungen, sogenannte qualifizierte Masken (OP-Maske oder FFP2-Maske) oder andere, zu tragen». Richter Dettmar stützte seine Entscheidung u. a. auf ein Gutachten der Fachärztin Prof. Dr. med. Ines Kappstein. Die Sachverständige wurde zur Frage der Wirksamkeit von Gesichtsmasken hinzugezogen. Es gäbe demnach keine Belege dafür, dass Gesichtsmasken unterschiedlicher Art das Infektionsrisiko durch SARS-CoV-2 überhaupt oder sogar nennenswert senken können.

Wegen des Vorwurfs der Rechtsbeugung haben Ermittler das Büro, die Wohnung und das Auto von Richter Dettmar durchsucht. Dabei wurden das Handy des Richters und weitere Beweismittel beschlagnahmt. Die Durchsuchungen erfolgten durch die Staatsanwaltschaft Erfurt aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Erfurt. Richter Dettmar wird durch Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate vertreten. Aus Justizkreisen ist zu vernehmen, daß das Justizministerium in Erfurt in den Fall involviert sei.

Wir haben mit der Klägerin über die Beschuldigungen gegen Richter Dettmar gesprochen. Das Interview mit der Mutter von zwei Kindern ist sehr beeindruckend.

Az. 6 OWi – 523 Js 202518/20 (Amtsgericht Weimar, 11.01.2021)

Gegen den Weimarer Amtsrichter Matthias Guericke, der im Januar in einer Ordnungswidrigkeiten-Sache wegen eines Treffens mit acht Personen im Lockdown 2020 auf Freispruch geurteilt hatte (Az. 6 OWi – 523 Js 202518/20), werde auch ermittelt, bestätigt die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft in Jena. Richter Guericke urteilte im Januar, daß die Thüringer Maßnahmenverordnung mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und daher nichtig sei. Mit Rechtsanwalt Dr. Reiner Fuellmich sprachen wir über das Urteil von Richter Guericke:

Nun soll es in der Staatsanwaltschaft Erfurt einen Verdacht auf Befangenheit geben, weshalb einem Abgabeersuchen der Staatsanwaltschaft Erfurt stattgegeben worden sei. Am 22. April habe die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft in Jena die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Richter Guericke an die Staatsanwaltschaft Gera verwiesen. Dort sei der leitende Oberstaatsanwalt Steffen Flieger als Behördenleiter und der leitende Staatsanwalt Thomas Riebel als stellvertretender Behördenleiter mit der Sache befasst. Staatsanwalt Jürgen Boße von der Pressestelle der Staatsanwaltschaft Gera war für einen Kommentar nicht zu sprechen.

Auch Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen und Staatsanwältin Luise Schöne von der Staatsanwaltschaft Erfurt stehen für einen Kommentar nicht zur Verfügung. Die Sprecher der involvierten Gerichte in Weimar und Erfurt verweisen wiederum an die vorgenannten Sprecher der Staatsanwaltschaften Gera und Erfurt.

Auskünfte über den aktuellen Sachstand in Thüringen gab uns hingegen der Vorsitzende des Justizausschusses im Thüringer Landtag, der Erfurter Rechtsanwalt Stefan Möller, MdL: «Es verträgt sich nicht mit der richterlichen Unabhängigkeit, wenn Richter bei politisch unbeliebten Entscheidungen nicht nur aus den Reihen der Regierungskoalition angezeigt, sondern auch tatsächlich durch Strafverfahren stark unter Druck gesetzt werden.»

Az. 2 F 192/21 (Amtsgericht Weilheim, 13.04.2021)

Gegen eine Richterin in Weilheim ermittelt die Staatsanwaltschaft München II.

Die Richterin befreite ein Kind von der Maskenpflicht an der Erzbischöflichen Realschule St. Immaculata in Schlehdorf (Az. 2 F 192/21). In dem Beschluss ordnete das Familiengericht an, daß die Schulleitung dem Kind nicht mehr das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Schulgelände vorschreiben dürfe.

Geklagt hatten die Eltern des Kindes. Das Verfahren wurde vor einer Familienrichterin geführt, die über die Kindeswohlgefährdung durch Masken zu entscheiden hatte. Dies sah das Gericht durch die an der Realschule geltenden Corona-Vorschriften als gegeben an. Die Richterin bezog sich auf ein umfangreiches Gutachten von Professor Dr. Christof Kuhbandner, Institut für experimentelle Psychologie an der Universität Regensburg. Der Psychologe hatte bereits in der Vergangenheit auf negative Nebenwirkungen für Schüler hingewiesen.

Hierzu eine Analyse von Rechtsanwältin Viviane Fischer (Corona-Ausschuss):

Wir befragten den Deutschen Richterbund zu den strafrechtlichen Ermittlungen gegen die drei Richter. Eine Antwort steht aus.

Am 1. Mai legten Bürgerrechtsanwälte in schwarzen Robben weiße Rosen nieder vor den Polizei-Gittern, die alle Zugangsstraßen zum Amtsgericht Weimar absperrten. Die Polizei errichtete eine polizeiliche Schutz-Zone um das Gericht.

Die Stadt Weimar untersagte die Anwaltsdemo vor dem Gericht. Gegen das Versammlungsverbot klagt der Anmelder, Rechtsanwalt Ralf Ludwig aus Leipzig, erfolglos bis vor dem Oberverwaltungsgericht. Die Polizei sprach zahlreiche Platzverweise für das Weimarer Stadtgebiet aus gegen Bürger, die sich trotz des Verbots ansammelten.

Schändung der weißen Rosen

Marsch für Richter Christian Dettmar durch Weimar:

Bericht von der Schändung der weißen Rosen:

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Vertritt die Ärztekammer die Interessen der Ärzteschaft oder der Politik?

Die Staatsanwaltschaft Berlin führt derzeit 18 strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen Berliner Ärzte wegen Verdachts des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse im Zusammenhang mit der Pandemie. Staatsanwaltschaft und Ärztekammer kooperieren bei den Ermittlungen.

Einige Berliner Ärzte sehen sich nicht mehr von der Ärztekammer vertreten und werfen der Institution vor, die Interessen der Regierung anstatt der Ärzteschaft zu vertreten.

Die Ärztin Perin D. wurde per Strafbefehl zu eine Strafe in Höhe von 150 Tagessätzen verurteilt, weil sie mutmaßlich Gefälligkeitsatteste ausgestellt habe. Sobald der Strafbefehl rechtskräftig wird, ist D. vorbestraft. Dann wird die Ärztekammer ein berufsrechtliches Verfahren gegen sie eröffnen. Das Verfahren hat zur Folge, daß sie ihre Approbation verliert und nie wieder als Ärztin arbeiten darf. Die Ärztekammer hat bereits der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, umgehend informiert werden zu wollen, sobald der Strafbefehl rechtskräftig sei, um gegen D. das berufsrechtliche Verfahren eröffnen zu können.

Die Rechtsauffassungen, wie der Arzt ein Attest rechtssicher auszustellen habe, gehen auseinander.

Einen Versuch, Rechtssicherheit zu bieten, unternahm der Vorstand der Ärztekammer am 05.01.2021 mit einem Brief “an die in Berlin tätigen Ärztinnen und Ärzte”. In dem Schreiben heißt es:

„Aus dem ärztlichen Attest muss sich nachvollziehbar mindestens ergeben, auf welcher Grundlage die Diagnose gestellt wurde und wie sich die Krankheit im konkreten Fall darstellt.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin bringt es noch deutlicher auf den Punkt: “Der Grund für die Maskenbefreiung, die Diagnose, muss auf dem Attest vermerkt sein.”

Der Rechtsauffassung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung widersprechen die Berliner Corona-Verordnungen und eine Gerichtsentscheidung.

In den Berliner Vorschriften zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vom 14. Dezember 2020 (sowie in anderen Fassungen der Verordnung) steht:

„Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt nicht für Personen, die ärztlich bescheinigt aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer ärztlich bescheinigten chronischen Erkrankung oder einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können.“

Die Berliner Verordnung verlangt keine Diagnose auf dem Attest.

Und in dem Verfahren 11 S 132/20 hat der 11. Senat des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg am 4. Januar 2021 entschieden, daß ein zum Nachweis vorzulegendes ärztliches Zeugnis die konkret zu benennende gesundheitliche Beeinträchtigung (Diagnose) nicht beinhalten müsse.

Dr. Walter Weber, Vorsitzender der Stiftung Ärzte für Aufklärung, sagt: „Die Berliner Ärzte sollten sich an das Urteil des OVG Berlin-Brandenburg halten. Die Berliner Ärztekammer sollte sich fragen lassen, warum sie so völlig anderslautende Empfehlungen gibt.“

Ein in Berlin praktizierender Arzt sagte im persönlichen Gespräch, er sehe keine rechtliche Grundlage für die verpflichtende Angabe einer Diagnose auf einem Attest. Der Arzt, der ein Attest mit Diagnose ausstelle, so wie es der Vorstand der Ärztekammer von der Ärzteschaft verlange, mache sich in “vorauseilendem Gehorsam” und ohne Rechtsgrundlage “zum verlängerten Arm der Regierung”.

Und der Berliner Arzt Dr. Paul Brandenburg kritisiert die Funktionäre der Ärztekammer: “Es ist unfassbar, in welcher Art und Weise sich eine Kammer zum Handlanger eines politischen Narrativs macht und die Ärzte unter Druck setzt.”

Ärzte, die sich auf die ärztliche Schweigepflicht berufend, keine Angabe zur Diagnose auf dem Attest publizieren, geraten in Berlin wohlmöglich ins Visier der Behörden.

Bei der Polizei Berlin ist eigens das LKA 221, eine Fachabteilung des Landeskriminalamts für Betrug in Schöneberg, mit der Prüfung der ärztlichen Atteste beauftragt. Ein Polizeisprecher sagt über den Ablauf der Ermittlungen: “Hat das LKA 221 keinen Hinweis auf ein Gefälligkeitsattest, geht das Attest an die Staatsanwaltschaft Berlin zur weiteren Bearbeitung.”

Die Staatsanwaltschaft Berlin widerum kooperiert mit der Ärztekammer Berlin zum Wohle der schnellen strafrechtlichen Prüfung von ärztlichen Bescheinigungen zur Befreiung von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin sagt: “Sollten sich nach Anzeigenerstattung durch die Ärztekammer weitere Fragen zur jeweiligen Sachverhaltsaufklärung ergeben, wird der zuständige Staatsanwalt sich auch entsprechend an die Kammer wenden.”

Die Frage, ob ein Attest eine Diagnose enthalten müsse, um sowohl den Patienten als auch den ausstellenden Arzt vor strafrechtlichen Ermittlungen zu bewahren, hat bisher weder die Staatsanwaltschaft noch die Polizei schriftlich beantwortet.

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„Wir stehen auf“ emanzipiert sich von „Querdenken“

Protest der Grundrechtebewegung am Brandenburger Tor in Berlin am 29.08.2020. (Foto: Martin Lejeune)

Montag, der 16. November 2020: Ehemalige Querdenkerinnen und Querdenker aus mehreren Städten Deutschlands trennten sich heute von „Querdenken“ und setzen ihr Engagement für Grundrechte in der Freiheits-Bewegung unter dem Motto „Wir stehen auf“ fort.

In einer diesbezüglichen Mitteilung von heute heißt es:

„Liebe Menschheitsfamilie, 

wir haben mit Querdenken tolle schöne und auch siegreiche Tage erreicht. 

Nun ist es aber an der Zeit, eigene Wege zu gehen. 

Deswegen haben sich die Gruppen Querdenken: Miltenberg, Duisburg, Bad Lobenstein ….AB SOFORT von Querdenken getrennt. 

Aber es geht weiter unter dem Namen ‚Wir-stehen-auf .eu‘

Dies ist eine Plattform, in der sich alle Gruppen sich finden und vernetzen können.  

Wir verfolgen aber weiter unser Ziel……. Wir für das Grundgesetz! 

Wir kämpfen weiter mit und für euch. 

Wir (ehemalige) Querdenker grenzen uns ab! – von Reichsbürgern, Gewaltbereitem, Extremisten oder ähnlichem.  

 Damit können und wollen wir uns nicht identifizieren. 

Wir bleiben friedlich.“

Mehr zum Thema:

Wir Querdenker

Wir Querdenker: mit den “Reichsbürgern” und ähnlichen Clowns haben wir nichts zu tun, und wollen es auch nicht.

