«5.000 Impftote»: 3sat wirft SWR-Sendung aus Programm und der SWR löscht seine Sendung ebenfalls

In der SWR-Sendung «Spätschicht» von Florian Schroeder vom 10.12.2021 hat Lisa Fitz einen Auftritt mit dem Titel «Lisa Fitz vs. Jens Spahn».

Während ihres Auftritts sagt Fitz über einen «Antrag für einen EU-Hilfsfonds für bereits jetzt einige schwerwiegende Fälle bei Covid-19-Impfstoffen: laut Europäischer Arzneimittelagentur (Klatschen) für 5.000 Menschen leider zu spät, da waren die Folgen durch die Covid-19 Impfstoffe tödlich, 4.200 bei Pfizer.»

3sat wirft die SWR-Sendung wegen dieser Äußerung aus seinem Programm und zeigt sie deshalb auch nicht in der 3sat Mediathek. Der SWR hat die Sendung am aus der ARD Mediathek und aus allen SWR-Plattformen und -Kanälen gelöscht.

Die SWR-Sendung «Spätschicht» vom 10.12.2021 ist nun im Giftschrank und nicht mehr zugänglich.

Wie kommt Fitz auf die Zahlen?

Es gibt einen Entwurf einer Entschließung des Europäischen Parlaments zur Einrichtung eines europäischen Fonds zur Entschädigung der Opfer der «COVID-19-Impfstoffe».

Der Entwurf zum Az. B9-0475/2021 stammt vom 23. September und wurde eingereicht von Virginie Joron, Mitglied der Fraktion Identität und Demokratie des Europäischen Parlaments.

Unter C.) heißt es in dem Entwurf:

«in der Erwägung, dass nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Verabreichung von COVID-19-Impfstoffen für rund 5 000 Personen in der Europäischen Union tödliche Folgen hatte: 

– bei 4 198 Personen beim Impfstoff von Pfizer,

– bei 1 053 Personen beim Impfstoff von AstraZeneca,

– bei 392 Personen beim Impfstoff von Moderna,

– und bei 138 Personen beim Impfstoff von Janssen;»

Als Quelle nennt Joron «Zahlen vom 29. Juli 2021 https://www.ema.europa.eu/en/documents/covid-19-vaccine-safety- update/covid-19-vaccine-safety-update-comirnaty-11-august-2021_en.pdf

https://www.ema.europa.eu/en/documents/covid-19-vaccine-safety-update/covid-19-vaccine-safety-update- vaxzevria-previously-covid-19-vaccine-astrazeneca-11-august-2021_en.pdf https://www.ema.europa.eu/en/documents/covid-19-vaccine-safety-update/covid-19-vaccine-safety-update- spikevax-previously-covid-19-vaccine-moderna-11-august-2021_en.pdf https://www.ema.europa.eu/en/documents/covid-19-vaccine-safety-update/covid-19-vaccine-safety-update- covid-19-vaccine-janssen-8-september-2021_en.pdf»

Daß in den PDFs, auf welche der Entwurf von Joron verlinkt, die von Fitz genannten Zahlen enthalten sind, läßt sich nicht verifizieren.

Presseanfragen an Kerstin Glage, die PR-Managerin von Lisa Fitz sowie an die Pressestelle der Europäischen Arzneimittel-Agentur blieben bisher unbeantwortet.

Florian Schroeder sorgte bereits für Aufsehen als er auf der Bühne einer «Querdenken711»-Demo in Stuttgart sprach und anschließend Michael Ballweg in seine Sendung einlud.

Dokumentiert:

REVIDIERTES STATEMENT

SWR räumt Fehler ein und depubliziert Ausgabe der „Spätschicht“ wegen falscher Tatsachenbehauptung

STAND 19.12.2021, 10:40 UHR

Die Ausgabe vom 10.12.2021 der SWR Comedy-Sendung „Spätschicht“ wird wegen einer falschen Tatsachenbehauptung von Lisa Fitz zur Anzahl der Menschen, die durch eine Impfung gegen eine Coronaerkrankung gestorben sind, aus der ARD Mediathek genommen und auch beim SWR depubliziert.

