Über Giorgio Agamben, Herausgeber des «Demokratischen Widerstands»

Seit dem 17. April 2020, seit nunmehr 74 Ausgaben, erscheint die Zeitung «Demokratischer Widerstand» unter der Ägide von Giorgio Agamben. Zu Beginn wurden Zweifel geäußert, ob Agamben tatsächlich der Herausgeber des «Demokratischen Widerstands» in Berlin sei. Inzwischen herrscht zumindest in diesem Punkt Klarheit.

«Der Spiegel» vom 8./9. Mai 2020 streut Zweifel an Agambens Herausgeberschaft

Ein Bericht der Zeitschrift «Der Spiegel» mit dem Titel «Wut und Wahnsinn» in der Ausgabe Nr. 20 vom 9. Mai 2020 (Seite 28 ff.), online bereits am 8. Mai 2020 erschienen unter dem Titel «Sturm der Lügen», zitiert Agamben mit den Worten: «Ich bin nicht Co-Herausgeber der Zeitung ‹Demokratischer Widerstand›.»

Die Volksbühne greift das Agamben-Zitat auf

Die Volksbühne greift am selben Tag das Zitat aus «Der Spiegel» auf und schreibt auf Twitter: «Der Philosoph Giorgio Agamben dementiert, Mitherausgeber des Vereinsblatts zu sein.»

Auch «konkret» berichtet über den «DW», wie sich der «Demokratische Widerstand» abkürzt

In der Zeitschrift «konkret» (Heft Nr. 4/21) steht: «Agambens Statements gefielen den Berliner Organisatoren der ‹Hygiene-Demos› so gut, dass sie sie in ihrem Mobilisierungsblatt ‹Demokratischer Widerstand› (‹DW›) nachdruckten und Agamben auf der Titelseite und im Impressum zum Mitherausgeber ausriefen.

Darauf aufmerksam gemacht, dementierte Agamben und erklärte, er kenne diese Zeitung nicht, wolle aber auch kein Urteil über sie abgeben, weil ja schließlich jeder das Recht habe, seine Meinung usw. Das war im Frühjahr 2020 und änderte nichts. Bis heute firmiert er als Mitherausgeber der Corona-Leugner-Postille, die ihn ihren ‹Schutzpatron von Beginn an› nennt.

Am 17. Oktober veröffentlichte sie auf Seite 1 ein Interview…mit Agamben…Darin schimpft dieser das Corona-Regime den ‹totalitärsten Apparat, den die westliche Geschichte jemals hervorgebracht hat› bezeichnet die WHO als ‹eine Organisation, die aktiv gegen die Freiheit der Menschen arbeitet›, und spricht von einer ‹Großen Transformation›, die ‹mit Hilfe von reinem gesundheitlichen Terror› gerade vollzogen wird und die Menschen dazu bringt, ‹umstandslos Einschränkungen ihrer Freiheit hinzunehmen› – ganz so wie bei der ‹Errichtung des Faschismus›, als sie ‹sich sofort anpassten … und so taten, als ob es normal wäre, den römischen Gruß zu machen oder ‹Heil Hitler!› zu rufen, in der gleichen Weise, wie sie jetzt die Alltagsmasken tragen›».

Seit dem Erscheinen des «konkret»-Heftes Nr. 4/21 erschienen weitere Interviews des «Demokratischen Widerstands» mit Agamben.

Neues Agamben-Interview in der Ausgabe Nr. 74 vom 24. Dezember 2021

Spätestens mit dem Interview, das der «Demokratische Widerstand» am 20. Dezember 2021 mit Agamben geführt und in seiner Ausgabe Nr. 74 vom 24. Dezember 2021 («Die rote Linie») publiziert hat, dürften die Zweifel zerstreut sein. Agamben bekennt sich darin zum «Demokratischen Widerstand».

Als «Der Spiegel» am 8./9. Mai 2021 berichtete, daß Agamen nicht der Herausgeber seiner Zeitung sei, waren erst drei Ausgaben (Nummern 1 bis 3) der von Agamben herausgegebenen Zeitung erschienen. Danach gab Agamben weitere 71 Ausgaben (Nummern 4 bis 74) heraus. Das Foto zeigt die aufeinander gestapelten Ausgaben des «Demokratischen Widerstands» getrennt vor und nach dem Erscheinen «Des Spiegels» vom 8./9. Mai 2020:

Bilunterschrift: Inzwischen hat Agamben 74 Ausgaben des «Demokratischen Widerstands» herausgegeben.

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Hinweise zur Bildquelle

Name des Autors: Et sic in infinitum

Link zur Quelle des Bildes: https://de.wikipedia.org/wiki/Giorgio_Agamben#/media/Datei:Agamben.png

Nennung der CC-Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Link zur Lizenzurkunde: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0

Bearbeitungshinweise: keine Bearbeitung durch Martin Lejeune

Titel des Werks: «Giorgio Agamben, 2009»

Journalist

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