Sonntag, 15. November 2020: Ein Treffen in Thüringen: Demokratisch gesinnte Frauen und Männer, die sich als Opposition zu einer ganzen Reihe von Regierungspolitiken verstehen (etwa: einige der Lockdown-Maßnahmen, blinde und nicht zielgerichtete Einschränkungen der Grundrechte, Themen der Sozial- und Wirtschaftspolitik) kommen in einer Kleinstadt in Thüringen zusammen, um über die Themen und nächsten Aktionen der Querdenker-Bewegung zu diskutieren.

Querdenker sind eine grassroots-Bewegung. Es gibt keine Organisation, keinen Vorsitzenden, keine Generalsekretärin, kein Büro. Wer sich engagiert, kennt andere, telefoniert mit ihnen, trifft sich auch mit ihnen. Je breiter die Diskussion, desto erfolgreicher ist die Bewegung. Es gibt nur eine Bedingung: das Grundgesetz, die beste Verfassung, die wir je hatten, gilt buchstabengetreu. Na ja – das ist ja genau einer der Streitpunkte mit der Regierung.

Einige der Aktivisten haben vor ein paar Tagen andere für den heutigen Sonntag zu einer Strategiediskussion in Saalfeld eingeladen: Ins Restaurant “Hacienda Mexicana”.

Da kommt man also um 11 Uhr zusammen, freut sich, andere Aktivisten zu sehen, die man kennt, und die die gleichen Sorgen und Ängste über den Zustand unserer Gesellschaft und die völlig unzureichende Zukunftsplanung der Regierung umtreiben – man hört, dass Geldsystem, unsere Schulen, die Lage der Wirtschaft diskutiert werden sollen. Den Querdenkern reicht es: die Regierung holpert und stolpert nur noch so dahin. Perspektiven nirgendwo. Statt Handeln serviert man uns Wortblasen.

Und dann passiert folgendes:

Es tritt ein Herr Fitzek auf, bezeichnet sich als “König von Deutschland”. Die “Hacienda Mexicana” ist sein “Königreich” (kein Scherz, auch nicht Satire, auch nicht Ironie!) und spricht zweieinhalb Stunden lang über teils abstruse Dinge, und teils über wichtige Dinge, aber mit völlig absurden Argumenten (genauer gesagt: gar keinen).

Ein Drittel der Teilnehmer will sich das nicht weiter anhören, und verlässt das Restaurant. Der Rest, unter ihnen Michael Ballweg, hofft auf einen vernünftigen und kommunikativen Nachmittag. Dann kommt die Polizei, und löst das unglückliche Häuflein auf. Auflösung? Erlösung!

Natürlich kann ich als beobachtender, aber auch mit der Querdenker-Agenda sympathisierender, Journalist nicht für jeden einzelnen Teilnehmer sprechen – aber die meisten waren: entsetzt. Mit solchen Leuten haben die Querdenker nichts zu tun, nada (es war ja in der Hacienda Mexicana).

Die Querdenker stehen auf dem Grundgesetz. Die Querdenker wollen, dass es wieder gilt. Uneingeschränkt. Die “Reichsbürger” sind nicht nur kriminell – nein, viel schlimmer: sie sind dumm.

Die Querdenker sind weder das eine, noch das andere.

Querdenker sind friedlich, freiheitlich und demokratisch. Die Monarchie, die der „König von Deutschland“ will, kann keine Staatsform der Querdenker sein.

Strenge Auflagen gegen Querdenken-Demonstration in München

Eine für Samstag in München angemeldete Querdenken-89-Demonstration von Kritikern der staatlichen Corona-Maßnahmen ist mit strengen Auflagen belegt worden. Das Münchner Kreisverwaltungsreferat untersagte heute einen angemeldeten Demonstrationszug durch die Innenstadt und verlegte den Demonstrationsort auf die Theresienwiese. Statt der angemeldeten 5.000 Menschen dürfen maximal 1.000 Menschen teilnehmen.

Die Querdenker wollten auf dem Münchner Odeonsplatz demonstrieren, der direkt an die Fußgängerzone angrenzt. Die durch das Oktoberfest bekannte Theresienwiese ist eine große, von Straßen umgebene Freifläche. Grund für die Einschränkungen sind laut Kreisverwaltungsreferat eine Gefahrenprognose der Polizei und eine infektionsschutzrechtliche Bewertung.

Für die Teilnehmer gilt laut Anordnung eine Maskenpflicht und eine Pflicht zum Einhalten des Mindestabstand von anderthalb Metern. Bereits der Zugang zur Theresienwiese werde kontrolliert, um die Teilnehmerzahl steuern zu können. Außerdem muss der Veranstalter für die 1.000 Teilnehmer einhundert Ordner stellen.

Die Stadt München teilt mit:

„Das Kreisverwaltungsreferat der Landeshauptstadt München hat die für Samstag auf dem Odeonsplatz angekündigte Demonstration von „Querdenken 089“ mit 5.000 angekündigten Teilnehmenden untersagt und unter strikten Auflagen auf die Theresienwiese verlegt, die genehmigte Teilnehmerzahl beträgt aus Infektionsschutzgründen maximal 1.000. Der ebenfalls angemeldete Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt ist behördlich per Verbotsverfügung untersagt.

Den Auflagen liegen eine Gefahrenprognose des Polizeipräsidiums München und eine infektionsschutzrechtliche Bewertung des städtischen Referats für Gesundheit und Umwelt zu Grunde.

Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Rechtsgut mit Verfassungsrang. In der Einzelfallabwägung von Meinungsfreiheit und Gesundheitsschutz wendet die Versammlungsbehörde strenge Maßstäbe an. Die derzeitigen Vorgaben des Kreisverwaltungsreferats bei Versammlungen basieren auch auf der aktuell gültigen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Verstöße gegen Abstandsregeln und andere Auflagen werden strikt geahndet.

Zwischen allen Teilnehmenden, Passanten und zu Pressevertretern muss zwingend ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt und jeder Körperkontakt vermieden werden. Ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen hat die Versammlungsbehörde gemäß den Vorgaben des Freistaats eine Maskenpflicht anzuordnen. Grundsätzlich haben alle Teilnehmenden während der gesamten Versammlung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Hiervon ausgenommen sind Rednerinnen und Redner für die Dauer ihres Redebeitrags.

Beginn ist 15 Uhr, Ende ist spätestens 19.30 Uhr. Bereits der Zulauf und die Zugänge zur Versammlung werden kontrolliert, um die Teilnehmerzahl und die Zu- und Abwege der Teilnehmer steuern zu können. Damit die Demonstration infektionsschutzrechtlich vertretbar ist, darf sie nur stationär auf einer klar gekennzeichneten Fläche durchgeführt werden. Den Anordnungen der Polizei vor Ort ist Folge zu leisten.

Der Veranstalter muss bei einer Teilnehmerzahl von insgesamt 1.000 Personen zusammen mit 100 von ihm gestellten Ordnerinnen und Ordnern gewährleisten, dass alle Auflagen eingehalten werden. Der Veranstalter muss in Absprache mit der Polizei über Lautsprecher einer eventuell auftretenden Überfüllungssituation entgegenwirken, wenn die zulässige Personenanzahl von 1.000 überschritten wird.

Die Abwägung zwischen dem Versammlungsrecht und möglicherweise gegenläufigen Interessen der Öffentlichkeit oder von Sicherheitsbelangen ist eine Entscheidung, die in jedem Einzelfall sorgsam getroffen werden muss, den Anmeldern steht der Rechtsweg offen.

In der Landeshauptstadt ist im Vorfeld von Versammlungen das Kreisverwaltungsreferat zuständig, bei der Versammlung vor Ort ist es die Polizei.“

Querdenken teilt mit:

„München/Ulm, 10.09.20

Presseerklärung Querdenken 089 München

Das Kreisverwaltungsreferat der Stadt München hat mit Bescheiden vom heutigen Vormittag die Durchführung einer bewegten Versammlung um dem Altstadtring mit angezeigten 500 Teilnehmern verboten. Eine weitere Versammlung am Odeonsplatz wurde dort verboten und auf die Theresienwiese verlegt. Die angezeigte Teilnehmerzahl wurde zudem von 5.000 wurde auf 1.000 begrenzt.

Gegen beide Bescheide wird seitens der Organisatoren gerichtlich vorgegangen. Die diesbezüglichen Prozesse führt der Leipziger Rechtsanwalt Ralf Ludwig, welcher unter anderem durch seinen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht

(Querdenken 711, Stuttgart) das Versammlungsrecht im April 2020 erst wieder erstritten hat. 

Weiterhin hat Ralf Ludwig die Beschlüsse beim Verwaltungsgericht Berlin und beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bezüglich der Großdemonstration am 29.08.20 in Berlin erwirkt, als auch diese Versammlungen grob rechtswidrig verboten wurden. Durch diese Eilanträge wurde das diesbezügliche Versammlungsverbot aufgehoben und die Versammlung an der Siegessäule konnte daraufhin durchgeführt werden.

Wir gehen davon aus, dass die Bescheide der Stadt München ebenfalls vor Gericht aufgehoben werden und dass die Versammlungen dann wie geplant stattfinden können, gegebenenfalls unter Auflagen.

Eine inhaltliche Stellungnahme erfolgt zum jetzigen Zeitpunkt nicht, diesbezüglich werden wir zu gegebener Zeit noch Stellung nehmen.

Markus Haintz

Rechtsanwalt von Querdenken 089″

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus schreibt uns:

Am heutigen Dienstag, dem 8. September beginnt für die bayerischen Schulen das Schuljahr 2020/21. Die Aufnahme der Beschulung in vollständigen Lerngruppen ohne Mindestabstand von 1,5 m ist nur bei strikter Einhaltung der Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen umsetzbar. Schulleitungen sowie Pädagoginnen und Pädagogen gehen bei der Umsetzung von Infektionsschutz- und Hygieneplänen mit gutem Beispiel voran und sorgen zugleich dafür, dass die Schülerinnen und Schüler über die Hygienehinweise unterrichtet werden, sie ernst nehmen und ebenfalls umsetzen.

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Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen abgelehnt

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat heute einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Bayern abgelehnt.

Der von seiner Mutter vertretene Antragsteller, ein in Bayern lebender zehnjähriger Gymnasiast, verfolgte im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes das Ziel, den Vollzug der Sechsten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 19. Juni 2020 (6. BayIfSMV) einstweilen auszusetzen, soweit er hierdurch zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) im Schulunterricht verpflichtet wird.

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Polizeigewalt gegen Querdenker

E-Mail an die Pressestelle der Polizei Berlin

Gesendet am 2. Sept. 2020, 16:38 Uhr

Betreff: Interview-Anfragen GZ 2384 zu Az. 05553 VS-nfD der Dienststelle A 28/0114

Sehr geehrter Herr Polizeihauptkommissar Gassen,

wir bitten Sie, für uns Interview-Termine zu vereinbaren mit nachfolgend genannten Polizisten:

– Herr Polizeidirektor Lengowski (Watte 819)

– Herr Erster Polizeihauptkommissar Stelzer (Biwak 2)

– Herr Polizeihauptkommissar Einfinger (Watte 820)

– Herr Polizeioberkommissar Acar (West 821)

– Herr Polizeihauptkommissar Laumer (Konto 2)

– Herrr Erster Polizeihauptkommissar Dirk (Pegel 2)

Wir sind zeitlich und örtlich flexibel. Sie können gern nach den jeweiligen Präferenzen der o. g. Polizisten die Interviews terminieren.

Thema der Interviews sind die Polizeieinsätze an der Siegessäule (Querdenken Protestcamp: Verfassungsgebende Versammlung) am 30.08.2020 von Mitternacht bis drei Uhr früh sowie von vormittags bis nachmittags. Auf unserem Kanal gibt es dazu zwei Play Listen:

Polizeieinsätze am 30.08. nachts:
https://www.youtube.com/playlist?list=PLnF-RxTEG09JH3fI-h7j6n5xOhveOmVeZ

Polizeieinsätze am 30.08. mittags:
https://www.youtube.com/playlist?list=PLnF-RxTEG09JaorBGZmf2TLv6i1U0XhIT

Es werden noch weitere Videos der Polizeieinsätze im Laufe dieses Tages hochgeladen.

Ihre Meldungen mit den Nr. 1805/20, Nr. 2052/20, Nr. 2054/20 sind ebenfalls Gegenstand der Interviews. Wir haben bereits privat mit mehreren an den Einsätzen beteiligten Polizisten gesprochen und würden nun gern mit Ihrer Hilfe die Interviews mit den o. g. Beamten führen.

