Major Arye Sharuz Shalicar ist ein deutscher Musiker, Autor und Sprecher von Israels Armee (IDF). Ein Interview über den Krieg im Gazastreifen.

Wer sagt die Wahrheit über die Ereignisse während dieses Krieges, Israels Armee oder die Hamas?

Major Shalicar: Beide. Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri sagte offen und ehrlich auf Al-Aqsa-TV, dass der Einsatz von Zivilisten als menschliche Schutzschilde gegen unsere Luftangriffe auf Abschussrampen und Waffenlager der Hamas ein legitimes Mittel sei. Unsere Seite ist bemüht, größtmögliche Transparenz für Zivilisten und Journalisten zu schaffen, u.a. indem wir über warnende Flugblätter und SMS unser militärisches Vorgehen im Vorfeld offenlegen und die Grenze zwischen Israel und Gaza für humanitäre Zwecke sowie Kriegsreporter offen halten.

Weshalb tötet die IDF in diesem Krieg – laut Angaben der UN-Organisation OCHAoPt – Zivilisten, unter ihnen mindestens 200 Kinder?

Major Shalicar: Die israelischen Verteidigungskräfte sind die einzige Partei in diesem Konflikt, die den Status internationaler Organisationen respektiert. Wir mühen uns nach bestem Gewissen, Schaden von diesen abzuwenden und zivile Opfer zu vermeiden, im Gegensatz zur Terrororganisation Hamas, die Gebäude als Waffenlager nutzt und unschuldige Zivilisten, zu unser aller Schrecken auch Kinder, als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Was ist das Ziel von Israels Armee?

Major Shalicar: Frieden und die Sicherheit für die israelische Zivilbevölkerung wieder herzustellen, die unter dem wahllosen Dauerbeschuss von Raketen leidet und mit der Gefahr lebt, von Terroristen, die aus Tunneln kommen, im eigenen Land ermordet und entführt zu werden.

Hat die israelische Armee so viel Widerstand erwartet?

Major Shalicar: Die israelischen Verteidigungskräfte waren auf den Widerstand vorbereitet, den man von einer Terrororganisation wie der Hamas erwarten kann, die jahrelang enorme finanzielle Mittel in den Aufbau ihrer Strukturen und Waffenlager gesteckt hat.

Major Arye Sharuz Shalicar beantwortete meinen Fragen per E-Mail, weil ich zur Zeit des Interviews in Gaza und er in Jerusalem war. Daher konnten wir das Interview nicht persönlich führen.

Mehrere deutsche Zeitungen veröffentlichten mein Interview mit Major Shalicar, unter anderem das Neue Deutschland.