Fehler in Impf-Kampagnen des Bundesgesundheitsministeriums

Last Updated: 9. September 2023By

«Keine Schauspieler! Keine Modelle!» seien unter den Teilnehmern der «Ich schütze mich»-Impf-Reklame, sagt Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach am 14.10.2022 in Berlin während der Präsentation der Kampagne.

Tatsächlich ist Uwe Rauer, der als 63-jähriger «Rentner Uwe» an der «Ich schütze mich»-Impf-Kampagne teilnimmt, von Beruf Schauspieler und Modell, also genau das, was Lauterbach ausdrücklich bestreitet. Rauer wird vertreten durch die Kölner Agentur Casting Connect.com GmbH, die ihn wie folgt präsentiert:

Natürlich sind auch Schauspieler und Modelle echte Menschen. Aber Lauterbach drückt sich zumindest etwas unglücklich aus, wenn er ausdrücklich betont, daß unter den Teilnehmern der Kampagne «keine Schauspieler» und «keine Modelle» seien. Vielleicht war Lauterbach nicht gut vorbereitet, als er vor die Kameras trat. Vielleicht waren ihm auch nicht alle 84 Teilnehmer der Kampagne bekannt.

Hätte Lauterbach nicht ausdrücklich betont, daß weder Schauspieler noch Modelle unter den Teilnehmern seien, würde die Kampagne jetzt nicht von Querdenkern angegriffen.

Auch Fernsehmoderator und Winzer Günther Jauch wirbt für die Schutzimpfung gegen Covid-19. «Günther Jauch hat sich impfen lassen», schreibt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am 27.06.2021, obwohl sich Jauch gar nicht hat impfen lassen.

Mit der unwahren Behauptung verbreitet das BMG ein Foto, daß Jauch mit einem Pflaster am linken Oberarm zeigt. Schaut her, ich habe mich gerade gegen Covid-19 impfen lassen!, soll das Foto die Falschbehauptung untermauern. Das BMG hat die unrichtige Äußerung korrigiert:

archive.ph/LS8h5

Impfung braucht Ehrlichkeit. Das gilt auch für das Bundesgesundheitsministerium, dem bereits wiederholt Fehler in der Kommunikation seiner Impf-Kampagnen unterlaufen sind. Das sollte künftig nicht mehr passieren.

Noch etwas stößt an der Reklame mit Rauer auf: «Ich schütze mich, weil ich die Freiheit habe, es zu tun«, sagt er im Reklame-Spot, der ihn in der Berliner Gedenkstätte Bornholmer Straße am Platz des 9. November zeigt. Zudem heißt es: «Uwe hat den Mauerfall 1989 hautnah erlebt. Heute genießt er seine Freiheit, indem er sich und andere schützt.«

In einem Interview zu seinem Spot klagt Rauer über die DDR, in der es allerdings eine ausgezeichnete gesundheitliche Versorgung mit Impfungen gab, die bei manchem Impfstoff nicht schlechter war als in der BRD vor 1989. In der DDR war jeder Bürger frei, sich und andere durch Impfung zu schützen. In dieser Hinsicht betreibt der Spot Geschichtsrevisionismus. Das Impfen gehörte zur DNA der DDR.

Drehort mit Rauer ist die Gedenkstätte Bornholmer Straße am Platz des 9. November.

Am 14.10.2022 präsentiert Lauterbach seine Gesundheitskampagne «Ich schütze mich» gemeinsam mit Margarete Stokowski, die den Gesundheitsminister bei dem öffentlichkeitswirksamen Termin im «Ich liebe Botox»-Hemd begleitet. Botox kann dem Körper sehr stark schaden und weckt somit schlechte Assoziationen mit der Impfung.

Als die Details zu Rauer bekannt werden, rastet Stokowski gerade in einer anderen Gesundheits-Sache völlig aus gegen die «Süddeutsche Zeitung», ihre Redaktion und eine ihrer Autorinnen: «fick dich» und weitere vulgäre Worte entgleiten der Schirmherrin der «Ich schütze mich»-Kampagne.

Auch Rauer hat eine vulgäre Ader. Ein Kanal von Rauer verbreitet pornographische Inhalte. Ein politischer Beobachter meint, Rauer könnte sich mutmaßlich der Verbreitung pornographischer Inhalte gemäß § 184 StGB strafbar gemacht haben.

In sozialen Medien wirbt Rauer für sein Stripchat-Konto. Ein Kommentar dazu lautet: «Wir sind an dem Punkt der Impfkampagne, an dem das Gesundheitsministerium Rentner vom Stripchat abwirbt.» Der Kommentar erhält innerhalb eines Tages 2.646 gefällt mir-Angaben.

Rauer ist auch Waffennarr und schmückt seine Wohnung mit Angriffswaffen. Angriff als bester Schutz?

Es scheint einiges unglücklich gelaufen zu sein bei dieser Kampagne, die entwickelt wurde von Raphael Brinkert und seiner Agentur brinkertlück GmbH in Hamburg.

32,7 Millionen Euro beträgt laut Lauterbach das Gesamtbudget der Kampagne, wovon 700.000 Euro als Honorar an die brinkertlück GmbH gehen. Angeblich hat Rauer von den 32,7 Millionen Euro nur 100 Euro erhalten. Armer Uwe.

Ausgerechnet mit einem Bestatter auf dem Friedhof wirbt der Bund für die Impfung gegen Covid-19. Die Anzeige erscheint in allen großen Sonntagszeitungen vom 13.11.2022. In der BamS auf S. 23, in der FAS auf S. 23, in der WamS auf S. 25 und in der WamS kompakt auf S. 15. Was kosten diese Anzeigen?

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