Bitte leiten Sie unseren o. g. Interviewpartnern die nachfolgenden Videos als Vorbereitung auf unsere Termine weiter.

1. Unser Video mit Erstem Polizeihauptkommissar außer Dienst Karl Hilz

Herr Erster Polizeihauptkommissar außer Dienst (EPHK a. D.) Karl Hilz vom Polizeipräsidium München gab uns heute ein Interview, das unter diesem Link abrufbar ist: https://youtu.be/UTNq5msasFc

Herr EPHK a. D. Hilz war von Freitag bis Sonntag auf diversen Querdenken Demos und beobachtete die Polizeieinsätze, insbesondere auch die o. g. Einsätze am 30.08. um die Siegessäule. Er bewertet die „Polizeigewalt als unverhältnismäßig“ und fordert in unserem Gespräch die Innenminister der anderen 15 Bundesländer sowie die Bundespolizei dazu auf, ab sofort keine Polizeivollzugsbeamten mehr nach Berlin zu entsenden, solange das Bundesland Berlin „unverhältnismäßige Polizeigewalt“ dulde.

Herr EPHK a. D. Hilz fordert ferner die Polizisten in Berlin auf, sich ab sofort nicht mehr „zu Straftaten im Dienst anstiften zu lassen“ und ihrer Remonstrationspflicht gemäß § 36 Abs. 2 BeamtStG und § 63 Abs. 2 BBG nachzukommen.

Die o. g. Beamten können in unseren anstehenden Interviews nach Belieben auf die Aussagen des Herrn EPHK Hilz eingehen.

2. Unser Video mit Herrn Abgeordneten Andreas Wild

Herr Abgeordneter Andreas Wild, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie Mitglied des Ausschusses für Inneres, Sicherheit und Ordnung, war ebenfalls am vergangenen Wochenende auf diversen Querdenken Demonstrationen und kritisierte gestern scharf die Polizeieinsätze, die er wahrgenommen habe. Der Abgeordnete Wild wendet sich in unserem Gespräch ebenfalls an die Polizeivollzugsbeamten in Berlin mit einem Aufruf, ihrer Remonstrationspflicht nachzukommen. Unser Gespräch, in dem er auch die Polizeipräsidentin scharf kritisiert, finden Sie unter dem Link https://youtu.be/77vaAGaoSSQ

Wir wollen mit den o. g. Beamten über die Kritik des Abgeordneten Wild an den Einsätzen der Polizei diskutieren.

3. Unser Video mit Rechtsanwalt Markus Haintz

In einem Gespräch, das wir vorgestern mit Herrn Rechtsanwalt Markus Haintz führten am Rande der „Demonstration gegen die Polizeigewalt“ an der Siegessäule, äußerte Rechtsanwalt Haintz schwere Vorwürfe gegen die Polizei in Bezug auf die Einsätze an der Siegessäule am 30.08.2020. Unser Gespräch mit Rechtsanwalt Haintz ist abrufbar unter https://youtu.be/ikycliHph3s

Wir freuen uns auf die Kommentare der o. g. Beamten auf die Kritik von Rechtsanwalt Haintz.

4. Unser Video mit Michael Ballweg

Herr Michael Ballweg zitiert in unserem heutigen Gespräch mehrere Passagen aus dem 32-seitigen ihm vorliegenden „Durchführungsplan Maßnahmen des A 28 anlässlich von demonstrativen Aktionen am 30.08.2020“ (Az. 05553 VS-nfD) und kritisiert den Durchführungsplan scharf. Unser heutiges Gespräch mit Herrn Ballweg ist hier abrufbar: https://youtu.be/WimkseAmhV4

Wie reagieren die o. g. Beamten auf die Kritik von Herrn Ballweg an dem  vorgenannten Durchführungsplan? Und wie betrachten die o. g. Polizisten den Durchführungsplan im Nachhinein und mit einigen Tagen Abstand zum Einsatz?

5. Unser Video mit den Rechtsanwälten Dirk Sattelmeier und Ralf Ludwig

Die Rechtsanwälte Dirk Sattelmeier und Ralf Ludwig kritisieren die Polizeiführung der Polizei Berlin, welche mutmaßlich die Gewaltenteilung nicht achte: https://youtu.be/n9vjqE1pdpM

Wie bewerten die o. g. Polizisten die Aussagen der Rechtsanwälte hinsichtlich des Einsatzes der Polizei am 29.08.?

Wir freuen uns auf gute Gespräche und danken Ihnen für die Vermittlung.

Mit freundlichen Grüßen
Anne Höhne und Martin Lejeune vom YouTube-Kanal https://www.youtube.com/c/lejeunemartin und vom Telegram-Kanal https://t.me/martinlejeune

Polizei verbietet zwölf von 112 Demos, betroffen vom Verbot sind nur die Querdenken Demos

112 Demos finden am Wochenende in Berlin statt. Verboten davon sind zwölf. Das sind die zwölf Querdenken Demos, die das Land Berlin verbietet:

28.08.2020 und 29.08.2020 Große Querallee Kundgebung Querdenken Zentrale Außenstelle Berlin. Wir sind für das Grundgesetz. 120 Teilnehmer. Anmelder: Einzelanmelder (gilt als zwei Versammlungen)

28.08.2020 17 bis 21 Uhr Platz des 18. März Kundgebung Fest für die Freiheit und Frieden Vorfreude. Anmelder: Querdenken Duisburg

29.08.2020 11 bis 15.30 Uhr Aufzug von Unter den Linden bis Straße des 17. Juni. Versammlung für die Freiheit. Berlin invites Europe. Anmelder: Einzelanmelder

29.08.2020 10.30 Uhr bis 15.00 Uhr. von Hofjägerallee bis Großer Stern. Aufzug Ende der Coronamaßnahmen. Demonstration. Anmelder: Querdenken/Freedom Parade

29.08.2020 15.30 Uhr Kundgebung Straße des 17. Juni Berlin invites Europe. Fest für die Freiheit und Frieden. Anmelder: Querdenken

30.08.2020 bis 14.09.2020 Camp Straße des 17. Juni Berlin. Berlin invites Europe. Fest für Freiheit und Frieden Camp. Anmelder: Querdenken

29.08.2020 und 30.08.2020 14 bis 21 Uhr Kundgebungen Frieden, Freiheit und Wahrheit Heinrich von Gagan-Straße angrezend am Platz der Republik. Anmelder: Einzelanmelder

30.08.2020 10 bis 13 Uhr Unter den Linden. Wir gründen 299 Querdenkener Fronten auf Wahlkreisebene 300 Teilnehmer. Anmelder: Einzelanmelder

30.08.2020 11 bis 17 Uhr Platz des 18. März. Kundgebung Fest für die Freiheit und Frieden Nachbetrachtung. Anmelder: Querdenken Miltenberg

30.08.2020 bis 30.12.2020 Spreebogenpark. Kundgebung Querdenken Zentrale Außenstelle Berlin. Wir sind für das Grundgesetz. Anmelder: Einzelanmelder (gilt als zwei Versammlungen)

Nachtrag: Die Demo, von der aus der „Sturm auf den Reichstag“ ausging, durfte stattfinden und wurde nicht im Vorfeld verboten. Weshalb, das kann nur die Polizei beantworten.

Wäre das Volk 1989 nicht auf die Straße gegangen, hätte es den Fall der Mauer nicht gegeben.

Der Berliner Senat verbot heute die Querdenken Proteste ab Freitag mit der Begründung, dass es bei dem zu erwartenden Kreis der Teilnehmenden zu Verstößen gegen die geltende Infektionsschutzverordnung kommen werde. Der Innensenator sagt: «Wir sind noch mitten in der Pandemie mit steigenden Infektionszahlen.»

Grundrechtseinschränkungen bedürfen immer einer besonders strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit. Das Recht auf Versammlungsfreiheit ist eine maßgebliche Möglichkeit zur politischen Mitbestimmung des Bürgers.

Demo-Verbote müssen daher als massiver Eingriff in die demokratische Grundordnung verstanden werden. 

Die Datenlage des Infektionsgeschehens rechtfertigen die Demoverbote nicht.

Obwohl am 1. August 17.000 Demonstranten ohne Abstand und ohne Masken demonstrierten, war kein gravierender Anstieg der Infektionszahlen erkennbar gewesen.

Hat der Berliner Senat die Daten der Epidemologen richtig interpretiert?

Ist die Begründung, das man sich für die Volksgesundheit entscheide, nur vorgeschoben?

Stellt sich der Senat über das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit?

Nach Artikel 20. Abs. 4 GG haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, gegen jeden, der es unternimmt, die demokratische und soziale Grundordnung der Bundesrepublik zu beseitigen, wenn andere Abhilfe nicht möglich sei.

Abhilfe könnte ein erfolgreiches gerichtliches Vorgehen gegen die Demo-Verbote darstellen. Sollte dies scheitern, kann aus Sicht der Querdenker wohlmöglich nur noch eine Kundgebung des Widerstandes nach Art. 20 Abs. 4 GG am kommenden Wochenende abhelfen. 

Die Querdenker wollten mit ihrem Protest in Berlin darauf aufmerksam machen, daß sie mit den von oben verordneten Maßnahmen nicht einverstanden sind.

Nun werden Querdenken Kundgebungen vom Berliner Senat unterdrückt. 

Wäre das Volk 1989 nicht auf die Straße gegangen, um darauf hinzuweisen, daß es in Ostdeutschland keine Freiheit gibt, sondern hätte das Volk sich 1989 weiterhin Regierungskonform verhalten, hätte es den Fall der Mauer nicht gegeben.

„Wir werden die Straße des 17. Juni nicht mehr räumen.“

Michael Ballweg, der Stuttgarter Oberbürgermeisterkandidat, ruft Demo-Touristen aus der ganzen Welt dazu auf, Zelte nach Berlin mitzubringen im Rahmen der Anreise zur Großdemonstration am 29.08.2020. Aus Querdenkern werden Quercamper.

Querdenken will ab dem 29.08.2020 für zwei Wochen auf der Straße des 17. Juni bleiben und dort den Wandel bis zum „10./11. September“ vollenden.

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Politische Prominenz bei Anti-Corona Protestcamps in Berlin

Die Camps ziehen politische Prominenz an.

Zu den Promis unter den Campern gehörten zeitweise Reza Begi, der im April vom Amtsgericht Dresden wegen Leugnung des Holocaust verurteilt wurde und «Erik Graziany», Anführer von «Patriotic Opposition Europe» (POE) Berlin, der Stacheldraht als Geste der Solidarität empfindet. Nachdem Dirk auf Begi und «Graziany» angesprochen wurden, sprach Dirk mit den beiden und beide verließen zunächst das Camp. «Graziany» kam einige Tage später noch einmal zu Besuch, um mit Dirk zu sprechen und brachte Olivenöl und Parmesan mit. Begi war bei der Räumung des Camps wieder dabei.

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Bundesregierung über Anti-Corona Protestcamp vor Kanzleramt

Wie hält es die Kanzlerin mit ihren neuen Nachbarn?

«Wir bitten um Verständnis, daß wir die konkreten Proteste am Bundeskanzleramt nicht kommentieren. Grundsätzlich gilt: Die Bundesregierung hat Verständnis für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger und nimmt diese ernst. Zugleich gilt weiterhin, dass in Zeiten der Corona-Pandemie die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden müssen. Unsere Zahlen sind nur deshalb so niedrig, weil die Maßnahmen des Bundes und der Länder greifen und sich die meisten Bürgerinnen und Bürger an die Hygieneregeln halten“, teilt ein Sprecher der Bundesregierung auf Nachfrage mit, wie die Bundeskanzlerin bzw. ihre Bundesregierung das Protestcamp von Dirk vor dem Bundeskanzleramt kommentiere?

Die Rückkehr der „17.000“ am 29.08. in Berlin

Michael Ballweg plant die nächste Querdenken-Demonstration in Berlin für den 29. August. Diesmal sollen Demonstranten aus ganz Europa kommen.
Die Bewegung internationalisiert sich und vernetzt sich über Grenzen hinweg. Wer auf der Bühne reden wird, steht laut Ballweg noch nicht fest.

Für den 29.08.2020 meldete Nils Wehner von der „Bewegung Leipzig“ von 11:00 Uhr bis 15:30 Uhr den Aufzug „Versammlung für die Freiheit. Berlin invites Europe“ an. Der Marsch startet vom Prachtboulevard Unter den Linden 70, läuft über die Friedrichstraße bis zur Straße des 17. Juni Höhe Yitzhak-Rabin-Straße in 10557 Berlin. Wehner meldete „17.000“ Teilnehmer für seine Versammlung an. Die Rückkehr der „17.000“! Diesmal aus ganz Europa.

