BILD-Titel: „Ukraine-Verbot für Steinmeier!“

Die Schlagzeile „Ukraine-Verbot für Steinmeier!“ auf der Titelseite der heutigen BILD-Zeitung (Bundesausgabe) macht die Runde im politischen Berlin. Aber stimmt sie so?

Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte laut REUTERS am Mittwochabend, dass es keine offizielle Anfrage von Steinmeier zu einem Besuch gegeben habe. Diese sei auch nicht von Steinmeiers Büro erfolgt, erklärte er.

Zuvor hatte schon sein Stabschef Serhij Leschtschenko in einem Interview mit CNN betont, dass Selenskyj keinen Besuch des Bundespräsidenten abgesagt habe.

Auch Andrij Melnyk, der ukrainische Botschafter in Berlin, der vor wenigen Tagen an einem konstruktiven und freundlichen politischen Spitzentreffen im Bundespräsidialamt teilnahm, schreibt auf Twitter, Bundespräsident Steinmeier sei gar nicht ausgeladen worden.

So wie ich den Bericht „Wie Steinmeiers Kiewreise plötzlich scheiterte“ in „DER SPIEGEL“ (Online) von heute verstehe, entschied Steinmeier höchst persönlich und selbst, gestern Abend nicht gemeinsam mit seinen Mitreisenden Egils Levits, Alar Karis, Gitanas Nausėda und Andrzej Duda in den Zug von Warschau nach Kiew zu steigen.

„Ukraine-Verbot für Steinmeier!“ bedeutet für den durchschnittlich verständigen Leser ein Einreiseverbot für Steinmeier in die Ukraine. Es gibt kein Einreiseverbot für Steinmeier in die Ukraine. Steinmeier darf jederzeit frei in die Ukraine reisen. Er braucht nicht einmal ein Visum. Steinmeier hat kein Ukraine-Verbot. Steinmeier kann jederzeit in den Zug nach Kiew zu steigen, ob gemeinsam mit seinen Mitreisenden Egils Levits, Alar Karis, Gitanas Nausėda und Andrzej Duda oder ohne sie, das liegt in Steinmeiers Entscheidungsmacht.

Journalist

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