Gewinnmargen von bis zu 63 Prozent mit Vakzinen gegen COVID-19

Zu Goethe passend wird an dieser Straßenbahn-Haltestelle in Hannover zur Impfung gegen COVID-19 aufgerufen (Foto: Martin LEJEUNE)

Booster für alle: Die neue Impfsaison beginnt. Die EU kauft für vor allem für Auffrischimpfungen von Ende 2021 an 900 Millionen zusätzliche Comirnaty-Impfdosen von BioNTech/Pfizer. Kostete das Vakzin 2020 pro Dosis 15,50 Euro, verlangen BioNTech/Pfizer in diesem Jahr 19,50 – eine Preissteigerung von 25 Prozent. Im ersten Halbjahr 2021 erzielte BioNTech einen Nettogewinn von 3,9 Milliarden Euro – bei einem Umsatz von 7,3 Milliarden. Das macht eine Gewinnmarge von 53 Prozent.

Auch Moderna erhöht die Preise – von 19 auf 21,50 Euro pro Spikevax-Dosis. Eine Preissteigerung von rund 13 Prozent. Bei Moderna liegt die Gewinnmarge bei 63 Prozent.

Es gibt allerdings auch Hersteller mit einer anderen Preispolitik: AstraZeneca verlangt zwei Euro pro Vaxzevria-Dosis.

Ein Beamter der EU-Kommission sagt dazu, bei den neu ausgehandelten Verträgen mit den Vakzinherstellern orientiere sich die Kommission beim Preis pro Impfdosis an den reinen Laborkosten für einen PCR-Test in Höhe von 39,40 Euro.

Curevac und Glaxo-Smithkline haben ihre Verträge mit Wacker und Celonic über die Herstellung von rund 150 Millionen Impfstoffdosen gekündigt. Verträge mit Rentschler Biopharma und Novartis über die Herstellung und Formulierung von mRNA seien von der Anpassung nicht betroffen. Auch an der Zusammenarbeit mit Bayer ändere sich nichts.

Die neuen Impfstoffe von Valneva und Sanofi setzen auf traditionelle Verfahren.

Über den Impfstoff von Janssen-Cilag (Johnson & Johnson) schreibt die französische Behörde für Arzneimittelsicherheit (ANSM) in ihrem Bericht vom 13.09.2021, es sei eine „hohe Zahl“ von Impfdurchbrüchen bei Menschen gemeldet worden, die den Ein-Dosen-Impfstoff erhalten hatten. Bei einer Million Impfungen gab es 32 Infektionen und vier Todesfälle.

Die betroffenen Personen haben ein Durchschnittsalter von 68 Jahren, mit mehreren Risikokomorbiditäten einer schweren Form von COVID-19. Seit Anfang September wird laut ANSM empfohlen, Personen, die eine Dosis mit dem Ein-Dosen-Vakzin von Janssen-Cilag erhalten haben, ab vier Wochen nach der Injektion eine Auffrischungsdosis mit einem mRNA-Impfstoff anzubieten.

Autor: Martin Lejeune

Journalist

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