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Michael Ballweg ist der Rudi Dutschke 2020. Auch wenn die Linke und die Antifa das nicht wahrhaben wollen!

Die Linke muss sich entscheiden, ob sie Michael Ballwegs Bewegung unterstützt und den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten möchte oder ob sie diesen politischen Umbruch den anderen Kräften überlassen will.

Die Linke sowie die zahlreichen Gruppierungen und Strömungen der Antifa positionieren sich geschlossen gegen „Querdenken“ und boykottierten die „Versammlung der Freiheit“ am 1. August. Damit überlassen sie nicht nur das Feld den Rechten, die sie im Nachgang zum Super-Demo-Wochenende als „Corona-Leugner“ und „Covidioten“ beschimpften, sondern sie erleichtern den Demonstranten auch die Wut auf den (linken) politischen Gegner und schweißen sie in ihrer tendenziell eher rechtsoffenen Blase zusammen. Beschimpfungen führen dazu, daß Gräben tiefer werden, die Gesellschaft sich noch weiter spaltet und Verhältnisse wie in Polen oder Ungarn drohen.

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Demonstranten als Gefährder: «17.000» – eine Zahl wird zur Staatsräson

Polizisten widersprechen Polizeiführung

Die Debatte um die Zahl der Teilnehmer des Aufzugs «Versammlung der Freiheit» ist nicht nur eine «Schlammschlacht» um «Fake News», sondern hat einen ernsten Hintergrund: es geht um die Frage, ob Politiker der im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der «Alternative für Deutschland» («AfD») und ob etablierte Massenmedien mit Ausnahme der «Jungen Freiheit» die Belange der Demonstranten gegen den Lockdown ernst nehmen?

Das Ernstnehmen des Anliegens der Demonstranten beginnt mit der Wahrnehmung der Zahl der Teilnehmer des Aufzugs «Versammlung der Freiheit» am 1. August in Berlin.

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Nach Teilnahme an Anti-Lockdown-Demo: Basketballspieler Joshiko Saibou fristlos gekündigt

Tja, so reagiert das Establishment. BonBas GmbH, die Gesellschaft der Basketballmannschaft „Telekom Baskets Bonn“ hat ihren Arbeitnehmer Joshiko Saibou fristlos gekündigt. Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der BonBas GmbH in Bonn, begründete die Entscheidung mit „Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler“.

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«Es gibt keine Strafe, die hoch genug wäre, mich zum Schweigen zu bringen zu den Verbrechen des Apartheid Regimes.»

Marathonprozesse gegen die Humboldt3 nach drei Jahren in erster Instanz beendet.

Das Strafgericht Berlin verurteilte heute Dr. Stavit Sinai zu 30 Tagen Haft wegen Körperverletzung bei einem Auftritt der israelischen Politikerin Aliza Lavie an der Humboldt-Universität. Sinai hatte Lavie mit israelischen «Kriegsverbrechen» in Gaza konfrontiert.

«Ich bin in Haifa in Palästina geboren», antwortete die junge jüdisch-israelische Soziologin Dr. Stavit Sinai, als Herr Richter am Amtsgericht Hausdorf die Angeklagte zu Beginn des Strafprozesses nach ihren Angaben zur Person fragte. «Und meine Staatsbürgerschaft ist israelisch, aber das ist illegal», fügte Dr. Sinai hinzu. Der Vorsitzende Richter Hausdorf schaute auf die Angeklagte. Seit wann ist die israelische Staatsbürgerschaft illegal?, schien sein Blick etwas ratlos zu fragen.

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Woodstock 2.0 statt „Randale“ – Polizei besetzt Bühne der Anti-Lockdown Demonstration

1. August 2020: Demonstration gegen den Lockdown in Berlin:
schien die Sonne, war der Himmel blau – oder hat es geschneit?????

Was erzählt man uns und den Bürgern da draußen im Lande? Bin ich also blind? Leide ich an Halluzinationen? Ich stand da über drei Stunden lang, in der Leipziger Straße, in meinem Kiez, und habe die Menschen angeschaut, die da ruhig, bunt und fröhlich vorbeizogen.

Chaoten, Randale, Krawalle, Alkohol –
oder brave, normale, ruhige, zivilisierte, Mineralwasser trinkende Bürger?

Zwei Drittel jüngere Leute, ein Drittel mittelalterliche, ein paar Regenbogenleute, ein paar Weißbärte. Leute, wie die Kollegen im Büro, die Kolleginnen in der Schule, die Studenten an der Uni. Ich war dabei, und ich kann sagen: es hat nicht geschneit, auch wenn man Ihnen das im Fernsehen erzählt. Bitte, glauben Sie es nicht. Schneeflöckchen Weißröckchen hatte heute ihren freien Tag. Bäume und Sträucher haben ihre Blätter noch nicht abgeworfen.

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Es braucht die linke Kritik an den irrationalen staatlichen Zwangsmaßnahmen

bei der Kritik der Maßnahmen agierte die Linke bislang zurückhaltender als die Rechte.

Dabei braucht es gerade auch die Kritik von links, um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen im zivilen Diskurs auf breiter Basis hinterfragen zu können.

Gerald Grüneklee, Clemens Heni und Peter Nowak („Jungle World“) positionieren sich am Tag vor der Querdenken-Demo in Berlin.

Ein wichtiger Debattenbeitrag von links.

Hier zu meiner Buch-Rezension:

Seit Wochen kündigen Politiker und Medien eine neue Corona-Welle an. Das ist schon medizinisch mehr als zweifelhaft, wie die Forschung zeigt. Hunderte Landkreise haben seit vielen Wochen nicht eine einzige Infektion. Das mag jede Zwangsmaßnahme als illegal erscheinen lassen – doch die Leute klatschen weiter und denunzieren andere, die z. B. keine Maske tragen. Um was geht es?

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Am Lebensende im Stich gelassen

Adelheid von Stösser über »Pflegehaftbedingungen» und zum Recht auf Berührung und Privatsphäre in Heimen.

Von Stösser kämpft für die Rechte Pflege- und Hilfsbedürftiger. Sie machte 1970 eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und ist seit 50 Jahren in der Pflege und für die Pflege in Deutschland aktiv. Mit dem «Pflegeethik Initiative Deutschland e. V.», den sie seit 15 Jahren leitet, engagiert sie sich dafür, daß ethische Gesichtspunkte in der Pflegepolitik und -praxis Berücksichtigung finden.

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Geheimdienst über rechte Unterwanderung

Das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) des Bundeslandes Baden-Württemberg, ein Inlands-Geheimdienst mit Sitz in Stuttgart, beantwortete meine Presse-Anfrage vom 23.06.2020 zur rechten Unterwanderung von Demonstrationen und zur Bildung von Querfront-Sturkturen wie folgt:

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie versuchen Extremisten deren weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen für ihre eigenen verfassungsfeindlichen Ziele zu instrumentalisieren. Geschah dies zunächst verstärkt im virtuellen Raum, rückte in der Folge das Demonstrationsgeschehen im Zusammenhang mit den Corona-Beschränkungen in den Fokus. Vereinzelt konnte dabei der Versuch der Einflussnahme auf das Demonstrationsgeschehen durch rechtsextremistische Akteure festgestellt werden. Einige wenige Veranstaltungen wurden bislang durch Angehörige der rechtsextremistischen Szene selbst organisiert.

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Massendemonstration in Berlin – „gegen Merkel, gegen Corona, für unsere Freiheiten“

Heute, 30. Juni: To Whom the Bell Tolls: Halbjahresbilanz Corona – Merkel. Das Volk sammelte sich im Herzen von Berlin. “Wir sind das Volk” – und ich kann sagen: ich bin dabei gewesen!

Es war ein beglückender Augenblick auf dem Bebelplatz in Berlin. Hier, wo die Faschisten die Bücher der Demokraten verbrannt hatten, hier sammelten sich jetzt die Demokraten, um gegen die Politik zu protestieren. Die Demokratinnen (überwiegend) und Demokraten hielten ihre selber gebastelten Slogans hoch über die Köpfe der Anwesenden. Zwei der Schilder waren auf Englisch, damit das amerikanische Fernsehen die Bilder live übertragen konnte, damit Trump sie sehen mußte, sie verstehen konnte. Dieser Tag wird sich in sein Gedächtnis einbrennen. Der Schock muß ihn tief getroffen haben: bis jetzt kein Wort auf seinem Twitter-Account!

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Anzeige gegen Nerling wegen mutmaßlicher Beleidigung von Horst Seehofer

Nikolai Nerling alias «Der Volkslehrer» ist ein rechtsextremistischer Influencer in Berlin. Am 22.06.2020 filmte er einen Presserundgang durch die Innenstadt von Stuttgart u. a. mit Bundesminister des Innern Horst Seehofer.

Nerling sagte in einem Video über die Tatverdächtigen, die in Stuttgart gewalttätig geworden seien in der Nacht zum 21.06.2020, diese seien ein wütender Mob «hauptsächlich bestehend aus Ausländern» (Minute 0:10).

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ZDF und DER SPIEGEL verharmlosen Nikolai Nerling

Während eines Presserundgangs mit den beiden Innenministern vom Land und vom Bund sowie mit dem Oberbürgermeister der Stadt am 22.06.2020 in Stuttgart hetzte der bekannte Rechtsextremist Nikolai Nerling alias «Der Volkslehrer» mutmaßlich gegen Ausländer und gegen den Bundesminister des Inneren.

Nerling wurde am 09.12.2019 wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocaust verurteilt durch den Richter am Amtsgericht Lukas Neubeck. Viele Informationsstellen gegen Rechts dokumentieren zudem die Äußerungen, die Nerling tätigt.

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Voelkel distanziert sich von Attila Hildmann

Von Anfang 2018 bis April 2020 war Voelkel als Dienstleister für die Attila Hildmann Empire GmbH tätig. Hierzu teilt die Voelkel Naturkostsäfte GmbH mit:

„Seit vier Generationen steht das Unternehmen Voelkel für ein menschenfreundliches, pluralistisches und pazifistisches Weltbild. 10 Prozent des jährlich erwirtschafteten Gewinns spenden wir satzungemäß für gemeinwohlorientierte Zwecke, wie zum Beispiel Projekte der Flüchtlingshilfe. Für die Marke Daisho sind wir als Dienstleister tätig. Das heißt, wir füllen Produkte ab und stellen Infrastruktur für den Vertrieb zur Verfügung.

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„Endlich ist Stuttgart weltberühmt!“

Die Krawallnacht auf Sonntag wirkt nach. 19 verletzte Polizeibeamte, 20 zerstörte Polizeiwagen, 26 geplünderte und ramponierte Geschäfte, 24 vorläufig festgenommene Personen. So lautet das vorläufige Fazit der Behörden.

An den Ausschreitungen auf dem Stuttgarter Schlossplatz waren nach Angaben der Polizei 400 bis 500 Personen beteiligt. Die Polizei habe gegen 23.30 Uhr einen 17-jährigen Deutschen im Schlossgarten wegen eines mutmaßlichen Drogendelikts kontrolliert, sagte Polizeivizepräsident Thomas Berger am Sonntag in Stuttgart.

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„KDW“ bezeichnet Bündnis mit Rechten als „Unfall“

„Von Anfang an eindeutig und ohne jeden Zweifel: Gegen Nazis! Gegen üble Geschichtsrevisionisten! Das 20ste Jahrhundert ist abgeschlossen. Punkt. Ende. Basta. Servus. — Hallo Gegenwart!“ heißt es nun auf der Internetseite nichtohneuns.de

Abgesehen davon, daß der Disclaimer auf der Internetseite viel zu spät kommt, hält er einem Fakten-Check nicht stand.

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Anselm Lenz («KDW») und Michael Ballweg («Q711») kooperieren

Regionale Gruppen der Grundrechte-Bewegung beginnen, miteinander zu arbeiten. Den Anfang machen Berlin und Stuttgart. Verbindendes Element, Netzwerker, Ermöglicher und vor allem Mutiplikator: Ken Jebsen, der bereits in den vergangenen Wochen zwischen Berlin und Stuttgart hin- und herpendelte und einige Fäden hinter den Kulissen gezogen haben soll.

Anselm Lenz von der «Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand» («KDW») in Berlin und Michael Ballweg von der «Initiative Querdenken 711» («Q711») in Stuttgart kooperieren.