SWR räumt Fehler klar ein

„Die Kritik an dieser Ausgabe der ‚Spätschicht‘ trifft uns zu Recht“, so Clemens Bratzler, SWR Programmdirektor Information, Sport, Fiktion, Service und Unterhaltung. „Bei der Konzeption der fraglichen Ausgabe war es das Anliegen der Redaktion, unterschiedlichen und kritischen Meinungen auch zum sensiblen Thema Impfen Raum zu geben, was u.a. durch die sehr klare Moderation von Florian Schroeder eingeordnet wurde. Die Meinungsäußerungsfreiheit gilt jedoch nicht unbegrenzt, sondern endet auch in einer Comedy- oder Satiresendung bei falschen Tatsachenbehauptungen. Die Aussage von Lisa Fitz zur Anzahl der Impftoten ist nachweislich falsch. Daher werden wir diese Ausgabe der ‚Spätschicht‘ in der ARD Mediathek und auf allen SWR-Plattformen und -Kanälen depublizieren.“

Abgrenzung zu vorheriger Stellungnahme

Damit grenzt sich der SWR von seiner vorherigen Stellungnahme ab, in der die Äußerungen von Lisa Fitz durch ein entsprechendes Sendungskonzept kritisch eingeordnet, aber noch von der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt gesehen wurden. „Meinungsfreiheit ist für uns ein hohes Gut. Dennoch war die erste Reaktion falsch, weil es hier eben nicht um eine Meinungsäußerung geht. Die dadurch ausgelöste Diskussion trifft uns im SWR, aber wir möchten allen Kritikerinnen und Kritikern ausdrücklich danken. Die Debatte schärft unseren Blick auf die journalistischen Standards und die Wirkung unserer Angebote“, stellt Bratzler für den SWR selbstkritisch fest. 

Information zur bisherigen Stellungnahme 

Die ursprüngliche und nun revidierte Stellungnahme des SWR lautete wie folgt:

„Der Text von Lisa Fitz in der letzten Ausgabe der Sendung ‚Spätschicht‘ war zugegebenermaßen insbesondere in seiner Wirkung schwierig. In der Abwägung von einem möglichen und erwartbaren Vorwurf der Zensur (wenn die Redaktion den vorgelegten Text ablehnt) versus Meinungsfreiheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben wir uns bewusst dazu entschieden, diesen Text zu senden, um die Pluralität der vorkommenden Meinungen in der Spätschicht zu beweisen. Aus diesem Grund werden auch die Themen Fake News und Impf-Skepsis von anderen Künstler:innen in der Sendung aus der gegenteiligen Perspektive besprochen, so explizit im Beitrag von Michael Altinger, der die Gefahren von Verschwörungstheorien zum Thema macht, und von Florian Schroeder selbst. 

Weil das Thema ‚Impfen‘ derzeit sehr heikel ist, hat Florian Schroeder in der Anmoderation auf den heiklen Beitrag von Lisa Fitz bewusst das Prinzip ‚Meinungsfreiheit‘ benannt und ergänzt, dass er persönlich anderer Meinung ist – hier der Wortlaut der Anmoderation:

‚Uns, meine Damen und Herren, hier bei den Öffentlich-rechtlichen wird ja häufig vorgeworfen: Alles eins, immer die gleichen Meinungen, keine Vielfalt, immer seid ihr euch einig. Nicht hier bei der Spätschicht, meine Damen und Herren. Hier zählt Meinungsvielfalt. Und deshalb folgt jetzt eine Meinung, die ich persönlich absolut nicht teile und die trotzdem hier stattfinden darf. Bitte begrüßen sie Lisa Fitz.‘

Was die explizite Textpassage der Impftoten angeht, ist die Problematik folgende: Es gibt einen Entschließungsantrag der im Europäischen Parlament eingebracht wurde, in dem diese Zahl benannt wird. Lisa Fitz hat uns vor der Sendung diesen Entschließungsantrag vorgelegt. In der Sendung sagt sie deshalb ‚beantragt‘ nicht ‚beschlossen‘. Hier der Link zu diesem Entschließungsantrag.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die in diesem Antrag benannten Zahlen der Impftoten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht belastbar sind.“

Auch wenn die anderen Äußerungen von Lisa Fitz in ihrem Beitrag von der Meinungssfreiheit gedeckt sind, ist die Aussage zu den Impftoten eine falsche Tatsachenbehauptung. Daher wird die Ausgabe der „Spätschicht“ depubliziert. 

Journalist

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