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Pariser Verhältnisse am Neckar

«Die Gewalt hat ein neues Ausmaß erreicht», sagt Polizeihauptkommissarin Monika Ackermann, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Stuttgart über die erheblichen Angriffe auf Polizeibeamte, Streifenwagen und Ladengeschäfte in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht zum Sonntag (21.06.2020).

«Wir müssen die Sicherheitslage neu beurteilen und uns neu aufstellen», lautet das erste Resümee von Ackermann am frühen Sonntagmorgen.

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«PARADE DE LA RÉSISTANCE» sah eher aus wie ein Trauerzug

Vielleicht lag es am schlechten Wetter, den niedrigen Temperaturen, dem immer wieder einsetzenden Regen, daß die «PARADE DE LA RÉSISTANCE», die am Samstag durch Berlin zog, eher wie ein Trauerzug aussah.

Angemeldet war der Aufzug von der «Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand» («KDW») um Zeitungsherausgeber Anselm Lenz. Mit dabei waren u. a. Micha (Michael) Bründel als Captain Future und dessen Freedom Parade, der Magdeburger Demokratische Widerstand, die Grundgesetz-Band aus Erfurt, «Nicht ohne uns!» Friedrichshain, ein Albert-Camus-Rezitator und die Redaktion der Wochenzeitung «Demokratischer Widerstand», die seit Samstag «Demokratischer Sommer» heißt.

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Antifa enthüllt Querfront-Strukturen

Ich habe gerade ein interessantes Dokument gefunden, das die Antifa auf Twitter verbreitet mit den folgenden Worten: „Ne eklig braun gefärbte Querfrontsuppe schwappt am Samstag unter Aufruf von Nicht-Ohne-Uns & Corona-Rebellen mit ner Parade durch Berlin – Die Akteure als PDF im Überblick. Am besten mal Leuten zeigen, die das noch für ne ‚unpolitische‘ Grundrechtedemo halten, damit die Assis nich noch mehr Zulauf kriegen und n paar Schlafschafe aufwachen und lieber Zuhause bleiben.“

Bis heute hat sich die „KDW“ nicht geäußert zu den Vorwürfen der Antifa.

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Rechtsruck, Corona, Querfront

«Rechtsruck, Corona, Querfront» lautete der Titel einer Podiumsdiskussion über linke Strategien gegen rechte Vorstöße, die am Donnerstag, dem 18.06.2020 um 20:00 Uhr als Online-Livestream durch die Internetseite «https://videostream.rdl.de» verbreitet und u. a. auf dem Portal«tacker.fr» angekündigt wurde.

Der Veranstaltung der «Anarchistischen Gruppe Freiburg» mit «Radio Dreyeckland» (Medienpartner) und finanzieller Unterstützung des «StuRas der Uni Freiburg» (Referat gegen Faschismus) folgten nach Aussage eines Sprechers zeitweise bis zu «66 aktive Zuschauer».

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2. «Großdemonstration Frieden, Freiheit und Wahrheit» am 13.06.2020

Eine Versammlung am Brandenburger Tor, die sich als gutbürgerlich tarnte, war mitgeprägt von bekannten Rechtsradikalen und auch von zwei Holocaust-Leugnern, die wohlmöglich eine Querfront etablieren wollen und für das Erreichen dieses Ziels neue Anhänger aus dem bürgerlichen Lager fischen wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, geben sie sich moderat, um niemanden bereits bei der ersten Begegnung zu verprellen.

Umso wichtiger erscheint es mir, genau hinzuschauen, wer auf dieser Versammlung sprach und mit dem die Macher der Versammlung hinter der Bühne kommunizierten und Kontakt aufnahmen.

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1. «Großdemonstration Frieden, Freiheit und Wahrheit» am 06.06.2020

Es gab am 06.06.2020 personelle Überschneidungen zwischen der «Großdemonstration Frieden, Freiheit und Wahrheit» auf der Straße des 17. Juni nahe der Siegessäule und der Versammlung von „Patriotic Opposition Europe Berlin“ auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor.

Stefan Räpple, der sogar der AfD zu rechtsradikal zu sein scheint, wußte schon morgens um acht Uhr, daß er sich bei beiden Versammlungen engagieren werde. „Der Volkslehrer“ soll bei der «Großdemonstration Frieden, Freiheit und Wahrheit» eingeladen worden sein.

Das Vorgehen der treibenden Kräfte hinter der Versammlungen trägt wohlmöglich die Handschrift einer Kraft, der an der Etablierung einer Querfront gelegen sein könnte.

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Hervorragend: Corona und die Demokratie – eine linke Kritik

Eine Buchempfehlung!

Endlich ’mal was Intelligentes zu Corona. 190 Seiten. Packend geschrieben. Ein Abend reicht. Gestopft voll mit Fakten und klarem Denken. In dem Buch geht es auch um Viren, aber vor allem um das, was unsere Regierung und das komplette Medienpower unseres Landes daraus gemacht haben: nämlich eine Nation, die nur noch in einem einzigen Rhythmus denkt, im gleichen Schritt marschiert, die Abweichler ausschließt, und die Alten, die sich heimlich aus der Wohnung schleichen, denunziert.

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„KDW“ im Faktencheck

Nachdem ich mehrfach Mitglieder der „KDW“ persönlich darauf aufmerksam machte, daß die „KDW“ u. a. auf ihrer Internetseite nichtohneuns.de und in ihren Newslettern Falschmeldungen verbreitet und daraufhin keine Korrektur der Falschmeldungen erfolgte, entschloß ich mich, den nachfolgenden Text zu publizieren.

Das Ziel, das sich der Verein „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“ („KDW“) um den Vereinsvorsitzenden und „Herausgeber der größten Wochenzeitung Deutschlands“ Anselm Lenz gesteckt hat, lautet: Mit dem „Demokratischen Widerstand“ sollen „Menschen an redliche und unabhängige Informationen gelangen können“. So heißt es auf der Seite, mit welcher „Nicht ohne uns“ um Spenden bittet:

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Die Versammlungslage in Berlin

  1. Übersicht
  2. Einsatzleitung
  3. Zahl der Personen, die laut Polizeiangaben teilnahmen
  4. Zahl der Personen, die als mutmaßlich Rechte erkennbar waren
  5. Zahl der Polizisten im Einsatz
  6. Standorte der Bearbeitungsstraßen
  7. Zahl der Personen, die von Freiheitsbeschränkungen betroffen waren
  8. Zahl der verletzten Polizisten
  9. Zahl der gedruckten Exemplare der Zeitung „Der Widerstand“ der KDW
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Fahrt nach Erfurt

Die heutige Samstagsdemonstration in Berlin ist richtungsweisend, weil erstmals seit den pandemiebekämpfungsbedingten Einschränkungen eine einzige zentrale Großkundgebung aller wesentlichen Gruppen in Berlin stattfindet.

Im Vorfeld zur heutigen zentralen Versammlung fanden viele Treffen von Gesandten der verschiedenen Gruppen statt, um die heutige Großveranstaltung an der Siegessäule planen und durchführen zu können. Von der heutigen Kundgebung soll ein Signal aus der Bundeshauptstadt in die Republik gehen.

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Schiebung im Mauerpark

Für den 30.05. und 31.05.2020 kündigte die «Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand e. V. in Gründung (KDW)» erstmals die angemeldeten «Großversammlungen Demokratie im Mauerpark» an. Der Mauerpark ist eine öffentliche Parkanlage in Berlin-Pankow.

Jeweils von 15:00 bis 18:30 Uhr hat die KDW «Demokratinnen und Demokraten aus ganz Deutschland nach Berlin» eingeladen, um Reden zu halten auf der Bühne des Forums im Mauerpark, das einem Amphitheater der Antike nachempfunden ist.

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Beirat Junge Digitale Wirtschaft macht Vorschläge zur Bewältigung der Corona-Krise für Startups

Die Eindämmungsmaßnahmen haben zugeschlagen und haben massive Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Prof. Dr. Tobias Kollmann, Vorstandsvorsitzender des Beirats Junge Digitale Wirtschaft, berichtet von einer erheblichen Beschädigung der Wirtschaft und Startups (der jungen digitalen Wirtschaft), die besonders in Mitleidenschaft gezogen werden, weil Ihnen die Substanz (das Immunsystem) fehlt, um die Auswirkungen der Beeinträchtigung zu überstehen.

Im Ergebnis muss festgestellt werden, dass die Hilfsprogramme der Bundesregierung in der aktuellen Form (23.03.2020) gerade für Startups nicht zu wirken scheinen, was aber auch schon von Seiten der handelnden Akteure erkannt wurde. Das liegt zum einen daran, dass viele Startups im Sinne der Programme nicht „bankable“ sind oder zum Teil gar keine Hausbanken haben. Entsprechend müssen für die Form von jungen Unternehmen andere und spezielle Möglichkeiten der Unterstützung, Rettung und Hilfe für die kurzfristige Liquidität und die weitere Entwicklungsmöglichkeit gefunden werden.

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Ein Vater kämpft für seinen Sohn – mit Unterstützung von starken Frauen

Trotz männlicher Protagonisten sind es mehrheitlich Frauen, die sich in der Revolution engagieren.

Tränen flossen als Maurice Kolloff (37) und sein Sohn Ceejay (13) am Mittwochabend nach über 600 Kilometern zu Fuß den Reichstag in Berlin erreichten. «Auch Männer haben Gefühle», kommentierte Kolloff seine feuchten Augen.

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«Wollen die mich töten?»

Anselm Lenz, Gründer des Vereins «Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand» und Herausgeber der Zeitung «Der Widerstand», sagt, er werde in den letzten Monaten hart angegangen von einem Gegner, hinter dem er den Staat vermute.

Gerade habe er in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine Notausgabe seiner Zeitung «Der Widerstand» produziert, die am Freitag habe drucken lassen in einer neuen Druckerei. Der Name der neuen Druckerei sei geheim. Die alte Druckerei, welche die ersten fünf Ausgaben in perfekter Druckqualität hergestellt hatte, sei unter Druck gesetzt worden, ihre Druckwalzen für keine weitere Ausgabe des „Demokratischen Widerstands“ mehr in ihrem Hause rollen zu lassen. Aufgrund des Drucks, dem die Druckerei ausgesetzt sei, müsse er sich eine neue Druckerei suchen, sagte Lenz. Wer die Druckerei unter Druck setze, wisse er nicht genau, sagte Lenz, machte aber vage Andeutungen in Richtung Staatsschutz.

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Geburtstagsfeier für das Grundgesetz, das heute 71 wird!

Ca. 40 soll es am Samstag in Berlins Mitte gegeben haben. Am Neptunbrunnen feierten Freiheitsdemonstranten die 2. Freedom Parade. Der Grundrechte-Rave war eine Geburtstagsfeier für das Grundgesetz, das heute 71 Jahre alt wurde. Bis 1990 war übrigens der 23. Mai der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland.

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Doxing ist kein Journalismus

Man kann Ken Jebsen bekämpfen, verklagen, hassen. Alles völlig legitim. Und Anlass gibt es dazu wohl genug. Aber das Zeigen seines Klarnamens, seiner vollständigen Wohnanschrift und des Hauses in dem er mit seinen Kindern wohnt, das ist Doxing und kein Journalismus. Die Macher von SPIEGEL TV sollten das Strafgesetzbuch und den Pressekodex lesen, bevor sie ausrücken und in die Privatsphäre von Menschen eindringen. Das darf man DEM SPIEGEL nicht durchgehen lassen.

Ein Kommentar von Martin Lejeune

Wie fühlt es sich an, wenn SPIEGEL TV in Deine Privatsphäre eindringt, Deine Wohnanschrift veröffentlicht und das Haus zeigt, in dem Du wohnst?

Ein Interview mit Ken Jebsen über Doxing von SPIEGEL TV und den Angriff auf ein vermeintliches ZDF-Team, das eigentlich ein Team der Produktionsfirma TV United GmbH gewesen sei und dessen Kameramann für Jebsen Video-Portal «KenFM» arbeite.

Ken Jebsen sagt im persönlichen Gespräch, daß der am 1. Mai angegriffene Kameramann für «KenFM» arbeite. Jebsen freut sich, daß es dem Filmenden mittlerweile wieder besser gehe. Der Angriff auf den Kameramann und weitere Mitarbeiter des TV-Teams hatte deutschlandweit für Empörung gesorgt.

Ken Jebsen ist ein Künstlername. DER SPIEGEL enthüllte am Montag den bürgerlichen Namen Jebsens. Wikipedia reagierte prompt und übernahm die Angaben DES SPIEGELS auf dem Wikipedia-Eintrag mit dem Titel «Ken Jebsen».

Anlass für die Enthüllung DES SPIEGELS sind Ermittlungen des LKA Berlin zum Angriff auf ein Kamerateam der TV United GmbH am 1. Mai in Berlin. DER SPIEGEL veröffentliche hierzu unter dem Titel «Ken Jebsen nutzt Studio von attackierter TV-Produktionsfirma» einen Bericht mit dem Klarnamen von Jebsen.

Auf dem Fernsehsender RTL und auf der Streaming-Plattform TV NOW lief zudem am Montag die SPIEGEL TV-Sendung «Allianz des Schwachsinns», zu der die Hamburger Nachrichten-Redaktion Jebsen zählt.

Auf RTL und auf TV NOW zeigen die Filmemacher das Haus, in dem Jebsen und seine Familie in Berlin wohnen, die Anschrift des Hauses, den Innenhof und Jebsens Klarnamen auf dem Klingelschild.

Frage an Jebsen: Wie fühlt es sich an, wenn SPIEGEL TV in Deine Privatsphäre eindringt, Deine Wohnanschrift veröffentlicht und das Haus zeigt, in dem Du wohnst? «Da wohnen meine Kinder!», regt sich Jebsen auf über die Bilder von SPIEGEL TV auf RTL, die seine genaue Wohnanschrift und sein Wohnhaus zeigen. «Ich habe extra eine Firmenadresse in Kreuzberg, die auch im Impressum steht. In Kreuzberg sitzt meine Produktionsfirma Sector_B. In dem Haus, das SPIEGEL TV zeigt, wohnen meine Kinder und ich.»

Auf die Frage, ob er sich vor Stalkern fürchte, weil RTL, TV NOW und SPIEGEL TV seine genaue Wohnanschrift und sein Haus zeigen, antwortet Jebsen: «Wo soll man hinziehen als Journalist? Ich muss mich bewegen, das Haus verlassen, unterwegs sein, aus dem Auto steigen. Wer mich verfolgt, kann auch herausfinden, wo ich wohne. Und man kann mich immer finden, ich habe ein Stammcafé.»

Jebsen fühle sich an den letzten Angriff auf sich erinnert, der vor anderthalb Jahren vor dem Biomarkt LPG in Prenzlauer Berg geschah, nachdem er mit seiner Familie dort eingekauft hatte. Jebsen ist stinksauer auf SPIEGEL TV. Auf die Frage, ob er sich aufgrund des RTL-Films gefährdet fühle, entgegnet Jebsen: «Polizeischutz würde ich nicht machen». Er sagt jetzt extra laut: «Weißes Haus, Iran, Bombe! Ich komme aus einer Geheimdienstfamilie. Wer mir was antun will, der muss damit rechnen, das ich mich und meine Kinder verteidige. Der, der mich und meine Kinder angreift, ist tot.»

Wieviele Kinder hat er? «Offiziell drei», antwortet Jebsen.

Warum zeigen RTL, TV NOW und SPIEGEL TV ausgerechnet jetzt den Ort seiner Wohnung, seine Wohnanschrift und seinen Klarnamen? Jebsen vermutet, daß das merklich gesteigerte Interesse an seiner Person an der kürzlich gelungenen Reichweitensteigerung seiner Sendungen liegen könne. Und wie erklärt er sich die Reichweitensteigerung? «Weil die Leute bei mir was sehen, was sie in den Mainstream-Medien nicht sehen», kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Jebsen sagt: »Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann siegst du. Das ist jetzt die dritte Phase, in der ich mich befinde. Bald werden wir siegen.»

Aber auch Spiegel TV breche aufgrund der Pandemielage alle Rekorde an Einschaltquoten, gibt Jebsen zu bedenken.

Über «Ken Jebsen» sagt Jebsen: «Das ist mein Künstlername, den ich seit Jahrzehnten benutze. Der steht sogar in meinem Personalausweis. Ken Jebsen ist ein Name, der zu einem Journalisten passt. Meinen bürgerlichen Name kann kein Deutscher aussprechen oder schreiben, der wird farsi geschrieben.» Farsi ist eine plurizentrische Sprache in Zentral- und Südwestasien. Sie gehört zum iranischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie und ist Amtssprache in Iran, Afghanistan und Tadschikistan.

Jebsen sagt über «Ken Jebsen», das sei ein Name, den Deutsche aussprechen können. Ken Jebsen sei kein willkürlich gewählter Name. Jebsen heiße seine Familie mütterlicherseits, die aus Hamburg komme. Ken sei der Name, mit dem ihn viele Menschen rufen. «Schon in der Schule sprachen die Lehrer und Mitschüler mich immer mit falschem Namen an, weil sie meinen bürgerlichen Rufnamen nicht aussprechen konnten. Und in Briefen von Behörden an mich war mein Name immer falsch geschrieben. Irgendwann gibst Du auf», resignierte Jebsen und akzeptierte Ken als seinen Rufnahmen. Keks sei sein erster Rufname gewesen, an den er sich erinnern könne. Es folgten Kiba, Kevin und schließlich Ken. Und als Musiker, der in einer Band spielte, habe er ohnehin schon immer Künstlernamen gehabt. Jebsen hat mehrere Jahre im Musikgeschäft gearbeitet.

Inzwischen sei Ken Jebsen so etwas wie ein Produktname, ein Markenname geworden, so Jebsen über «Jebsen». Jebsen stellt allerdings klar: «Ich bin privat nicht Ken Jebsen. Ken Jebsen ein Dienstleister. Meine Freunde, meine Freundin sprechen mich mit meinem bürgerlichen Namen an, den sie inzwischen auf farsi richtig aussprechen können. Meine Kinder nennen mich Papa. Meine Mutter akzeptiert keinen Künstlernamen. Die nennt mich seit jeher so, wie sie mich nach meiner Geburt genannt hat. Wenn ich privat reise, nutze ich meinen bürgerlichen Namen. Aber wenn ich beruflich unterwegs bin, fliege ich unter dem Namen Ken Jebsen, sogar Hotels sind gebucht unter dem Namen Ken Jebsen.»

Ist Jebsen überrascht, das SPIEGEL TV in seinem privaten Wohnumfeld filmte? «Nein. Ich war das letzte Mal überrascht, als ich beim RBB rausgeworfen wurde, da bekam ich Morddrohungen auf mein Handy. Ich möchte jetzt einfach nur noch mit meinen Kindern wandern gehen», sagt Jebsen und beendet das Gespräch.

Theater ohne Publikum

Die Coronademonstrationen etablieren sich, die Teilnehmerzahl steigt und die Promidichte nimmt zu. Am Samstag lieferten sich Oliver Pocher und Attila Hildmann einen verbalen Schlagabtausch vor dem Reichstag. Hildmann handelt mit Lebensmitteln. Pocher ist Medienunternehmer.

Die Geschäftsleute konkurrieren nicht nur um Aufmerksamkeit, Medienpräsenz und die Zahl ihrer Follower, sondern auch um das größte Auto. Pocher fuhr im Escalade zur Demonstration. Hildmann bevorzugt Porsche.

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Oliver Pocher und RBB berichten über Polizei unterschiedlich

Ein Film vom 16.05.2020 auf dem Instagram-Kanal von Oliver Pocher zeigt, wie Pocher sich mit Attila Hildmann vor dem Reichstag unterhält. Polizeivollzugsbeamte unterbrechen Pocher und bitten ihn, mitzukommen.

Die Abendschau vom 16.05.2020 zitiert die Polizei mit Bezug auf Pocher mit folgenden Worten: „Doch dann wurde ihm laut Polizei die Anzahl Neugieriger unheimlich. Er habe um Schutz gebeten.“
https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20200516_1930/corona-proteste-demos-berlin.html
Die Pressestelle des RBB sagt dazu: „Laut unserem Autor ist das ein direktes Zitat der Polizei-Pressestelle.“

In dem Video vom 16.05.2020 mit dem Titel „Oliver Pocher liebt Urlaub in Israel“ sagte Pocher über sein Gespräch mit Polizeivollzugsbeamten: „Ich wurde aufgefordert oder es wurde uns gesagt, dass es besser wäre, wenn wir jetzt gehen würden. Und deswegen sind wir gegangen.“

IRRE CORONA-PRESSEKONFERENZ in Stuttgart

17.05.2020 Am gestrigen Abend trafen sich ca. 20 Pressevertreter zu einer Presse-Konferenz mit dem Initiator der Initiative „QUERDENKEN711“. Trotz Aufruf des Versammlungsleiters, die Mindestabstände einzuhalten, wurde der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten. Sind Pressekonferenzen ein Infektions-Hotspot?

Wir bitten die Presse uns darüber zu informieren, ob Teilnehmer der Pressekonferenz in den nächsten zwei Wochen positiv auf COVID-19 getestet wurden.

„Wie im Gefängnis!“, erzählt ein Ehemann über den Besuch bei seiner Ehefrau im Seniorenheim

Ein Ehemann durfte seit März seine Ehefrau im Seniorenheim aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen nicht mehr besuchen. Es geht ihr sehr schlecht, wenn sie ihren Mann nicht sieht. Letzte Woche hatte er sie erstmals wieder gesehen, durch eine Glasscheibe, ohne Körperkontakt. „Wie im Gefängnis!“, blickt der Ehemann fassungslos auf den Besucht bei seiner Frau zurück. „Ich habe sie nicht wiedererkannt. So schlecht sah sie aus.“ Sie habe total abgebaut, seelisch und körperlich, weil sie so isoliert sei, so alleine und einsam in ihrer monatelangen Quarantäne im Heim.

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Die Kurve der Demonstrationen zeigt eindeutig nach oben

Interview mit Thilo Cablitz, Sprecher der Polizei Berlin, zur heutigen Versammlungslage aus Sicht des Sicherheitsapparats.

Die polizeiliche Einsatzleitung zur Gewährleistung der Einhaltung der Verordnungen obliegt heute der allseits geschätzten Direktion Einsatz/Verkehr, die über viel Erfahrung verfügt mit Einsätzen in intensiven Versammlungslagen.

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Kakaozeremonie für die Grundrechte

Im Simon-Dach-Kiez in Friedrichshain gab es in einer Dachgeschosswohnung eine Kakaozeremonie für die Grundrechte.

Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts trafen sich nach Einbruch der Dunkelheit in der Wohnung, setzen sich auf den Boden und tranken aus Glasbehältern bitteren, dickflüßigen Kakao, der mit einer Kelle aus einem großen silberfarbigen Topf geschöpft wurde.

Der große Kakao-Topf stand in der Mitte des Raumes auf einer lila Decke. Darum standen Kerzen. Nach dem Trinken des Kakaos haben die ca. 25 Teilnehmer der Zeremonie anfangen zu meditieren.

„Ohm“-Laute waren zu hören. Nach der Mediation wurde über die Erlebnisse gesprochen. Es war eine friedliche, heitere Stimmung.

Man hat uns unser Grundgesetz gestohlen – und alle finden es prima

Eine Streitschrift mit 10 Fußnoten und einem PS

Was wir derzeit erleben, ist ungeheuerlich. Es gibt kein anderes Wort dafür. Niemand hätte Ähnliches noch vor ein paar Monaten auch nur zu träumen gewagt. Und damit meine ich nicht den Corona-Virus, sondern das, was die Politik daraus gemacht hat, und wie gehorsam, wie einhellig, die Menschen, die Medien, die Nachbarn, die Freunde den Anordnungen von oben Folge leisten.

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Bericht aus Zittau von der Grundrechtebewegung

Interview mit Steffen Golembiewski, der in Zittau ein Unternehmen für Videoproduktionen betreibt und regelmäßig Versammlungen für Grundrechte durchführt.

Sie veranstalten am kommenden Samstag in Zittau die Versammlung „Schäden durch die Corona-Maßnahmen. Wer trägt die Verantwortung? WIR DEMONSTRIEREN!“. Was ist geplant und mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie ungefähr?

Wir haben eine Demonstration mit 15 Teilnehmern angemeldet, und wollen auch als Demo mit nur 15 Teilnehmern auftreten. Wir stehen dann zu zweiten Mal im Abstand von ca. 2 Metern zueinander am Zittauer Herkulesbrunnen. Jeder unserer 15 Teilnehmer hat ein Schild in der Hand, auf dem eine der vielen negativen Folgen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie geschrieben steht. Über allem steht die Frage „Wer ist dafür verantwortlich?“ und wird auf dem größten Transparent von zwei Mitgliedern getragen. Wir werden nicht sprechen, also keine Durchsagen machen. Allein unsere durch die Auflagen vorgegebene Aufstellung, soll unseren Protest unterstreichen. Zu den Auflagen gehören unter anderem Mund und Nasenschutz, und das Markieren von Standfeldern für unsere Teilnehmer. Diese Vorgabe nutzen wir, um uns gezielt von den Zuschauern zu unterscheiden. Wir könnten uns 200 Leute als Zuschauer vorstellen

Wann und wie kamen Sie auf die Idee, sich aktiv für die Grundrechte zu engagieren?

Von Anfang an der Berichterstattung über die weltweite Ausbreitung des Erregers Covid-19 musste ich registrieren, dass der Vorgang eher einer Paranoia glich. Die Art der Berichterstattung erzeugte ausschließlich Angst und Panik in der Bevölkerung, und selbstverstärkend auf die Reaktionen der Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft. Ich konnte zu dieser Einschätzung kommen, da ich selbst mit der Herstellung von Videobeiträgen mein Geld verdiene, und mich mit der Wirkung von Bildmaterial sehr gut auskenne. Ich habe die Maßnahmen gegen die Pandemie von diesem Zeitpunkt an nur noch als irrationales Ergreifen von Maßnahmen wahrgenommen, die ohne Sinn und Verstand zeigen sollten, dass die Politik etwas unternimmt. Dass dabei Grundrechte geschliffen wurden war mir dabei gar nicht sofort aufgefallen.

Es ist eher ein Entdecken des Grundgesetzes gewesen, auf das ich durch wenige kritische Beiträge in den sozialen Netzwerken, welche ich intensiv verfolge, sensibilisiert wurde. Schlüsselerlebnis hierfür war die persönlich Erfahrung eines Freundes, der berichtete, dass sich eines Tages die Polizei ohne richterlichen Beschluss Zutritt zu seiner Wohnung verschaffte, um den Verdacht (durch Denunziation) nachzugehen, Großeltern hätten ihre Enkel betreut. Dieser Verdacht erhärtete sich, und die Großeltern haben für dieses Vergehen eine Anzeige erhalten. Der Großvater wiederum stellte Strafanzeige gegen die Polizei. Alleine durch die Absurdität des Tatvorwurfes war ich hochgradig alarmiert. Tatsächlich wurden allein schon in dieser Episode mehrere Grundrechte verletzt. In Folge dessen beschäftigte ich mich erstmals in meinem Leben intensiv mit den Grundrechten. Die Konsequenz aus dieser Beschäftigung mit dem Grundgesetz ist die Erkenntnis, dass alle Probleme welche sich durch das politische Reagieren auf den Covid-19 Erreger eingestellt haben, ausschließlich aus dem Bruch mit den Grundrechten resultieren

Wie verlief bisher Ihr Kontakt mit Mitarbeitern von Behörden, mit denen Sie aufgrund der geplanten Versammlung zu tun hatten? Ich frage, weil ich wissen möchte, wie Ihre Erfahrungen mit Repräsentanten des Staates im Zusammenhang mit Ihrer geplanten Versammlung bisher verlaufen sind?

Vermutlich als eine der ersten Initiative gegen die Maßnahmen im Zusammenhang der Corona-Pandemie deutschlandweit, meldete ich eine Protestkundgebung für den 25. April 2020 für 30 Teilnehmer fristgerecht in Zittau an. Ebenfalls fristgerecht wurde unser Ansinnen in einer Weise beauflagt, dass es eigentlich unmöglich wurde eine solche Demonstration durchzuführen. Beim telefonischen Erstkontakt mit dem Landratsamt, Sachgebiet Ordnungsrecht, wurde mir eine Giftliste diktiert, die in der Forderung gipfelte (Punkt 10), unsere 15 genehmigten Teilnehmer namentlich und mit Adresse zu erfassen, und diese Liste im Anschluss der Kundgebung der Polizei zu übergeben. Dass diktieren der Giftliste erfolgte freundlich. Es gab bis heute keinen unfreundlichen Kontakt mit Mitarbeitern von Behörden. Das letzte offizielle Auflagenpapier der Behörde enthielt den Punkt 10 nur noch in abgeschwächter Form, dass wir die Teilnehmerliste zwar erstellen müssen, diese aber 30 Tage aufzubewahren haben, und nicht der Polizei übergeben müssen.

Ich bin auf Ihre Versammlung aufmerksam geworden durch die Internetseite https://grundrechte-fuer-alle.de/. Durch welche Kanäle und Medien rufen Sie zur Teilnahme an Ihrer Versammlung auf?

Ausgang für die Gründung unserer Initiative war mein persönlicher Protest auf meinem Facebook Account. Daraus gründeten eine weitere Mitstreiterin und ich, eine geschlossene WhatsApp-Gruppe mit dem programmatischen Namen „Freiheit & Grundrechte/ZI“. Diese Gruppe wuchs schnell auf über 50 Mitglieder an. Die Gruppenmitglieder nutzen wiederum all ihre Kontakte um unsere Aktionen zu verkünden. Bisher waren dies mehrere offene Briefe und zwei Demonstrationen. Alle unsere Aktivitäten, also unsere schriftlichen Wortmeldungen und unsere Demonstrationen verkünden wir über einen Email-Verteiler an die regionalen Medien, bzw. deren Vertreter.

Sind Ihnen Politiker, Parteien oder Organisationen bekannt, die öffentlich zur Teilnahme an Ihrer Versammlung aufrufen?

Nein.

Sind Ihnen Zeitungen, Rundfunksender oder andere redaktionell betriebene Massenmedien bekannt, die Ihre Versammlung angekündigt haben oder im Vorfeld mit Vorberichten über Ihre Versammlung berichtet haben?

Ja. Das wären die Sächsische Zeitung mit ihren Lokalausgaben, und der Internet-Infokanal Zittau-Live (https://www.zittau-live.de/).

Was steht im Papier von Stephan Kohn?

Nach dem Lesen der 93-seitige Kurzfassung des Papiers von Stephan Kohn ist klar, daß es sich um ein seriöses Papier eines Referatsleiters aus dem BMI handelt. Und zwar (trotz des Dementis des Ministeriums) des zuständigen.

Wie er selber schreibt, hat er seine Überlegungen mehrfach seinen Vorgesetzten vorgelegt, ohne Erfolg. Deshalb hat er den Weg gewählt, das Papier an die Öffentlichkeit zu geben.

Dies ist grundsätzlich einem Beamten nicht gestattet, ist eine Verletzung seiner Dienstpflichten.

Solche Verletzung der Dienstpflicht ist aber dann gerechtfertigt, wenn nur so ein erheblicher Schaden von der Allgemeinheit abgewendet werden kann. Die Abwägung, ob das hier der Fall ist, ist schwierig.

Ich sehe den Gang des Mannes an die Öffentlichkeit als gerechtfertigt an, angesichts der überzeugenden, nicht sensationellen, klar und detailreich begründeten Sacheinschätzung, die er vorgelegt hat, und der Beschreibung der außerordentlichen (man könnte auch sagen: ungeheuren) Schäden, die die falsche Politik unserem Land zugefügt hat und weiterhin zufügt.

Hier die wesentlichen Punkte des Papiers:

– Das formale framework der Einschätzungen der Regierung (und demzufolge ihrer Maßnahmen) war und ist ist unvollständig und unzureichend (d.h. falsche Interpretation von Stistiken, Nichtberücksichtigung anderer Todesursachen, Nichtabwägung mit Folgeschäden, kein lessons learned aus früheren Epidemien, d. h. bes. der Grippe-Epidemie 2017/18.

– Deshalb waren die Maßnahemen falsch.

– Sie lassen sich nur als irrational erklären.

– Sie richten vermutlich mehr Schaden an, als sie Leben zu retten behaupten.

Hinsichtlich des letzteren Punktes beschränkt sich der Verfasser bewußt (bis auf eine Stelle, wo er die Auswirkungen auf die Altenheime thematisiert: nämlich wirtschaftlicher Einbruch, der zu weniger Geld für alte Menschen führen muß; also mehr vorzeitige Sterbefälle) auf kollaterale Sterbefälle.

Meine einzige Kritik betrifft diesen Punkt: Der schlimmste Kollateralschaden ist der ungeheure wirtschaftliche Einbruch, die dadurch massiv geringeren Steuereinnahmen, und Verluste an Lebensqualität weiter Teile der Bevölkerung.

Wie etwa bei den Verkehrstoten deutlich (wir nehmen sie hin, weil ohne Verkehr unser Land und unser Wohlstand zusammenbrechen würden) hätte auch bei Corona eine Abwägung sttfinden müssen: Wieviel Übersterblichkeit (laut dem Papier von Herrn Oberregierungsrat a. D. Kohn nach derzeitigem Stand zero, statistisch belegbare Zahlen erst in einigen Jahren vorliegend, aber sehr viel größere Wahrscheinlichkeit aus heutiger Sicht, wenn man mit jahreszeitlicher Grippe vergleicht, die ein Vielfaches an Opfern erfordert, ohne daß zusätzlich zu den Schäden durch die Epidemie auch noch Wirtschaft, Erziehung und Sozialleben lahmgelegt werden) bewirkt Corona? Laut der Aufzeichnung: nach heutigem Wissensstand keine meßbare Übersterblichkeit (excess deaths).

Ergebnis:

  1. Die Zusammenfassung reicht für den schnellen Leser.
  2. Das Papier ist sehr sorgfältig gearbeitet; es ist seriös.
  3. Es hat zwei Bedeutungen: einmal seinen Inhalt, und zum zweiten: Hier hat jemand sich aus nachvollziehbaren Gewissensgründen gegen eine von ihm als falsch und irrational – nur von Stimmungen getriebene – Politik gewandt, die seiner Einschätzung nach (die keineswegs leichtfertig, sondern insgesamt überzeugend erscheint) unser Land in massivster Weise geschädigt hat, und an jedem Tag ihres Fortbestehens noch mehr schädigen wird. Einem erfahrenen Beamten war dabei natürlich klar, daß seine Gewissensentscheidung zum Verlust seines Arbeitsplatzes führen würde, zu persönlicher Degradierung und zur vollständigen Elimination aus seinem sozialen Umfeld.

Er hat diese vorauszusehenden massiven Opfer, die faktische Vernichtung seiner Existenz und seiner Lebensarbeit, vorausgesehen und bewußt in Kauf genommen, um von unserem Land weiteren Schaden abzuwenden.

Das Corona-Leak aus dem BMI ist eine „Sensation“

Stephan Kohn, ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums (BMI) in Berlin, ist mit einem Dienstverbot belegt worden, weil er ein Papier verbreitet hat, dass die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung infrage stellt – auch gegenüber Beamten in den Ländern.

Kohn arbeitete im CSU-geführten BMI als Referatsleiter und ist Mitglied der SPD. Der Beamte wollte 2018 Bundesparteivorsitzender der SPD werden.

„Das Leak des Papiers ist eine Sensation“ und habe einen langen Vorlauf, sagt ein Insider, der mit den Vorgängen im Regierungsapparat vertraut ist. Bereits Mitte März soll Kohn erste Zweifel an den Eindämmungsmaßnahmen bei Kollegen und Vorgesetzten angemeldet haben.

Kohns Dienstherr begründete das Dienstverbot wie folgt: Es gebe nun ein «Verbot zur Führung der Dienstgeschäfte» nach dem Bundesbeamtengesetz.

Ein Sprecher des BMI erklärte: «Es geht nicht darum, dass ein Mitarbeiter eine kritische Meinung äußert, sondern darum, dass er das unter dem Briefkopf des Bundesinnenministeriums tut und dadurch den Anschein erweckt, es handle sich um die Position des Hauses.»

Das Ministerium hatte sich schon am Sonntag öffentlich von der Verbreitung durch Kohn distanziert. Allerdings ist die 192 Seiten umfassende Langfassung des Papiers aus dem BMI-Referat KM4 nicht das Werk eines einzelnen Oberregierungsrats.

Das Ministerium arbeitet von unten nach oben. Kohn war ein gut vernetzter Fachbeamter im Haus und verfügte über einen entsprechenden Apparat. Hierarchien verlaufen im BMI scharf und streng.

Kohn war im Referats KM4 zuständig für Analysen der kritischen Infrastruktur, wozu neben Stromnetzen und Wasserwerken auch die medizinische Versorgung gehört.

Mit Kohn haben wahrscheinlich mehrere kluge Augen aus dem BMI auf das Papier geschaut. Das Papier ist mit jedem Arbeitsschritt verändert und verbessert worden.

Bevor es ganz fertig wurde, etwa die letzten zehn Tage bevor Kohn es verbreitete, entstand wohl wie gewöhnlich ein regelrechtes rund-um-Uhr-Bearbeiten des Papiers und jedes Wort wurde untersucht und abgewogen.

Das Papier war demnach mitnichten eine Erfindung von heute auf morgen und niemals das Werk allein von Kohn und externen Beratern. Auch wenn nun versucht wird, den Oberregierungsrat außer Dienst zum allein Verantwortlichen zu machen.

Es könnten grundsätzlich bis zu 20 Personen an dem Papier beteiligt gewesen sein, schätzt der Insider. So ein Papier ist Kollektivarbeit und keine Einzelleistung. Kohn muss als einziger seinen Kopf hinhalten, weil er von seinem Computer aus das Papier verbreitete.

Unter der Hand soll Kohn von Horst Seehofers Spindoctor als „Außenseiter“, „Quertreiber“, sogar als „Spinner“ diffamiert worden sein. Er habe „seine Privatmeinung“ unter „Verwendung behördlicher Symbole“ verbreitet und dabei seine „sachliche Zuständigkeit“ überschritten. Die FAZ titelte entsprechend über Kohns Suspendierung: „Nur eine Privatmeinung“ (Nr. 110; S. 4).

Man wird nicht Oberregierungsrat im BMI ohne ein Gespür für Karriere. Es war Kohn klar, daß die Verbreitung des Papiers seine Karriere beenden werde.

Doch die Wahrheit wahr ihm wichtiger als die berufliche Existenz.

„Kohn könnte als Corona-Held, als deutscher Snowden in die Geschichtsbücher Eingang finden“, meint der Insider.

Grundrechte-Demo: Falsche Teilnehmerzahl in der Tagesschau

In der Tagesschau um 20:00 Uhr am 09.05.2020 heißt es über die Versammlung für Grundrechte der Bewegung Querdenken 711: „zur Demonstration in Stuttgart kamen nach Angaben der Veranstalter 5000 Menschen“.

Demo-Veranstalter Michael Ballweg bestreitet die Angaben der Tagesschau: „Jeder Journalist, der vor Ort war, kann bestätigen, dass diese Zahl bei weitem zu niedrig ist.“

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Baden-Württemberg will Versammlungsfreiheit einschränken

Das Bundesland Baden-Württemberg will die Versammlungsfreiheit einschränken, nachdem es in der Landeshauptstadt Stuttgart zu Demonstrationen für die Grundrechte kam. Anders als etwa in Bayern oder Berlin ist bisher in der baden-württembergischen Corona-Verordnung keine Obergrenze für die Zahl der Teilnehmer an einer genehmigten Versammlung festgelegt. Das wird sich nun höchst wahrscheinlich sehr schnell ändern.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte gegenüber der Redaktion der „Stuttgarter Zeitung“ Online, diese Art von „Großveranstaltungen bereite ihm große Sorgen im Hinblick auf die Verbreitung des Coronavirus, aber auch mit Blick auf die Erwartungen gegenüber der Polizei“. Strobl will den Versammlungen für die Grundrechte einen Riegel vorschieben, zumindest die Zahl der Teilnehmer erheblich begrenzen.

Strobl sagte heute laut „Stuttgarter Zeitung“ Online: „Es kann nicht sein, dass wir Familien die Kommunions- oder Konfirmationsfeier mit unter 100 Gästen verbieten und gleichzeitig zehntausend Menschen auf dem Cannstatter Wasen zusammenkommen. Da muss man unbedingt etwas ändern.“

Der Sprecher des Innenministers Thomas Strobl war am Mittwoch Nachmittag nicht erreichbar. Auch nicht die Pressestelle der Versammlungsbehörde Stuttgart. Daher war die Zahl der Teilnehmer, auf welche die Versammlungen für Grundrechte beschränkt werden sollen, nicht zu erfahren.

Der Unternehmer Michael Ballweg ist der Kopf hinter der Bewegung „Querdenken 711“, die Demonstrationen für Grundrechte in Stuttgart veranstaltet. Er sagte gegenüber http://www.martinlejeune.de/: „Im Kooperationsgespräch hat die Versammlungsbehörde uns informiert, dass die Teilnehmerzahl verringert werden soll. Wir haben die Stadt Stuttgart gebeten, den Grund zu nennen und uns die Infektionszahlen der letzten sechs Wochen zur Verfügung zu stellen.“

Diese Seite wird weiterhin über die künftigen Entwicklungen in dieser Sache berichten.

Angriffe auf Polizisten und Journalisten während Samstag-Demos

17 Demonstrationen, eine davon ein Aufzug, fanden am 9. Mai in Berlin im Bereich Platz der Republik, Rosa-Luxemburg-Platz und Alexanderplatz statt. Der Samstag etabliert sich als Demotag der Opposition, deren gewaltbereiter Flügel nicht vor Angriffen auf Polizisten und Journalisten zurückschreckt.

Auf dem Alexanderplatz kam es während einer Versammlung am späten Nachmittag zu Zusammenstößen zwischen unterschiedlichen politischen Lagern und zu Angriffen auf Polizisten durch rechte Hooligans.

Die Zeitungsverteilung der „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“ („KDW“), die von der Polizei ebenfalls als Versammlung bewertet wurde, war nicht angemeldet. Weitere Versammlungen, zu denen „Die Rote Fahne“ und Attila Hildmann aufriefen, wurden ebenfalls nicht bei der Polizei angemeldet.

Bereits letzten Samstag wurde ein ZDF-Team am Rande der „Hygienedemo“ nahe dem Alexanderplatz angegriffen. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen politisch motivierte Straftäter aus dem gewaltbereiten extremistischen Milieu. „KDW“-Funktionär Sodenkamp distanziert sich von Angriffen auf Pressevertreter:

Der Samstag etabliert sich als Demotag der Opposition. Ein Überblick zum 9. Mai.

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Tag der Befreiung verlief ruhig

Die zweite Samstagsdemonstration, die an einem Freitag stattfand, verlief ruhig. Am Tag der Befreiung, dem 8. Mai, befanden sich nur wenige Menschen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz zur Hygienezeitungsverteilung. „Alles friedlich, keine Identitätsfeststellung, fast gelangweilt hätten sich die Polizisten“, sagte eine Polizeisprecherin über den Verlauf des Einsatzes am 8. Mai auf dem Rosa-Luxemburg-Platz.

Angemeldet waren nachfolgende n:

„Keine Querfont auf dem Rosa-Luxemburg-Platz“. Anmelder. Bergpartei. Von 12 bis 20 Uhr mit angemeldeten 50 Teilnehmern.

Mahnmache gegen rechtsextremistische Tendenzen in Politik und Gesellschaft. auf dem Alexanderplatz in Höhe Weltzeituhr Omas gegen Rechts. 15 bis 16 Uhr, 15 Teilnehmende.

Ist der Kapitalismus am Ende?

Aus einer verschlafenen und im Wohlstand und gleichzeitig in bitterer in Armut dahin existierenden Welt wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein Geldtopf, der immer weiter gefüllt werden musste. War eine Kapitalvermehrung vor der Industrialisierung vor allem durch Kriege und infolge der Landeinnahme und der Kriegsfinanzierung möglich, so brach sich nun das Produktionsvermögen seinen Weg.

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Es braucht einen Demokratischen Widerstand

Soeben meldet der Coronaticker: 101 Jahre alte Frau schleicht sich aus einem Braunschweiger Seniorenheim, um ihrer Tochter zum Geburtstag zu gratulieren. Polizei greift sie auf und bringt sie in ihr Heim zurück. In ganz Deutschland wird strafrechtlich ermittelt und polizeilich durchgegriffen gegen Bürger, die für ihre Grundrechte demonstrieren, Freunde besuchen oder zum Haus Gottes gehen.

Das menschliche Leben wird auf dieser Erde gelebt. Nicht im Paradies. Das menschliche Leben ist ein Kompromiss. Im Paradies wird das anders sein. Dort braucht es keine Kompromisse mehr. Der Krieg gegen das vermeintliche Killer-Virus ist ein totaler Krieg ohne Kompromisse. Die Genfer Konvention, die Menschen- und Grundrechte, nichts zählt mehr. Nicht einmal mehr der Schutz der Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft.

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Alternativlose Maßnahmen?

Die Bundesregierung hat heute ihre plurifunktionelle Strategie für die schrittweise Ausphasung der Coronarestriktionen vorgestellt. Kernpunkt der CS 4.0 (Corona-Strategie 4.0) ist die stufenweise Ersetzung der Corona-Schutz-Maßnahmen durch den Ausgleichsmechanismus Cotok (Corona-Toten-Kompensation). Durch neue Maßnahmen werden ebensoviele oder mehr Menschenleben gerettet, wie durch die Ausphasung der Corana-Schutzstrategie verloren gehen. Es kommt jetzt darauf an (ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger), daß wir gemeinsam einen sequentiellen Multireduktions-Prozeß initialisieren. Wir schaffen das!

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Freunde in der Not, gehn tausend auf ein Lot

Vom Wegschauen, wenn dem Nachbarn Unrecht geschieht

Über diese Einsamkeit, das menschliche Bedürfnis, nicht allein zu sein, sondern Geborgenheit in einer Gruppe zu finden, habe ich in den letzten Wochen an viele Freunde geschrieben – ohne Resonanz. Diese Einsamkeit scheint bei vielen ein Tabuthema zu sein.

Anselm Lenz war gewiß einsam in seiner Zelle 216, doch er hatte Freunde, die draußen auf ihn warteten bis er gegen halb zwei Uhr früh am 2. Mai per richterlichem Beschluss aus dem Gewahrsam entlassen wurde.

Die Einsamkeit in Zelle 216

Anselm Lenz, Gründer der Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand (KDW), wurde um ca. 15.30 Uhr in der Nähe des Rosa-Luxemburg-Platzes von der Polizei festgenommen, nachdem er zunächst von dem Rücksitz eines Taxis aus durch das heruntergelassene Fenster eine Ausgabe seiner Zeitung Der Widerstand gegen einen Polizisten warf und anschließend, vor dem Taxi stehend, weitere Ausgaben seiner Zeitung auf herbeigeeilte Polizeivollzugsbeamte schmiß.

Lenz setzte sich daraufhin wieder ins Taxi, das von den Polizisten umstellt wurde. Die Polizisten nehmen Lenz im Taxi fest und zerrten ihn heraus auf die Straße. Lenz wurde in Handschellen in die Bearbeitergasse vor dem Karl-Liebknecht-Haus gebracht.

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Gespenstische Stimmung am 1. Mai

Eine Versammlung der Bergpartei fand am 1. Mai nahezu ohne Zuschauer und Zuhörer vor der Volksbühne auf dem Rosa-Luxemburg-Platz statt. Die Polizei hatte den Platz weiträumig abgeriegelt. An den Straßensperren durften nur Anwohner und Pressevertreter durch.

Im Scheunenviertel im Einsatz waren Polizeivollzugsbeamte der Länder Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

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Repressionen gegen Rechtsanwalt

Am Rande der Verteilung der Zeitung «Der Widerstand» am 1. Mai auf dem Rosa-Luxemburg-Platz nahmen drei Polizeivollzugsbeamte den Rechtsanwalt Florian Daniel fest. Daniel ist der Prozessbevollmächtigte des Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand (KDW) e. V. in Gründung in dem Rechtsstreit der KDW gegen Behörden des Landes Berlin wegen des ausgesprochenen Verbots der Verteilung der Zeitung. Ziel der Einlegung der Rechtsmittel ist die erfolgreiche Anfechtung des Verbots.

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Grundrechteproteste aus Sicht eines Journalisten

Seit dem 28.03. berichte ich als freier Journalist jede Woche von den Samstagsdemonstrationen für Grundrechte, die von der Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand initiiert wurden.

Meine Reportagen biete ich unterschiedlichen Redaktionen an. Bisher publizierte ich u. a. in «Die Rote Fahne», «Junge Welt», «Neues Deutschland», «SoZ – Sozialistische Zeitung» und «taz – die tageszeitung».

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„Bringt eure Toten raus!“

Anselm Lenz vom Demokratischen Widerstand und Olaf Sundermeyer vom Rundfunk Berlin-Brandenburg geraten auf der Bühne vor dem Theater Die Volksbühne aneinander. Wut bricht sich Bahn. Nerven liegen blank.

Statisten sind die Polizeivollzugsbeamten aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW), die sich in Gruppenstärken und mit Mannschaftswagen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz positioniert haben. Die Situation im Scheunenviertel bleibt angespannt. Eindrücke von einem Pressetermin.

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